Heidegger und die griechische Tragödie
In der Rückschau auf das Werk des Aischylos, „Der gefesselte Prometheus“
Katsuya Akitomi
Es ist bekannt, dass Heidegger seit Anfang der 1930er Jahre in seiner Entwicklung der Seinsfrage auf den altgriechischen „Anfang“ zurückgeht. Aber es sind nicht nur die sogenannten „anfänglichen Denker“, d. h. Anaximander, Heraklit und Parmenides, die Heidegger interessierten. Er gewinnt seine Einsichten auch von zeitgenössischen Dichtern, vor allem von Pindar und von den Tragödiendichtern. Die Beziehung zwischen Sophokles und Heidegger ist bereits in diesem Sinne thematisiert, auf ihre Bedeutsamkeit hingewiesen und die Funktion Hölderlins in deren Hintergrund aufgezeigt worden. Im Gegensatz dazu ist die Beziehung zwischen Aischylos und Heidegger bisher kaum behandelt worden.
Die Absicht meines Aufsatzes besteht darin, in der Rückschau auf das Werk des Aischylos, „Der gefesselte Prometheus“, und auf der Grundlage einiger Zitate bei Heidegger zu betrachten, welche Bedeutung das Grundmotiv dieser Tragödie für das Denken Heideggers hatte.
Im folgenden ist zuerst anhand eines der Schwarzen Hefte (GA, 94) Heideggers Interesse an der griechischen Tragödie im Allgemeinen erneut festzustellen, um dann die Beziehung zwischen dem für die Seinsfrage zentralen Anfang und dem Werk des Aischylos im Speziellen zu betrachten. Weiterhin wird durch eine Auslegung der Rektoratsrede „Die Selbstbehauptung der deutschen Universität“ das Verhältnis zwischen Wissen als τέχνη einerseits und Schicksal andererseits herauszuarbeiten sein. Zuletzt ist anhand der Notiz
„Besinnung“ (GA, 66) der Zusammenhang zwischen dem Feuer, der τέχνηund der Wahrheit als ἀλήθεια zu betrachten.
Durch diese Reihe von Betrachtungen möchte ich eine Perspektive auf die Frage eröffnen, was „Prometheus“ für Heidegger bedeutet.
keywords: die griechische Tragödie, Aischylos, Wahrheit, τέχνη, Schicksal
*
2014
4
4 6
2019
1930 40
4
4
4 1930
5 4
14 4
4
─
4
4 4
4
24 4
4
* Sein und Zeit SZ
GA 4 4
1
4Otto Pöggeler, Schicksal und Geschichte. Antigone im Spiegel der Deutungen und Gestaltungen seit Hegel und Hölderlin, Wilhelm Fink Verlag, 2004.
2 1919
4vgl. GA56/57, 74.
4
3
1930 4
1930
Besinnung 4
4
6
Politeia, 497d, 9 4
. 178
4 GA94, 72 4
4 ibid.
ibid. 4
4 1932 5
GA94, 110 4 Ⅱ unheimlich
4 Ⅱ Unheimlichkeit
3 1
4Vladimir Vukicevic, Sophokles und Heidegger, Verlag J. B. Metzler, 2003.
4
4 2012 86-101 4
2 5
2013 120-135 4
No. 23 2015 41-54 4
4 1924
fürchterlich, Furcht, furchtbar 4vgl. GA18, 256, 259. GA19, 343, 464, 482, etc.
Schicksal 4
4 Trauer
Ⅱ 4
54
GA39, 137
4 Trauerspiel
4
4 1930 4
219 4
Weltereignis Verwesung
4
4
4
64
Ⅱ
Unheimlichkeit Ⅱ
1931/32 4
Ⅱ etwas Unheimliches und Fürchterliches GA34, 170
4
Ⅱ Ⅱ
GA 34, 198 4
5
4
6 4
2 1991
4
74
4
4
× 4
4 4
4
4 1931/32
4
4 Fug fügen
4
4
9 30 4
84
4
Unfug 4
94
7 2000 222 4
4
8 4
2 9 5
30 vgl. GA35, 211 4
9
Fügung
Gefüge 4
Fug, Füge 4
Verfügung 4
4
219 4
4 Ereignis
4
Wesung 4
4
4 Seinsgeschehnis GA94, 6, usw.
4
Weltgeschehnis GA94, 94 4
4
4
4
4
ent- un- gegen- 4
4
4
4 4
1930 4
4
GA16, 108
ibid. 4
4
4
4 im Ganzen
4
4
GA16, 109 4
ibid. 10
4 4
ibid. Prom. 514
Ⅱ 11
4 Ⅱ
GA16, 109 12
ibid. 4
4
4
4 Wissen
10 4
4 50
4
4F. Wimmer,ed., Theophrasti Eresii opera quae supersunt omnia. Editore Firmin-Didot, 1931.
4
11 2 1991 36 4
12 »Wissen aber ist weit unkräftiger denn Notwendigkeit.« 4
»Was du auch tust, viel stärker ist Notwendigkeit.« (übersetzt von Carlo Philips. Insel- Verlag, Leipzig, 1913), »Kunst ist um vieles schwächer als Notwendigkeit.« (übersetzt von Walter Kraus. Reclam, Stuttgart, 1965), »Kluheit dem Notzwang steht als schwächere Macht weit nach.« (übersetzt von Oskar Werner, Reihe Tusculum, München, 2005) 4
Schicksal
4 4
─ 4
4
ibid. 4 4
4
Ⅱ ibid. 4Ⅱ
4
4 4
4
Am-
Werke-Sein ─ 4
4
4
4
4 Ⅱ
GA16, 110 4
Ⅱ
4
4
4
Ⅱ
4
4 4
ibid. 4
die ferne Verfügung
13
fügen
GA16, 110-111 4
4
Ⅱ 4 4
Ⅱ 4
4 4
4
Ⅱ 4
4 Ⅱ
4 4
4
4
4
SZ 384
Geschick 1930 4
4
4
4 4
4
13 vgl. GA94, 54, 87, 89, usw..
30 4 1935
GA40, 19, 168 4 4
4 4
Machenschaft 4
1938-39 4
4
51 Seyn
4 4
×
aufgehende Lichtung
4 63
4
4 5
GA66, 135 4
× ×
vgl. SZ 28
144
4 4
4 5
14 1935
× ×
Zeitschrift für vergl. Sprachforschung. Bd. 59 vgl. GA40, 76 4 4F. Specht, Beiträge zur griechischen Grammatik, Göttingen/ Vandenhoeck Ruprecht, 1932.
4 63
GA66, 173
41930 ×
Irre 4
154
4
4 × 4
entgegnen 4
4 4
4
4 4
4 4
4 1930
4
15 2
4
4
4 5
Zwischen Entgegnung 4
4 4
4
Halbgott 4
4
4
4
4 Leiden
4
4
GA16, 111 4
4
4
4 Untergang
Übergang
vgl. GA66, 233-234, GA95,
417-418 4 4
164
4
16 69 Seyn
GA66, 223
Vorhof ibid. 4
4