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Grundzuge der Haftung fur die Verletzung vertraglicher Pflichten im deutschen Recht

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Academic year: 2021

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Grundzuge der Haftung fur die Verletzung vertraglicher Pflichten im deutschen Recht

著者 PROLSS, Jurgen

journal or

publication title

明治学院大学法律科学研究所年報 = Annual Report of Institute for Legal Research

volume 27

page range 41‑63

year 2011‑07‑31

URL http://hdl.handle.net/10723/2171

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Grundzüge der Haftung für die Verletzung vertraglicher Pfl ichten im deutschen Recht

Prof. a. D. Dr. Jürgen Prölss

Das vor einiger Zeit reformierte deutsche Schuldrecht regelt die Haftung für die Verletzung  vertraglicher  Pflichten  ziemlich  detailliert,  während  es  im  japanischen  Recht  nur  wenige  Bestimmungen gibt, insbesondere die Art. 415, 416 ZGB. Allerdings wird in Japan an einer Re- form  des  ZGB  gearbeitet.  Daher  ist  das  deutsche  Recht  der  Vertragshaftung  vielleicht  auch  für Japan interessant. Allerdings kann ich es hier nur in Grundzügen präsentieren. 

A. Einleitung

Ⅰ.Die Unterscheidung von vertraglicher und außervertraglicher Haftung

Fast  alle  Rechtsordnungen  unterscheiden  zwischen  der  Haftung,  die  jede  Person  treffen  kann, die eine andere Person schädigt, und der Haftung, die eine vertragliche Beziehung zwi- schen dem Schädiger und dem Geschädigten voraussetzt. Bei der Haftung, die keine vertragli- che  Beziehung  voraussetzt,  geht  es  zum  einen  um  eine  Haftung  für  schuldhaftes  Verhalten,  die sog. Deliktshaftung, und zum anderen um die Gefährdungs- oder Risikohaftung, bei der es  genügt, dass sich ein bestimmtes Risiko verwirklicht hat, ohne Rücksicht darauf, ob der Schä- diger  die  Verwirklichung  des  Risikos  bei  Anwendung  der  erforderlichen  Sorgfalt  vermeiden  konnte.

Die  Unterschiede  zwischen  der  vertraglichen  Haftung,  auch  Haftung  für  Leistungsstörun- gen  genannt,  und  der  außervertraglichen  Haftung  sind  im  deutschen  Recht  ziemlich  groß. 

Allgemein kann man sagen, dass es für den Geschädigten günstiger ist, wenn er sich auf eine  vertragliche Haftung stützen kann. Das gilt vor allem, was die Voraussetzungen der Haftung  anbelangt.  Eine  Gefährdungshaftung  triff t  nur  denjenigen,  der  ganz  bestimmte,  in  verschie- denen  Gesetzen  beschriebene  Gefahrenquellen  beherrscht,  z.  B.  den  Halter  eines  Kraft- fahrzeugs (  7 StVG). Auch im deutschen Deliktsrecht gibt es keine Regel, wonach jeder ver- meidbare Schaden vom Schädiger zu ersetzen ist. Vielmehr gibt es einzelne Haftungsnormen,  die  relativ  genau  bestimmen,  unter  welchen  Voraussetzungen  Schadensersatz  zu  leisten  ist. 

Andernfalls  würde  die  Handlungsfreiheit  der  Bürger  nach  deutschen  Vorstellungen  zu  sehr  eingeschränkt. Die wichtigste dieser Haftungsnormen ist   823 I BGB. Danach ist der Schaden  zu ersetzen, der aus einer rechtswidrig und schuldhaft verursachten Verletzung der Gesund-

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heit,  der  Freiheit,  des  Eigentums  oder  eines  sonstigen  Rechts1  eines  anderen  entstanden  ist. 

Es  genügt  also  keineswegs  jede  vermeidbare  Schädigung  eines  anderen,  um  Schadensersat- zansprüche gegen den Schädiger zu rechtfertigen. Auch muss der Geschädigte das Verschul- den des Schädigers nachweisen. Für das schädigende Verhalten seiner Gehilfen haftet ein Un- ternehmer  nur,  wenn  ihn  ein  eigenes  Auswahl-  oder  Überwachungsverschulden  triff t,  wobei  allerdings ein solches Verschulden vermutet wird, der Unternehmer also beweisen muss, dass  ihn  kein  solches  Verschulden  trifft (   831  BGB).  Im  Recht  der  vertraglichen  Haftung  sind  diese Dinge anders geregelt. Daher ist die Haftung für die Verletzung von Vertragspfl ichten  jedenfalls in Deutschland eine sehr wichtige Materie.

Die Regeln dieser Haftung kommen auch zum Zuge, wenn Pfl ichten verletzt werden, die die  Parteien bei der Vorbereitung eines Vertrages treff en (  311 II BGB). Hierauf werde ich nicht  eingehen.

Ⅱ.Der Inhalt der vertraglichen Haftung

Wenn von Haftung die Rede ist, dann ist in erster Linie die Verpfl ichtung zum Schadenser- satz  gemeint.  An  die  Verletzung  einer  vertraglichen  Pflicht  können  sich  aber  auch  andere  Rechtsfolgen knüpfen, die für den Schuldner nachteilig sind. So kann der Gläubiger ein Recht  zum Rücktritt haben, wenn es um einen gegenseitigen Vertrag, wie einen Kaufvertrag, geht 

(  323 ff . BGB). Macht der Gläubiger von diesem Recht, das es auch im japanischen Recht  gibt (Art.  541  bis  543  ZGB),  Gebrauch,  so  entfallen  die  Vertragspflichten  beider  Vertragsparteien  und  etwaige  Vermögensverschiebungen  auf  Grund  des  Vertrages  werden  nach bestimmten Regeln rückgängig gemacht (  346 ff . BGB). Der Rücktritt setzt kein Ver- schulden voraus. Er schließt das Recht, Schadensersatz zu fordern, nicht aus, wenn auch des- sen Voraussetzungen erfüllt sind (  325 BGB). Hier wird das Recht des Gläubigers zum Rück- tritt nur am Rande behandelt. Im Mittelpunkt soll die Schadensersatzhaftung stehen.

Ⅲ.Der Aufbau der gesetzlichen Regelung

Zunächst ein paar Worte zum Aufbau der gesetzlichen Regelung.

Die zentrale Norm ist   280 I BGB. Er ordnet an, dass der Schuldner für Pfl ichtverletzungen  Schadensersatz  zu  leisten  hat,  wenn  er  für  die  Pflichtverletzung  verantwortlich  ist.  Diese  Norm  wird  im  Hinblick  auf  verschiedene  Pfl ichtverletzungen  ergänzt (vgl.    281,  283,  286  BGB).  Wenn  keine  dieser  speziellen  Normen  eingreift,  richtet  sich  der  Schadensersatzans- pruch nach   280 I. Es genügt dann, dass der Schaden auf einer Pfl ichtverletzung beruht, für  die der Schuldner verantwortlich ist.

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B.Die Unterscheidung von Leistungs- und Schutzpfl ichten 

Die zentrale Voraussetzung der vertraglichen Haftung ist die Pfl ichtverletzung. Die Pfl icht- verletzung ist nach deutschem Recht vom Verschulden zu unterscheiden, das eine zusätzliche  Voraussetzung  für  Schadensersatzansprüche  des  Gläubigers  bildet,  was  ich  noch  näher  aus- führen werde. 

Für die Defi nition der Pfl ichtverletzung und im Hinblick auf sonstige Voraussetzungen der  Haftung ist zwischen verschiedenen vertraglichen Pfl ichten zu unterscheiden.

Es  gibt  verschiedene  Typen  vertraglicher  Pfl ichten.  Im  Mittelpunkt  steht  die  Pfl icht  des  Schuldners,  dem  Gläubiger  die  vertraglich  geschuldete  Leistung  zu  erbringen,  also  z.  B.  die  Pflicht  des  Verkäufers,  dem  Käufer  die  verkaufte  Sache  zu  übergeben  und  zu  übereignen. 

Außerdem  gibt  es  sog.  Nebenpflichten.  Auch  diese  können  darauf  gerichtet  sein,  dass  der  Gläubiger vom Schuldner etwas erhält (Nebenleistungspfl ichten). So muss der Vermieter dem  Mieter  die  Schlüssel  zu  der  gemieteten  Wohnung  übergeben.  Insoweit  gilt  dasselbe  wie  zu  den Leistungspfl ichten. Eine wichtige Gruppe der Nebenpfl ichten bilden die Schutzpfl ichten (   241 II BGB). Das sind Pfl ichten, die darauf gerichtet sind, auf Interessen des Gläubigers, die  außerhalb des Leistungsinteresses liegen, mit denen aber der Schuldner in Berührung kommt,  Rücksicht zu nehmen. Hier geht es also nicht darum, dem Gläubiger das zu verschaff en, was  der Schuldner schuldet, sondern es geht darum, dass der Schuldner sein im Zusammenhang  mit  der  Erfüllung  der  Leistungspfl icht  stehendes  Verhalten2  so  steuert,  dass  Interessen  des  Gläubigers nicht verletzt werden. Eine konkrete Bestimmung dieser Pfl ichten fi ndet sich meist  nicht  in  einem  Gesetz  und  auch  nicht  im  Vertrag.  Die  allgemeine  Umschreibung  lautet  un- gefähr so: Der Schuldner muss sich im Rahmen des Möglichen und Zumutbaren so verhalten,  dass er keine Interessen des Gläubigers verletzt. Diese sehr unbestimmte Formel wird nach  der Situation, in der der Schuldner tätig wird, konkretisiert. Häufi g geht es dabei um die Ver- meidung von Verletzungen des Eigentums des Gläubigers. So ist z. B. ein Handwerker, der in  den Räumen des Gläubigers tätig wird, verpfl ichtet, die dort befi ndlichen Gegenstände vor Be- schädigungen zu bewahren. Dann kommt zwar auch eine Deliktshaftung in Betracht. Aber die  Haftung für die Verletzung vertraglicher Pfl ichten ist für den Gläubiger, wie schon angedeu- tet, günstiger. 

C.Die Haftung für die Verletzung der Leistungspfl icht

Ich behandle zunächst die Haftung für die Verletzung der Leistungspfl icht. Zuerst geht es  um die Voraussetzungen dieser Haftung, danach um Inhalt und Umfang der Haftung. 

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Ⅰ. Die Voraussetzungen der Haftung

1.Die Verletzung der Leistungspfl icht a) Allgemeines

Die erste Voraussetzung der Haftung ist die Verletzung der Pfl icht. Die Leistungspfl icht ist  verletzt, wenn die geschuldete Leistung nicht so erbracht wird, wie sie geschuldet ist. Auf die  Gründe hierfür kommt es nach herrschender und richtiger Meinung3 nicht an. Insbesondere  spielt es keine Rolle, ob den Schuldner ein Verschulden an der Leistungsstörung triff t, ob er  also  bei  Anwendung  der  erforderlichen  Sorgfalt  die  Störung  hätte  vermeiden  können.  An- genommen,  der  Verkäufer  kann  nicht  oder  nicht  rechtzeitig  liefern,  weil  ein  Erdbeben  seine  Betriebsstätte zerstört hat. Dann ist gleichwohl eine Verletzung der Leistungspfl icht gegeben. 

Ob  zwischen  den  die  Pfl ichtverletzung  begründenden  Umständen  und  dem  Schuldner  eine  Beziehung besteht, die es rechtfertigt, den Schuldner mit den vom Gläubiger erlittenen Nach- teilen der Pfl ichtverletzung zu belasten, ist in einem zweiten Schritt zu prüfen. Dieses weitere  Erfordernis nennt man die Verantwortlichkeit des Schuldners für die Pfl ichtverletzung. Erst  die  Feststellung  der  Verantwortlichkeit  des  Schuldners  für  die  Verletzung  der  Leistungs- pfl icht enthält die Aussage, dass es besser ist, dem Schuldner die negativen Folgen der Pfl ich- tverletzung aufzubürden als dem Gläubiger. In erster Linie geht es bei der Verantwortlichkeit  des  Schuldners  um  ein  Verschulden  des  Schuldners  oder  seiner  Gehilfen.  Ich  komme  darauf  noch zurück. 

b) Einzelne Verletzungen der Leistungspfl icht

Es  gibt  verschiedene  Arten  der  Verletzung  der  Leistungspflicht:  die  Unmöglichkeit  der  Leistung,  die  Verzögerung  der  Leistung  und  Abweichungen  der  tatsächlichen  Leistung  von  der geschuldeten Leistung, die sog. Schlechtleistung, wie die Lieferung einer mangelhaften Sa- che. Leistet der Schuldner zum Fälligkeitstermin nicht, so hat der Gläubiger unter bestimmten  Voraussetzungen  auch  die  Möglichkeit,  wie  bei  Schlechtleistungen  Schadensersatz  statt  der  Leistung  zu  verlangen  und  dadurch  den  Vertrag  zu  liquidieren.  Die  Haftung  für  diese  ver- schiedenen Leistungsstörungen ist teilweise unterschiedlich geregelt. So genügt es für die Haf- tung  wegen  der  Verzögerung  der  Leistung  und  wegen  Schlechterfüllung  nicht,  dass  der  Schuldner oder seine Gehilfen ein Verschulden triff t, was noch näher ausgeführt werden wird 

(s. unten aa, bb).

Bei  wichtigen  Vertragstypen  sind  die  Folgen  von  Leistungsstörungen  besonders  geregelt. 

Diese  Regelungen  nehmen  aber  dem  Gläubiger  nicht  die  Rechte,  die  ihm  die  allgemeinen  Vorschriften über die Verletzung der Leistungspfl icht geben, sondern modifi zieren diese höch- stens und geben dem Gläubiger zusätzliche Rechte. Ich komme darauf zurück.

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aa) Die Unmöglichkeit der Leistung

Ich behandle zunächst die Unmöglichkeit der Leistung und zwar die nach Vertragsschluss  eingetretene  Unmöglichkeit.  Auf  die  Besonderheiten  der  anfänglichen  Unmöglichkeiten  gehe  ich später ein. 

aaa) Ist die Leistung jedermann oder wenigstens dem Schuldner schlechthin unmöglich ge- worden (physische und rechtliche Unmöglichkeit), so z. B. wenn die verkaufte Sache vor der  Lieferung  zerstört  wird,  so  wird  der  Schuldner  von  seiner  Leistungspfl icht  befreit (   275  I  BGB), muss aber Schadensersatz leisten, wenn er für die Unmöglichkeit verantwortlich ist (   283 BGB i. V. m. 280 I BGB). Beim Kauf einer nur der Art nach bestimmten Sache, die sich  der Verkäufer erst beschaff en muss, setzt die Unmöglichkeit voraus, dass der Schuldner sich  solche Sachen nicht beschaff en kann, weil sie auf dem Markt nicht mehr erhältlich sind, oder  dass  er  jedenfalls  aus  irgendwelchen  Gründen  am  Erwerb  der  Sachen  gehindert  ist (dazu  auch unten 2 b, bb). Allerdings verwandelt sich von einem bestimmten Moment an eine ur- sprüngliche  Gattungsschuld  in  eine  Schuld  auf  Lieferung  bestimmter  Sachen,  also  in  eine  Stückschuld (sog. Konkretisierung der Gattungsschuld; vgl.   243 II BGB), so dass Unmöglich- keit  eintritt,  wenn  diese  Sachen  nicht  geliefert  werden  können.  Die  Einzelheiten  dieser  Ver- wandlung sind kompliziert. Wenn z. B. der Verkäufer dem Käufer die Sache an dem Wohnort  des  Käufers  übergeben  muss (Bringschuld),  so  verwandelt  sich  die  Gattungsschuld  in  eine  Stückschuld, wenn der Schuldner dem Gläubiger eine bestimmte Sache anbietet und der Gläu- biger in Annahmeverzug gerät. Es gibt auch Gattungsschulden, bei denen sich der Verkäufer  verpfl ichtet,  Sachen  aus  einem  bestimmten  Vorrat  zu  liefern,  z.  B.  Öl  aus  einer  bestimmten  Schiffsladung4.  Bei  einer  in  dieser  Weise  beschränkten  Gattungsschuld  tritt  Unmöglichkeit  schon dann ein, wenn der Vorrat untergeht5.

Bei  Geldschulden  befreit  den  Schuldner  die  Unmöglichkeit,  den  geschuldeten  Betrag  zu  bezahlen,  nach  allgemeiner  Meinung  nicht.  Dass  man  für  seine  fi nanzielle  Leistungsfähigkeit  unbedingt einstehen muss, folgt aus den Grundprinzipien einer liberalen Wirtschaftsordnung  und zeigt sich im Recht der Zwangsvollstreckung und im Insolvenzrecht. Etwas anderes gilt,  wenn  der  Schuldner  dem  Gläubiger  nicht  einfach  den  durch  die  Geldsumme  ausgedrückten  Wert verschaff en und sein Vermögen um diesen Wert vermindern muss, sondern dem Gläu- biger einen bestimmten, von einem Dritten erlangten Betrag weiterzuleiten hat, wenn er also  nur „Durchgangsstelle“ im Hinblick auf den Betrag ist. Dann gelten dieselben Regeln wie bei  der  Pflicht  zur  Übereignung  einer  Sache  und  das  bedeutet:  Wenn  der  Betrag  aus  ir- gendwelchen Gründen verloren ist, z. B. wegen Insolvenz der Bank des Schuldners, wird der  Schuldner  frei  und  haftet  nur  nach    283  BGB,  also  nur,  wenn  er  für  den  Verlust  verant- wortlich ist6

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Etwas Ähnliches wie für die Unmöglichkeit im strengen Sinne gilt, wenn die Erfüllung der  Leistungspfl icht einen unverhältnismäßigen Aufwand erfordert. Dann kann der Schuldner die  Leistung  verweigern (   275  II  BGB).  Auf  den  Unterschied  zwischen  der  Befreiung  von  der  Leistungspflicht  und  dem  Recht  des  Schuldners  zur  Leistungsverweigerung  gehe  ich  hier  nicht  ein,  sondern  setze  beides  gleich.  Bei  der  Bestimmung  der  Unverhältnismäßigkeit  ist  nach   275 II 1 BGB vor allem der Aufwand des Schuldners mit dem Umfang des Interesses  des Gläubigers an der Leistung zu vergleichen. Angenommen, A hat dem B Öl zu 50 Dollar  das  Barrel  verkauft.  Der  Einkaufspreis  des  A  auf  dem  Weltmarkt  betrug  zur  Zeit  des  Ver- tragsschlusses ca. 45 Dollar. Plötzlich steigt der Einkaufspreis des A auf 100 Dollar, so dass A  100 Dollar bezahlen müsste, um den Vertrag zu erfüllen, weil er zum Zeitpunkt des Vertragss- chlusses das zu liefernde Öl noch nicht besaß. Darin liegt kein Fall des   275 II BGB, weil das  Leistungsinteresse des B genauso gestiegen ist wie der Mehraufwand des A. Für solche Fälle  gelten nicht die Unmöglichkeitsregeln, sondern es gibt ein eigenes Rechtsinstitut, nämlich die  Regeln der sog. Störung der Geschäftsgrundlage (  313 BGB), auf das ich hier nicht eingehe. 

Die Fälle, in denen   275 II BGB zum Zuge kommt, sind daher relativ selten, weil häufi g mit  dem erhöhten Aufwand des Schuldners eine entsprechende Steigerung des Leistungsinteress- es des Gläubigers einhergeht. Auf jeden Fall kann es dazu kommen, dass der Schuldner einen  ungeplanten Aufwand betreiben muss, um die Schuld zu erfüllen7

Es gibt noch eine weitere Form der Unmöglichkeit, die ich hier nur erwähne: die Unzumut- barkeit  einer  höchstpersönlichen  Leistung (   275  III  BGB).  Bestes  Beispiel:  eine  Sängerin  muss sich am Tag ihres Auftritts um ihr schwer erkranktes Kind kümmern. 

Eine  den  Schuldner  von  seiner  Leistungspflicht  befreiende  Unmöglichkeit  ist  schon  eine  Verletzung der Leistungspfl icht. Sie löst daher auch schon gewisse Rechtsfolgen aus. So ver- liert der Schuldner im Falle eines gegenseitigen Vertrages den Anspruch auf die Gegenleistung 

(   326  I  BGB).  Auch  kann  der  Gläubiger  nach    326  V,  323  BGB  zurücktreten  und  muss  dem  Schuldner  anders  als  bei  einem  Rücktritt  wegen  anderer  Verletzungen  der  Leistungs- pflicht  keine  Frist  setzen,  die  erfolglos  verstreicht.  Für  einen  Schadensersatzanspruch  des  Gläubigers  muss  allerdings  die  schon  erwähnte  und  noch  näher  zu  behandelnde  Verant- wortlichkeit  des  Schuldners  für  die  Umstände,  die  die  Unmöglichkeit  begründen,  hinzukom- men. Weitere Voraussetzungen gibt es nicht.

Manchmal  ist  das  Leistungshindernis,  das  die  Unmöglichkeit  begründet,  nur  vorüberge- hender Natur. Man denke an ein zeitweiliges Ausbleiben von Rohstoff en, die für die Produk- tion von Sachen der verkauften Art benötigt werden, infolge von Unruhen in dem die Rohstof- fe  exportierenden  Land  oder  an  eine  Erkrankung  des  Schuldners  einer  höchstpersönlichen  Leistung  wie  z.  B.  der  Anfertigung  eines  Kunstwerkes.  Nach  der  früher  herrschenden  Mei-

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nung  setzte  die  Anwendung  der  Regeln  der  Unmöglichkeit  eine  dauernde  Unmöglichkeit  voraus. Bei vorübergehender Unmöglichkeit sollten die Regeln über den Verzug gelten, vor al- lem    326  BGB  a.  F.  Allerdings  sollten  die  Regeln  der  Unmöglichkeit  zum  Zuge  kommen,  wenn  die  vorübergehende  Unmöglichkeit  einer  dauernden  gleichzustellen  sei.  Das  sei  dann  der  Fall,  wenn  die  Erreichung  des  Vertragszwecks  durch  die  zeitweilige  Unmöglichkeit  gefährdet ist und daher einer der Vertragsparteien ein Festhalten am Vertrag bis zum Weg-  fall des Hindernisses nicht zugemutet werden kann8. Danach war z. B. Unmöglichkeit anzuneh- men, wenn der Hersteller irgendwelcher Sachen einen Händler, der an einem raschen Um- satz der vom Verkäufer bezogenen Waren interessiert war, infolge irgendwelcher Umstände  für längere Zeit nicht beliefern konnte9, oder wenn in dem Land, in dem eine Fabrik errichtet  werden  sollte,  Unruhen  von  unabsehbarer  Dauer  herrschten10.  Im  reformierten  Schuldrecht  ist  entgegen  dem  ursprünglichen  Vorschlag  der  Bundesregierung  keine  ausdrückliche  Rege- lung  getroffen  worden,  sondern  der  Gesetzgeber  hat  die  Lösung  des  Problems  Rechtspre- chung  und  Rechtswissenschaft  überlassen11.  Das  hat  die  Diskussion  wieder  belebt.  Man  ist  sich heute weitgehend einig darüber, dass die vorübergehende Unmöglichkeit den Schuldner  gemäß    275  BGB  von  seiner  Leistungspfl icht  befreit  oder  wenigstens  die  Durchsetzbarkeit  des  Anspruches  des  Gläubigers  hindert,  solange  das  Leistungshindernis  besteht12.  Einen  Schadenseratzanspruch  gemäß    283  BGB,  der  nur  eine  vom  Schuldner  zu  vertretende  Un- möglichkeit  voraussetzt,  lehnt  der  BGH13  in  Übereinstimmung  mit  der  im  Schrifttum  herrschenden Lehre14 ab, wenn die zeitweise Unmöglichkeit nicht einer dauernden gleichzu- stellen ist. Im Übrigen geht die herrschende Meinung dahin, dass der Gläubiger gemäß   323  BGB (nicht:  gemäß    326  V  i.  V.  m.    323  BGB) zurücktreten  kann15,  was  ‒anders  als  der  Rücktritt gemäß   326 V i. V. m.   323 BGB‒ (grundsätzlich) voraussetzt, dass der Gläubiger  eine Frist zur Leistung gesetzt hat, die erfolglos verstrichen ist. Außerdem soll der Gläubiger  Schadensersatz  wegen  Nichterfüllung  des  Vertrages  nach    281  BGB  verlangen  können16,  wenn der Schuldner für die vorübergehende Unmöglichkeit verantwortlich ist, und, wie dies    281 BGB (grundsätzlich) verlangt, eine dem Schuldner gesetzte Frist erfolglos verstrichen ist 

(dazu unten 3). Schließlich soll der Gläubiger auch die Möglichkeit haben, am Vertrag fest- zuhalten  und  den  Ersatz  des  Verzugsschadens  zu  verlangen (dazu  unten  II  2),  wenn  der  Schuldner  für  die  zeitweise  Unmöglichkeit  verantwortlich  ist (   280  II,  286  BGB)17.  Aller- dings setzen diese Rechte einen durchsetzbaren Anspruch gegen den Schuldner voraus, der  ja  im  Fall  der  zeitweisen  Unmöglichkeit,  wie  gesagt,  für  die  Dauer  der  Unmöglichkeit  nicht  bestehen soll. Man muss daher auf dieses Erfordernis in den Fällen der zeitweisen Unmöglich- keit  verzichten  und  darauf  abstellen,  wann  ohne  das  Leistungshindernis  der  Anspruch  des  Gläubigers  fällig  geworden  wäre18.  Strittig  ist,  ob  man  weiterhin  an  der  Gleichstellung  einer  vorübergehenden  mit  einer  dauernden  Unmöglichkeit  in  bestimmten  Situationen  festhalten  soll19, wie dies der BGH auch nach der Schuldrechtsreform befürwortet (s. weiter oben). 

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bbb) Bisher  habe  ich  die  Unmöglichkeit  im  Auge  gehabt,  die  nach  Vertragsschluss  einge- treten ist. Die Leistung kann aber schon bei Vertragsschluss unmöglich sein (anfängliche Un- möglichkeit). Beispiel: A verkauft dem B eine bestimmte Schiff sladung, z. B. Getreide, das sich  auf dem Schiff  X befi ndet. Das Schiff  ist kurz vor dem Abschluss des Vertrages untergegan- gen.  Auch,  wenn  die  verkaufte  Sache  von  vornherein  an  einem  nicht  behebbaren  Mangel  leidet, ist eine anfängliche Unmöglichkeit gegeben20

Der  Vertrag  ist  im  Falle  anfänglicher  Unmöglichkeit  wirksam (   311  a  I  BGB),  und  zwar  auch dann, wenn die Leistung nicht nur dem Schuldner, sondern jedermann unmöglich ist21.  Allerdings kann keine Leistungspfl icht aus dem Vertrag verletzt sein, da eine solche von vorn- herein nicht entstanden ist. Trotzdem kann der Gläubiger Schadensersatz wegen Nichterfül- lung der Leistungspfl icht verlangen22, wenn der Schuldner die Unmöglichkeit kannte oder bei  Anwendung der erforderlichen Sorgfalt hätte kennen müssen (  311 a II BGB)23. Im Übrigen  kann der Gläubiger auf jeden Fall nach   326 V BGB zurücktreten und der Schuldner verliert  bei einem gegenseitigen Vertrag gemäß   326 I BGB den Anspruch auf die Gegenleistung. Es  gelten  also  im  Wesentlichen  die  Regeln  über  die  nachträgliche  Unmöglichkeit,  wenn  man  davon  absieht,  dass  der  Bezugspunkt  des  Verschuldens  des  Schuldners  nicht  die  Herbeifüh- rung der die Unmöglichkeit begründenden Umstände ist, sondern das Informationsdefi zit des  Schuldners über seine Leistungsfähigkeit, falls der Schuldner seine Unfähigkeit zur Leistung  nicht  ohnehin  kennt.  Ob  der  Schuldner  bei  einem  schuldlosen  Irrtum  über  seine  Leistungs- fähigkeit den Gläubiger im Wege des Schadensersatzes wenigstens so stellen muss, wie dieser  stünde, wenn er den Vertrag nicht geschlossen hätte (Anspruch auf Ersatz des negativen In- teresses), ist streitig. Manche Autoren ziehen eine Parallele zu   122 BGB, der eine entsprech- ende  Schadensersatzpflicht  dessen  vorsieht,  der  eine  Willenserklärung  wegen  Irrtums  an- fi cht24

Was die vorübergehende anfängliche Unmöglichkeit betriff t, so gelten im Wesentlichen die  Regeln  zur  vorübergehenden  nachträglichen  Unmöglichkeit,  wenn  man  davon  absieht,  dass  der  Bezugspunkt  des  Verschuldens  des  Schuldners  nicht  die  Herbeiführung  der  Unmöglich- keit ist25.

bb) Die Verzögerung der Leistung

Die  wohl  häufigste  Form  einer  Verletzung  der  Leistungspflicht  ist  die  Verzögerung  der  Leistung,  die  den  Ersatz  des  Verzugsschadens  zur  Folge  hat (   280  II,  286  BGB).  Es  gibt  auch  einen  Anspruch  auf  Schadensersatz  statt  der  Leistung (oder  ein  Recht  zum  Rücktritt  vom  Vertrag),  wenn  die  Leistung  zum  Fälligkeitstermin  trotz  deren  Möglichkeit  ausbleibt  und weitere Voraussetzungen erfüllt sind (dazu unten cc). 

Der  Anspruch  auf  Ersatz  des  Verzugsschadens  setzt  zunächst  voraus,  dass  der  Gläubiger 

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die  Leistung  zu  einem  gegebenen  Zeitpunkt  verlangen  kann  und  der  Schuldner  zu  diesem  Zeitpunkt  nicht  leistet26,  obwohl  die  Leistung  nicht  gemäß    275  BGB  unmöglich  geworden  ist27. Wann der Gläubiger die Leistung verlangen kann, ergibt sich aus den vertraglichen Ver- einbarungen oder den Umständen, unter denen der Vertrag geschlossen wurde (  271 BGB). 

Darin,  dass  der  Schuldner  nicht  rechtzeitig  leistet,  liegt  aber  noch  nicht  ohne  weiteres  eine  Verletzung  der  Leistungspfl icht.  Vielmehr  muss  grundsätzlich  eine  Mahnung  des  Gläubigers  hinzutreten (  286 I 1 BGB), also die Auff orderung an den Schuldner, die Leistung zu erbrin- gen. Grundsätzlich gerät also nur der Schuldner, der trotz Mahnung nicht leistet, in Verzug. 

Hiervon gibt es Ausnahmen  (  286 II BGB). So ist eine Mahnung nicht erforderlich ist, wenn  im  Vertrag  ein  bestimmter  Kalendertag  als  Leistungszeitpunkt  vereinbart  ist  oder  sich  der  Leistungszeitpunkt  wenigstens  nach  dem  Kalender  berechnen  lässt.  Desgleichen  bedarf  es  keiner Mahnung, wenn der Schuldner die Leistung endgültig verweigert. Auf weitere Ausnah- men vom Erfordernis der Mahnung gehe ich nicht ein.

Auch, wenn die genannten Voraussetzungen des Verzuges erfüllt sind, kann der Gläubiger  nur Schadensersatz fordern, wenn der Schuldner für die Verzögerung verantwortlich ist (   281 II, 286 V BGB). 

cc ) Das Ausbleiben der Leistung zum Fälligkeitszeitpunkt (unter dem Aspekt des Schadens- ersatzes wegen Nichterfüllung) und die Schlechterfüllung

Leistet  der  Schuldner (trotz  Möglichkeit  der  Leistung) zum  Fälligkeitszeitpunkt  nicht,  so  hat der Gläubiger nicht nur die Möglichkeit, den Schuldner in Verzug zu setzen und den Ver- zugsschaden zu verlangen, sondern er kann unter bestimmten Voraussetzungen gemäß   281  I BGB einen Anspruch auf Schadensersatz statt der Leistung (oder ein Rücktrittsrecht nach    323  BGB) geltend  machen.  Das  ist  vor  allem  für  die  Gläubiger  wichtig,  die  wegen  der  Ver- zögerung  nicht  am  Vertrag  festhalten,  sondern  den  Vertrag  durch  das  Verlangen  nach  Schadensersatz  statt  der  Leistung (oder  durch  Rücktritt) liquidieren  wollen.  Die  Vorausset- zungen  für  einen  solchen  Anspruch  sind  dieselben  wie  bei  der  sogleich  zu  behandelnden  Schlechterfüllung. 

Erbringt  der  Schuldner  die  Leistung,  aber  leidet  diese  an  Mängeln,  so  z.  B.,  wenn  der  Verkäufer eine Sache liefert, die nicht die vertraglich vorausgesetzte Qualität hat (dazu näher   434 BGB), so kann dies ebenfalls zu einem Schadensersatzanspruch statt der Leistung nach    281  I  i.  V.  m.    280  I  BGB  führen,  wenn  der  Schuldner  für  die  Schlechterfüllung  verant- wortlich ist. Allerdings muss der Gläubiger dem Schuldner grundsätzlich noch die Chance ge- ben, die geschuldete Leistung ordnungsgemäß zu erbringen (dazu unten 3.). Das gilt auch für  den  Rücktritt (   323  BGB),  der,  wie  schon  mehrfach  gesagt,  nicht  voraussetzt,  dass  der 

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Schuldner für die Pfl ichtverletzung verantwortlich ist.

In der Schlechtleistung liegt nach herrschender Meinung keine Verzögerung der ordnungs- gemäßen Leistung28. Den Verzug (mit der Folge einer Haftung des Schuldners auf Ersatz des  Verzugsschadens; s. oben bb) kann daher nur das zeitweise (totale) Ausbleiben der Leistung  begründen. Das ist praktisch vor allem bedeutsam, wenn die Schlechtleistung, z. B. die Liefer- ung einer wegen eines Mangels nicht benutzbaren Sache, zu Betriebausfällen beim Gläubiger  führt (dazu unten II 2). In der Schlechtleistung kann auch eine Unmöglichkeit liegen, so z. B.,  wenn der Verkäufer eine Sache liefert, die an einem unbehebbaren Mangel leidet (s. oben aa,  bbb). 

Die  Rechtsfolgen  einer  mangelhaften  Leistung  sind  bei  verschiedenen  Vertragstypen  besonders geregelt, so z. B. beim Kaufvertrag (  437 BGB). Allerdings sehen solche Regelun- gen auch vor, dass der Gläubiger auch Schadensersatz nach den allgemeinen Vorschriften ver- langen  oder  vom  Vertrag  zurücktreten  kann,  indem  sie  auf  die  entsprechenden  allgemeinen  Vorschriften verweisen (so z. B.   437 Nr. 2, 3 BGB für den Kaufvertrag). 

2.Die Verantwortlichkeit des Schuldners für die Pfl ichtverletzung

a) Das Verschulden des Schuldners oder seiner Gehilfen

Die Verletzung der Leistungspfl icht ist für sich betrachtet noch kein hinreichender Grund  für eine Schadensersatzhaftung des Schuldners, da sie unabhängig von den Ursachen der Ver- letzung der Leistungspfl icht festgestellt wird. Es muss daher, wie schon angedeutet, zwischen  den  die  Pflichtverletzung  begründenden  Umständen  und  dem  Schuldner  eine  Beziehung  bestehen,  kraft  deren  die  Folgen  der  Verletzung  nicht  vom  Gläubiger  hinzunehmen  sind,  sondern auf den Schuldner zu überwälzen sind. Der Schuldner muss für die Verletzung der  Pfl icht verantwortlich sein. Das ist zunächst der Fall, wenn den Schuldner an der Verletzung  ein Verschulden triff t, d. h., wenn er die Verletzung vorsätzlich oder fahrlässig herbeigeführt  hat (   276  BGB).  Fahrlässigkeit  bedeutet  die  Außerachtlassung  der  erforderlichen  Sorgfalt. 

Dabei geht es darum, ob der Schuldner die Umstände, die die Pfl ichtverletzung verursacht ha- ben, vorhersehen und vermeiden konnte. Welchen Aufwand man hierfür vom Schuldner ver- langen muss, ist sehr unbestimmt. Ich will darauf nicht näher eingehen.Wichtig ist jedenfalls,  dass  es  nicht  auf  die  persönlichen,  möglicherweise  geringen  Fähigkeiten  des  Schuldners  ankommt. Maßstab für die erforderliche Sorgfalt sind vielmehr die Fähigkeiten, die man von  einem  durchschnittlichen  Schuldner,  der  die  in  Frage  stehende  Verpfl ichtung  übernommen  hat, erwarten kann. Ferner ist hervorzuheben, dass sich nach deutschem Recht das Verschul- den nicht auf den Schaden beziehen muss, sondern nur auf die Pfl ichtverletzung.

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Dem Verschulden des Schuldners steht das der Personen gleich, die ihm bei der Erfüllung  der Leistungspfl icht behilfl ich sind (  278 BGB), seien es Angestellte oder selbstständige Un- ternehmer. Diese Haftung für Erfüllungsgehilfen ist praktisch sehr wichtig und unterscheidet  die Vertragshaftung von der Deliktshaftung in wesentlicher Hinsicht; denn die Deliktshaftung  triff t eine Person wegen des fehlerhaften Verhaltens einer anderen Person nur, wenn die an- dere Person den Weisungen des Haftenden unterworfen ist, also Angestellter des Haftenden  ist, und der Haftende seine Aufsichtspfl icht verletzt hat (vgl.   831 BGB). 

Der  Grund  für  die  Haftung  des  Schuldners  für  Erfüllungsgehilfen,  ist  streitig  und  daher  auch  deren  Anwendungsbereich.  Häufig  wird  -in  Anlehnung  an  die  Motive  zum  BGB29-  gesagt, dass der Erfüllungsgehilfe zum Vorteil des Schuldners tätig werde und der Schuldner  daher die Nachteile tragen müsse, die durch ein Fehlverhalten des Erfüllungsgehilfen entste- hen30. Auch der Gedanke, dass der Pfl icht zur Leistung die Garantie innewohne, für das Ver- schulden der Erfüllungsgehilfen zu haften31, oder dass der Schuldner das Risiko eines Fehlver- haltens  seiner  Gehilfen  besser  beherrsche  als  der  Gläubiger32,  wird  herangezogen.  Diese  Erwägungen überzeugen nicht oder sind jedenfalls zu allgemein, um konkrete Aussagen über  den  Anwendungsbereich  des    278  BGB  zuzulassen33.  Meines  Erachtens  geht  es  um  eine  Gleichbehandlung.  Wenn  ein  fremdes  Handeln  einem  solchen  des  Schuldners  als  Verfolgung  eines  Zweckes,  hier:  der  Erfüllung  der  Schuld,  gleichsteht,  dann  kann  es  keine  Rolle  spielen,  dass  ein  Gehilfe  und  nicht  der  Schuldner  so  gehandelt  hat  wie  geschehen.  Auch,  wenn  der  Schuldner  selbst  nicht  fehlerhaft  gehandelt  hätte,  hätte  er  sich  notwendig  darum  bemühen  müssen,  den  Schaden,  der  im  Ausbleiben  der  Leistung  liegt,  vom  Gläubiger  fernzuhalten. 

Diese  Pfl icht  zur  Schadloshaltung  des  Gläubigers  steht  einer  Schadensersatzpfl icht  im  Falle  unsorgfältigen  Handelns  gleich.  Daher  muss  der  Schuldner  so  behandelt  werden  als  habe  er  selbst so gehandelt wie der Gehilfe. Andernfalls würde der Gläubiger einen ungerechtfertigten  Nachteil  erleiden34.  Diese  Überlegung  ist  auch  noch  sehr  abstrakt  und  muss  konkretisiert  werden. Das ist ziemlich kompliziert35 und kann hier nicht gezeigt werden. Jedenfalls fordert  der Grundsatz der Gleichbehandlung meines Erachtens zwingend eine Haftung für Erfüllungs- gehilfen, so dass diese eigentlich auch gelten müsste, wenn sie nicht ausdrücklich im Gesetz  geregelt wäre.

b) Die verschuldensunabhängige Haftung

Nicht  immer  ist  der  Schuldner  nur  dann  für  eine  Verletzung  der  Leistungspfl icht  verant- wortlich, wenn ihn oder seinen Erfüllungsgehilfen ein Verschulden triff t. Es kann sich ‒außer  aus dem Gesetz‒ aus dem „Inhalt des Schuldverhältnisses“ (  276 I 1 BGB) auch eine stren- gere (oder eine hier nicht zu erörternde mildere ) Haftung ergeben. 

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aa) Geldschulden

Schuldet jemand Geld und bezahlt aus Mangel an Geld nicht oder nicht rechtzeitig, so spielt  es keine Rolle, ob ihn an dem Geldmangel ein Verschulden triff t. Jeder muss für seine fi nan- zielle Leistungsfähigkeit unbedingt einstehen, was sich schon aus dem Insolvenz- und Zwangs- vollstreckungsrecht  ergibt.  Daraus  folgt  auch,  dass  der  Geldschuldner  nicht  gemäß    275  I  BGB von seiner Schuld befreit wird, wenn es ihm unmöglich ist, den geschuldeten Betrag zu  bezahlen (s. o. 1 b, aa, aaa; dort auch zu Ausnahmen von dieser Regel).

bb) Garantie und Übernahme eines Beschaff ungsrisikos

Ein weiterer wichtiger Fall, in dem es nicht auf ein Verschulden ankommt, ist der der Über- nahme  einer  Garantie  für  die  Erfüllung  der  Leistungspfl icht,  wenn  also  z.  B.  der  Verkäufer  einer  Sache  garantiert,  dass  die  verkaufte  Sache  die  geschuldete  Qualität  hat.  Das  ist  geset- zlich  geregelt (   276  I  BGB),  aber  eigentlich  selbstverständlich;  denn  es  ist  ja  gerade  das  Wesen einer Garantie im Sinne des   276 BGB, dass derjenige, der sie übernimmt, ohne Rück- sicht auf ein Verschulden haften will. Problematisch ist die Übernahme einer Garantie, wenn  diese nicht ausdrücklich übernommen wurde, sondern es darum geht, ob man aus dem Ver- halten des Schuldners auf die Übernahme einer Garantie schließen kann; denn nicht jede Be- schreibung der zu erbringenden Leistung bedeutet schon die Übernahme einer entsprechenden  Garantie.  Vielmehr  muss  der  Gläubiger  dem  Verhalten  des  Schuldners  entnehmen  können,  dass dieser eine über die normale Haftung hinausgehende Haftung übernehmen will. 

Neben  einer  Garantie  erwähnt  das  Gesetz  noch  die  Übernahme  eines  Beschaff ungsrisikos. 

Das betriff t vor allem die Fälle, in denen der Verkäufer einer Sache die verkaufte Sache zum  Zeitpunkt  des  Kaufvertrages  noch  nicht  besitzt,  sondern  sie  sich  erst  beschaff en  muss.  Das  kommt  häufi g  vor,  wenn  ein  Händler  Sachen  verkauft,  die  nur  nach  abstrakten  Merkmalen  beschrieben werden (Gattungsschuld), z. B. Kraftfahrzeuge eines bestimmten Typs, und erst  einige  Zeit  nach  dem  Abschluss  des  Vertrages  geliefert  werden  sollen.  In  solchen  Fällen  ist  meist anzunehmen, dass der Verkäufer auch ohne ausdrückliche Erklärung das Beschaff ung- srisiko übernimmt36, so dass er sich nicht auf fehlendes Verschulden berufen kann, wenn er  sich die Sache nicht rechtzeitig beschaff en kann. Ob sich diese Übernahme des Beschaff ung- srisikos nur auf die Beschaff ung als solche bezieht oder auch die vertragsgemäße Qualität der  zu  liefernden  Sachen  umfasst,  wenn  eine  ausdrückliche  Vereinbarung  fehlt,  ist  strittig.  Die  herrschende  Meinung  spricht  sich  für  eine  auf  die  schlichte  Beschaffung  beschränkte  Risikoübernahme aus, so dass es für den Schadensersatz wegen Mängeln der Sache (  437  Nr.  3,  280  III,  281  I  BGB) darauf  ankommt,  ob  den  Verkäufer  an  der  Lieferung  einer  man- gelhaften Sache ein Verschulden triff t37

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3 . Das Erfordernis einer Fristsetzung für die Haftung auf Schadensersatz statt der Leistung  in den Fällen des Ausbleibens der Leistung zum Fälligkeitstermin und der Schlechterfül- lung 

a) Die Fristsetzung 

Ist der Schuldner für die Verletzung der Leistungspfl icht im eben geschilderten Sinne ve- rantwortlich,  so  haftet  er  im  Falle  der  Unmöglichkeit  auf  Schadensersatz.  Der  Verzug  setzt,  wie dargetan, grundsätzlich noch eine Mahnung voraus. Auch für die Haftung auf Schadenser- satz statt der Leistung bei Schlechterfüllung oder im Falle des Ausbleibens der Leistung zum  Fälligkeitszeitpunkt genügt es grundsätzlich nicht, dass der Schuldner hierfür verantwortlich  ist. Vielmehr muss der Gläubiger dem Schuldner die Chance geben, ordnungsgemäß zu erfül- len, indem er dem Schuldner eine angemessene38 Frist zur ordnungsgemäßen Erfüllung setzt 

(   281  I  BGB).  So  muss  der  Käufer,  dem  eine  mangelhafte  Sache  geliefert  wurde,  dem  Verkäufer die Gelegenheit geben, die Sache in einen vertragsgemäßen Zustand zu versetzen  oder eine mangelfreie Sache gegen Rückgabe der gelieferten Sache zu liefern (  437 Nr. 3,  439 I, IV, 281 BGB), falls dies möglich ist. Erst, wenn die Frist erfolglos verstrichen ist, kann  der Gläubiger Schadensersatzansprüche geltend machen. Lässt der Käufer den Mangel selbst  beseitigen, ohne dem Verkäufer Gelegenheit zur ordnungsgemäßen Erfüllung zu geben, kann  er die Kosten also nicht vom Verkäufer verlangen39

In manchen Fällen ist eine Fristsetzung nicht erforderlich, so z. B., wenn der Schuldner die  Leistung endgültig verweigert oder das Interesse des Gläubigers an der sofortigen Geltendma- chung des Schadensersatzanspruches so stark ist, dass es die Interessen des Schuldners, noch  eine  Chance  zur  ordnungsgemäßen  Erfüllung  zu  erhalten,  überwiegt (   281  II  BGB).  Unter  welchen  Voraussetzungen  ein  solches  Überwiegen  des  Gläubigerinteresses  anzunehmen  ist,  lässt sich nur schwer bestimmen. Meist geht es um Notfälle, die ein schnelles Eingreifen er- fordern. Man denke an den Fall, dass der Verkäufer ein krankes Tier geliefert hat und dieses  schnell  von  einem  Tierarzt  behandelt  werden  muss,  damit  es  nicht  stirbt40.  Ferner  hat  der  BGH  entschieden,  dass  der  Käufer  dem  Verkäufer  keine  Frist  zur  ordnungsgemäßen  Erfül- lung setzen muss, wenn der Verkäufer einen Mangel arglistig verschwiegen hatte41

Strittig  ist,  ob  im  Hinblick  auf  den  Schadenseratzanspruch  gemäß    281  BGB  der  Bezug- spunkt der Verantwortlichkeit des Schuldners nur die Nichterfüllung nach Setzung der Frist  ist  oder  ob  es  genügt,  dass  der  Schuldner  für  die  ursprüngliche  Pflichtverletzung  verant- wortlich  ist,  so  dass  es  nicht  darauf  ankommt,  ob  ihn  oder  seine  Erfüllungsgehilfen  auch  an  der Versäumung der Frist zur ordnungsgemäßen Erfüllung ein Verschulden triff t. Nach rich- tiger, aber umstrittener Ansicht haftet der Schuldner, wenn er entweder für die ursprüngliche 

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Pfl ichtverletzung oder für die Nichterfüllung nach Fristsetzung verantwortlich ist42. War der  Schuldner also für die ursprüngliche Pfl ichtverletzung verantwortlich, nicht aber für die Nicht- erfüllung nach Fristsetzung, so haftet er trotzdem nach   281 BGB. 

b) Der Verlust des Erfüllungsanspruchs

Die schlichte Fristsetzung beraubt den Gläubiger noch nicht des Erfüllungsanspruches für  den Fall, dass die Frist erfolglos verstreicht. Solange der Gläubiger nicht Schadensersatz statt  der Leistung beansprucht, kann er auch noch nach Ablauf der Frist Erfüllung verlangen (vgl. 

 281 IV BGB). Auch, wenn der Gläubiger nach erfolglosem Ablauf der Frist Erfüllung ver- langt,  kann  er  nach  herrschender  Meinung  später  noch  auf  einen  Schadensersatzanspruch  übergehen  oder  vom  Vertrag  gemäß    323  BGB  zurücktreten43.  Dieses  zeitweise  Nebenein- ander von Erfüllungsanspruch und der Möglichkeit, den Vertrag durch Geltendmachung eines  Schadensersatzanspruches  oder  durch  Rücktritt  zu  liquidieren,  bringt  den  Schuldner  wegen  der damit verbundenen Unsicherheit in eine unangenehme Lage. Um dem Schuldner zu hel- fen, sind verschiedene Lösungen vorgeschlagen worden44, die ich hier nicht behandeln kann.

4.Der Zusammenhang zwischen der Pfl ichtverletzung und dem Schaden

Außer  den  genannten  Voraussetzungen  eines  Schadensersatzanspruches  ist  natürlich  er- forderlich,  dass  der  Gläubiger  einen  Schaden  erlitten  hat,  der  durch  die  Pflichtverletzung  verursacht wurde. Das Verschulden muss sich, wie gesagt, nur auf die Pfl ichtverletzung bezie- hen. Es kommt also nicht darauf an, ob der Schuldner den Schaden voraussehen konnte. Die  bloße Verursachung des Schadens genügt aber andererseits auch nicht.

Vielmehr  ist  zusätzlich  erforderlich,  dass  der  Eintritt  des  Schadens  nicht  außerhalb  aller  Wahrscheinlichkeit lag. Dieses im Gesetz nicht geregelte Erfordernis, das das Erfordernis der  Adäquanz  genannt  wird45,  fehlt  aber  nur  sehr  selten.  Wichtiger  ist  ein  weiteres,  ebenfalls  nicht  ausdrücklich  im  Gesetz  geregeltes  Erfordernis.  Die  Vermeidung  des  eingetretenen  Schadens muss vom Schutzzweck der verletzten Pfl icht gedeckt sein46. Das ist meist der Fall,  aber es gibt auch Fälle, in denen dies anders ist. Angenommen, eine Bank musste ihren Kun- den über das mit einer Geldanlage verbundene Risiko X aufklären, nicht aber über das Risiko  Y. Die Bank klärt den Kunden nicht über X auf. Es verwirklicht sich nicht X, sondern Y. In  diesem Fall kann der Kunde auch dann keinen Schadensersatz wegen der Verwirklichung des  Risikos Y verlangen, wenn er bei Aufklärung über das Risiko X sein Geld nicht in die von der  Bank  empfohlene  Geldanlage  investiert  hätte,  obwohl  dann  die  Verletzung  der  Pflicht  zur  Aufklärung über das Risiko X ursächlich für den Schaden geworden ist47. Neuerdings musste  der BGH einen Fall entscheiden, in dem ein Rechtsanwalt ein Ehepaar, das auf Schadensersatz 

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in Anspruch genommen wurde, falsch beraten hatte. Der von dem Ehepaar eingeschaltete An- walt  hatte  dem  Ehepaar  gesagt,  dass  es  den  Schaden  selbst  ersetzen  müsse,  weil  der  Haft- pflichtversicherer  des  Ehepaars  für  den  Schaden  nicht  eintreten  müsse.  Deshalb  erlitt  das  Ehepaar einen Schock. Die Auskunft des Anwalts war falsch. Daher forderte das Ehepaar von  dem Anwalt Ersatz für den durch den Schock erlittenen immateriellen Schaden. Der BGH war  der Ansicht, dass die Beratungspfl ichten des Anwalts nicht den Eintritt immaterieller Schäden    druch Beeinträchtigung der Gesundheit des Mandanten verhindern sollten48

5.Die Beweislast 

Die objektive Verletzung der Leistungspfl icht muss ‒jedenfalls grundsätzlich- der Gläubiger  beweisen,  desgleichen  den  Schaden  und  den  Zusammenhang  zwischen  der  Pfl ichtverletzung  und dem Schaden. Etwas anderes gilt für die Tatsachen, aus denen sich das Verschulden des  Schuldners  oder  eines  Gehilfen  ergibt.  Der  Schuldner  muss  beweisen,  dass  er  nicht  für  die  Pfl ichtverletzung verantwortlich ist. Lassen sich die dafür relevanten Tatsachen nicht klären,  so wird daher das Verschulden unterstellt. Das ergibt sich aus der Formulierung des   280 I  BGB.

Von  dieser  Beweislastverteilung  gibt  es  zugunsten  des  Gläubigers  verschiedene  Ausnah- men.  Manche  sind  ausdrücklich  vom  Gesetz  geregelt,  manche  von  der  Rechtsprechung  ent- wickelt worden. Darauf kann ich hier nicht eingehen49

Ⅱ.Inhalt und Umfang des Schadensersatzanspruches

Ich komme nunmehr noch kurz zum Inhalt und Umfang des Schadensersatzes. 

1.Der Schadensersatz statt der Leistung.

Nach der generellen Norm des   280 I kann der Gläubiger den durch die Pfl ichtverletzung  entstandenen  Schaden  verlangen.  Sofern  es  um  Schadensersatz  statt  der  Leistung (früher: 

Schadensersatz  wegen  Nichterfüllung) geht,  müssen  außer  in  den  Fällen  der  Unmöglichkeit 

(  283 BGB) die zusätzlichen Voraussetzungen des   281 BGB erfüllt sein (s. oben I 3). Es  ist daher wichtig, den nach   281 BGB zu ersetzenden Schaden von dem Schaden abzugren- zen, der ohne weiteres nach   280 I BGB verlangt werden kann. 

Mit dem Schadensersatz statt der Leistung soll die Verletzung des Interesses des Gläubig- ers  an  der  Leistung  finanziell  ausgeglichen  werden.  Ausgangspunkt  ist  der  Vergleich  der  Lage im Falle ordnungsgemäßer Erfüllung und der tatsächlich bestehenden Lage des Gläubi-

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gers infolge der nicht ordnungsgemäßen Erfüllung, wobei bei einem Ausbleiben der Leistung  zum  Fälligkeitszeitpunkt  und  bei  einer  Schlechterfüllung  zu  berücksichtigen  ist,  dass  dem  Schuldner  durch  die  schon  erwähnte  Fristsetzung  grundsätzlich  die  Gelegenheit  gegeben  werden  musste,  die  ordnungsgemäße  Erfüllung  nachzuholen.  Erleidet  der  Gläubiger  durch  eine mangelhafte Leistung Schäden, die durch eine Nachholung der ordnungsgemäßen Erfül- lung  nicht  mehr  beseitigt  oder  verhindert  werden  können,  so  geht  es  daher  nicht  um  Schadensersatz statt der Leistung, sondern um Schadensersatz neben der Leistung, der nach    280 I BGB zu ersetzen ist. Man denke an Fälle, in denen der Verkäufer eine mangelhafte Sa- che liefert und infolge des Mangels andere Sachen des Käufers beschädigt werden. In solchen  Fällen kann der Käufer wegen des Schadens an den anderen Sachen Schadensersatz verlan- gen, ohne dem Verkäufer eine Frist zur ordnungsgemäßen Erfüllung setzen zu müssen, was  ja auch sinnlos wäre. Die Abgrenzung der nach   280 I BGB zu ersetzenden Schäden von den  Schäden, für deren Ersatz   281 BGB gilt, mit Hilfe des Kriteriums der Beseitigung durch ord- nungsgemäße Erfüllung ist manchmal schwierig, da auch der Ersatz eines Schadens, der das  Leistungsinteresse betriff t, auf Grund dieses Kriteriums der Ersatz eines Schadens neben der  Leistung sein kann, für den   280 I BGB gilt, so z. B. der Ersatz von Betriebsausfallschäden in- folge  mangelhafter  Leistung (dazu  auch  unten  II).  Das  Kriterium  muss  daher  präzisiert  werden50.  Dies  kann  ich  hier  nicht  näher  behandeln,  möchte  aber  noch  erwähnen,  dass  der  Gläubiger anstelle des Schadensersatzes statt der Leistung Ersatz der Aufwendungen verlan- gen  kann,  die  er  im  Vertrauen  auf  den  Erhalt  der  Leistung  gemacht  hat (   284  BGB).  Der  Gläubiger  kann  also  den  Ersatz  der  Investitionen  verlangen,  die  er  in  Erwartung  ordnungs- gemäßer Leistung gemacht hat, obwohl diese nicht durch die Verletzung der Leistungspfl icht  verursacht wurden, sondern nur ihren Nutzen verloren haben. 

Der  Schadensersatz  statt  der  Leistung  wirft  zusätzliche  Fragen  bei  gegenseitigen  Verträ- gen auf, weil dort die vom Gläubiger geschuldete Gegenleistung zu berücksichtigen ist51. Auch  hierauf gehe ich hier nicht ein, sondern komme sogleich zum Schadensersatz beim Verzug. 

2.Der Schadensersatz bei Verzug

Der Verzug führt nur zu dem Ersatz des Schadens, der gerade durch die Verzögerung der  Leistung entstanden ist. Der Gläubiger ist also so zu stellen, wie er bei rechtzeitiger Leistung  gestanden hätte. Die Abgrenzung der Schäden, die unter die generelle Norm des   280 I BGB  fallen, der nur eine Pfl ichtverletzung voraussetzt, für die der Schuldner verantwortlich ist, und  solchen  Schäden,  bei  denen  es  sich  um  Verzögerungsschäden  handelt,  die  nur  unter  den  Voraussetzungen des Verzuges ersetzt werden müssen, kann problematisch sein. Das gilt vor  allem für Betriebsausfallschäden infolge mangelhafter Leistung. Beispiel: Das verkaufte Grund- stück  hat  einen  Mangel.  Der  Verkäufer  beseitigt  den  Mangel  innerhalb  der  ihm  gesetzten 

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Frist (vgl. oben I 3 a). Aber der Käufer kann das Grundstück bis zur Behebung des Mangels  nicht  vermieten.  Dann  kann  er  den  Ersatz  des  Betriebsausfallschadens,  obwohl  es  dabei  um  sein  Leistungsinteresse  geht,  nicht  gemäß    281  BGB  als  Schadensersatz  statt  der  Leistung  verlangen,  da  der  Schaden  nicht  durch  die  fristgemäße  Nachholung  der  ordnungsgemäßen  Erfüllung beseitigt werden konnte (dazu oben 1.)52. Es kommt also nur Schadensersatz wegen  Verzuges, der, wie gezeigt, an besondere Voraussetzungen geknüpft ist, oder Schadensersatz  nach der Generalnorm des   280 I BGB in Betracht. Nach der herrschenden Meinung gilt    280  I  BGB,  so  dass  die  Voraussetzungen  des  Verzuges  nicht  erfüllt  sein  müssen;  denn  die  Schlechterfüllung  begründet  nach  herrschender  Meinung  keinen  Verzug  mit  der  ordnungs- gemäßen Leistung53. Nur dann, wenn der Schuldner überhaupt nicht leiste, komme ein Ver- zug in Betracht. Der Schuldner, der mangelhaft leistet, steht daher schlechter als der Schuld- ner,  der  überhaupt  nicht  in  dem  Zeitpunkt  leistet,  in  dem  er  leisten  müsste;  denn  der  Schuldner, der überhaupt nicht leistet, haftet nur auf Schadensersatz, wenn die Voraussetzun- gen  des  Verzuges  gegeben  sind.  Das  wird  damit  gerechtfertigt,  dass  sich  der  Gläubiger  vor  den  Folgen  des  totalen  Ausbleibens  der  Leistung  dadurch  schützen  könne,  dass  er  einen  bestimmten Termin für die Leistung vereinbart oder den Schuldner bei Ausbleiben der Leis- tung  sogleich  mahnt.  Demgegenüber  werde  die  Mangelhaftigkeit  einer  Leistung  häufi g  erst  bemerkt, wenn schon mangelbedingte Schäden eingetreten sind. Der Gläubiger sei daher im  Hinblick auf mangelhafte Leistungen besonders schutzwürdig. 

D.Die Haftung für die Verletzung von Schutzpfl ichten

Damit bin ich am Ende meiner Ausführungen über die Haftung des Schuldners wegen Ver- letzung der Leistungspfl icht und möchte zum Schluss noch kurz auf die Haftung wegen Ver- letzung von Schutzpfl ichten eingehen. 

Ⅰ.Die Haftung nach § 280 I 

1.Pfl ichtverletzung und Verschulden 

Schutzpfl ichten verpfl ichten, wie schon am Anfang gesagt, den Schuldner dazu, die Interes- sen  des  Gläubigers,  mit  denen  er  in  Berührung  kommt,  nach  Möglichkeit  zu  wahren (vgl.   

241 II BGB). Der Schuldner muss sein Verhalten möglichst so einrichten, dass der Gläubiger  nicht zu Schaden kommt. So muss der Schuldner, der in den Räumen des Gläubigers, z. B. als  Maler, tätig wird, darauf achten, dass er möglichst die Sachen des Gläubigers in diesen Räu- men nicht beschädigt.

Für die Haftung wegen Verletzung solcher Schutzpfl ichten gilt die generelle Vorschrift des 

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 280 I BGB. Das bedeutet, dass der Schuldner haftet, wenn er eine Schutzpfl icht verletzt und  hierfür verantwortlich ist. Mehr ist nicht erforderlich. 

Eine Verletzung von Schutzpfl ichten kann anders als die Verletzung von Leistungspfl ichten  häufig  nicht  ohne  eine  Bewertung  des  Verhaltens  des  Schuldners  festgestellt  werden.  Der  Schuldner muss sich anders verhalten haben als er sich verhalten sollte. Die Bestimmung des  ordnungsgemäßen  Verhaltens  richtet  sich  dabei  häufi g  ganz  allgemein  danach,  was  die  An- wendung  der  erforderlichen  Sorgfalt  in  der  konkreten  Situation,  in  der  der  Schuldner  sich  befi ndet, fordert, um Schäden nach Möglichkeit zu vermeiden. Dann fällt die Feststellung der  Verletzung einer Schutzpfl icht mit der Feststellung des Verschuldens zusammen, wenn man  von der Verschuldensfähigkeit absieht. Allerdings gibt es Schutzpfl ichten, die in bestimmten  Situationen von vornherein bestimmte Maßnahmen zum Schutz der Interessen des Gläubigers  fordern und nicht nur ganz allgemein die Einhaltung der erforderlichen Sorgfalt zur Vermei- dung von Schäden des Gläubigers. In solchen Fällen ist das Unterlassen der gebotenen Maß- nahmen eine Verletzung der Schutzpfl icht ohne Rücksicht darauf, ob den Schuldner hieran ein  Verschulden  triff t.  Pfl ichtverletzung  und  Verschulden  fallen  dann  nicht  zusammen.  Beispiel: 

Der  Verkäufer  einer  Maschine  ist  auf  Grund  einer  entsprechenden  Schutzpfl icht  dazu  verp- fl ichtet,  den  Käufer  über  bestimmte  Gefahren  bei  der  Benutzung  der  Maschine  aufzuklären. 

Unterlässt  er  die  Aufklärung  hat  er  die  Schutzpfl icht  verletzt.  Ihn  triff t  aber  kein  Verschul- den, wenn er annehmen durfte, dass der Käufer genügend Sachkunde besaß, um die Gefahren  zu beurteilen. Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass es in diesem Zusammenhang um  Fragen geht, die noch nicht intensiv diskutiert werden. 

Der Schuldner ist nicht nur für eigenes Verschulden verantwortlich, sondern auch für das  Verschulden  seiner  Gehilfen (   278  BGB;  dazu  schon  oben  I  2  a).  Meist  wird  angenommen,  dass die Gehilfen bei der Erfüllung der Leistungspfl ichten auch in die Erfüllung der damit ver- bundenen  Schutzpflichten  eingeschaltet  sind54.  Soll  etwa  der  Schuldner  die  Wohnung  des  Gläubigers renovieren und schickt einen Angestellten, der bei der Renovierung irgendwelche  Gegenstände  des  Gläubigers  fahrlässig  beschädigt,  so  haftet  der  Schuldner.  Die  herrschende  Meinung verlangt aber nicht, dass der Gehilfe den Gläubiger gerade durch die Verfolgung des  Zweckes, den er verfolgen sollte, geschädigt hat, sondern lässt es genügen, dass das Verhalten  des Gehilfen in einem „inneren“ oder „sachlichen“ Zusammenhang mit der ihm übertragenen  Tätigkeit  steht.  Das  bedeutet,  dass  nach  der  herrschenden  Meinung  der  Schuldner  auch  haften kann, wenn der Gehilfe vorsätzlich den Gläubiger schädigt55. Beispiel: Der Angestellte  einer Bank veruntreut Gelder von Kunden. Nur dann, wenn das Verhalten des Gehilfen nichts  mehr  mit  der  übertragenen  Tätigkeit  zu  tun  hat,  sondern  diese  Tätigkeit  dem  Gehilfen  nur  die Gelegenheit gegeben hat, den Gläubiger zu schädigen, also z. B., wenn der Gehilfe, der in 

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der Wohnung des Gläubigers arbeitet, Sachen des Gläubigers stiehlt, verneint die herrschende  Meinung eine Haftung des Schuldners nach   278 BGB56

2.Beweislast

Der Gläubiger muss, wie im Zusammenhang mit der Verletzung der Leistungspfl icht schon  erwähnt (oben C I 5), die Verletzung der Pfl icht nachweisen, während der Schuldner, der ein  Fehlen  des  Verschuldens  geltend  macht,  die  entsprechenden  Tatsachen  nachzuweisen  hat. 

Das bedeutet in den Fällen, in denen die Verletzung einer Schutzpfl icht mit dem Verschulden  zusammenfällt (s. oben 1), dass der Gläubiger die Außerachtlassung der erforderlichen Sorg- falt durch den Schuldner (oder dessen Gehilfen) nachweisen muss. Allerdings hat schon die  Rechtsprechung zum alten Recht angenommen, dass der Schuldner auch im Hinblick auf die  Pfl ichtverletzung die Beweislast trägt, wenn die Schadensursache aus seinem Gefahrenbereich 

(Organisationsbereich,  Verantwortungsbereicht) stammt,  also  dem  Bereich,  den  er  ‒wenig- stens im Allgemeinen- beherrschen kann57. Dies gilt auch im neuen Recht58

Ⅱ.Die Haftung nach § 282 BGB

Die Haftung nach   280 I BGB verpfl ichtet den Schuldner zum Ersatz des durch die Pfl icht- verletzung  verursachten  Schadens.  Der  Gläubiger  kann  aber  auch  gemäß    282  BGB  Schadensersatz  statt  der  Leistung  verlangen,  wenn  ihm  die  Leistung  durch  den  Schuldner  nicht mehr zumutbar ist. Das setzt eine grobe Pfl ichtverletzung voraus. 

E.Schluss

Damit bin ich am Ende meiner Ausführungen angelangt. Ich hoff e, Ihnen gezeigt zu haben,  wie  kompliziert  die  Haftung  für  die  Verletzung  vertraglicher  Pfl ichten  im  deutschen  Recht  geregelt ist, obwohl ich viele Probleme gar nicht angesprochen habe. Ob eine einfachere Rege- lung vernünftiger wäre, ist schwer zu sagen. Ein Teil der Komplikationen ist jedenfalls darauf  zurückzuführen,  dass  das  deutsche  Recht  dem  Erfüllungsanspruch  einen  hohen  Rang  ein- räumt und nicht wie im US-amerikanischen Recht das ganze Gewicht auf den Schadensersatz- anspruch legt. Das ist nicht nur von Vorteil für den Gläubiger, wie das Erfordernis der Frist- setzung (s. C I 3) zeigt. 

1  „Sonstige“ Rechte sind absolute Rechte, also Rechte, die wie das Eigentum (vgl.   903 BGB) ein Gut  einer Person zuweisen und alle anderen Personen von Einwirkungen ausschließen, wie dies z. B. bei  Immaterialgüterrechten,  nicht  aber  bei  Ansprüchen  der  Fall  ist.  Der  Anspruch  auf  Übereignung  einer Sache gibt z. B. dem Gläubiger nur ein gegen den Schuldner gerichtetes relatives Recht, aber 

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noch kein gegenüber anderen Personen geschütztes Recht an der Sache.

2  Die Verletzung von Schutzpfl ichten, die die Parteien bei der Anbahnung des Vertrages treff en (   311 II, 241 II BGB), werden hier, wie gesagt, nicht behandelt.

3  Vgl. nur Canaris, Karlsruher Forum: Schuldrechtsmodernisierung, S. 5, 30.; S. Lorenz JuS 2007, 213; 

MünchKomm/Ernst, BGB, 5. Aufl . 2007,   280 Rn. 12; Palandt/Grüneberg, BGB, 70. Aufl . 2011,   280  Rn. 12; anders z. B. Ehmann/Sutschet, Modernisiertes Schuldrecht, 2002, S. 64 ff . 

4  Auch,  wenn  der  Vertrag  über  Sachen  einer  bestimmten  Art  geschlossen  wird,  die  der  Verkäufer  mit der Einschränkung angeboten hat „solange der Vorrat reicht“, ist eine auf den Vorrat beschränk- te Gattungsschuld vereinbart.

5  Für den Fall, dass ein Teil untergeht und der verbliebene Rest nicht zur Befriedigung aller Gläubig- er ausreicht, wird zum Teil eine Pfl icht zur anteilsmäßigen Befriedigung befürwortet. Vgl. RGZ 84,  125; Palandt/Grüneberg a. a. O. (Fn. 3),   243 Rn. 3.

6  Vgl. nur BGH NJW 2006, 986.

7  Dies wird teilweise kritisiert, weil es jedenfalls in bestimmten Fällen dem Willen der Parteien wid- erspreche.  So  z.  B.  Picker  JZ  2003,  1035  ff.  anhand  des  Beispiels,  dass  ein  verkauftes  Kfz  beim  Verkäufer ohne dessen Verschulden gestohlen und an einem weit entfernten Ort wieder aufgefun- den wird, so dass hohe Rückführungskosten entstehen. Gegen ihn Canaris JZ 2004, 214 ff .

8  Z.  B.  BGHZ  48,  50  =  NJW  1967,  721;  BGHZ  83,  197,  200  =  NJW  1982,  1458;  Larenz,  Lehrbuch  des  Schulrechts I, 14. Aufl . 1987,   21 I a (S. 305 ff .).

9  Vgl. z. B. BGHZ 83, 197 = NJW 1982, 1458; BGH LM Nr. 4 zu   275 BGB.

10 BGHZ 83, 197 = NJW 1982, 1458.

11 Vgl. die Empfehlung des Rechtsausschusses des Bundestages in BT-Drucksache 14/7052, 183.

12 Z. B. Arnold JZ 2002, 866, 869; Canaris, Festschr. f. U. Huber, 2006, S.143, 146 f.; Däubler, Festschr. f. 

Heldrich, 2005, S. 55, 59; MünchKomm/Ernst a. a. O. (Fn. 3),   275 Rn. 134; Palandt/Grüneberg a. a. 

O. (Fn. 3),   275 Rn. 10.

13 BGHZ 174, 61 = NJW 2007, 3777 (Unklarheit der Grundbuchlage).

14 Arnold a. a. O. (Fn. 12), S. 868; Däubler a. a. O. (Fn. 12), S. 159 f.; MünchKomm/Ernst a.a.O. (Fn. 3),    275 Rn. 148. 

15 Arnold a. a. O. (Fn. 12), S. 869; Canaris a. a. O. (Fn. 12), S. 150 ff .; Däubler a. a. O. (Fn. 12), S. 150 ff .; 

MünchKomm/Ernst a. a. O. (Fn. 3), Rn. 145.

16 Arnold a. a. O. (Fn. 12), S. 869; Canaris a. a. O. (Fn. 12), S. 159 f.; Däubler a. a. O. (Fn. 12), S. 62.

17 Arnold a. a. O. (Fn. 12), S. 869; Canaris a. a. O. (Fn. 12), S. 162 f.; Palandt/Grüneberg a. a. O. (Fn. 3),    275 Rn. 10.

18 So ausdrücklich Arnold a. a. O. (Fn. 12), S, 869; Canaris a. a. O. (Fn. 12), S. 155. A. M. Medicus, Fest- schr. f. Heldrich, 2005, S. 347, 352, 353/354, der daher die geschilderten Lehren ablehnt.

19 Dagegen Arnold a. a. O. (Fn. 12), S. 870; Canaris a. a. O (Fn. 12), S. 158 f., weil für die Gleichstellung  angesichts  der  Rechte,  die  dem  Gläubiger  ihrer  Ansicht  nach  zustehen,  kein  Bedürfnis  bestehe. 

Weiterhin für Gleichstellung z. B. Palandt/Grüneberg a. a. O. (Fn. 3),   275 Rn. 11; ferner Medicus a. 

a. O. (Fn. 18), S. 351, der allerdings den modernen Lehren nicht folgt (s. Fn. 18).

20 Allg. M. Vgl. nur BGH NJW 2005, 2852, 2854 (Verkauf eines Tieres mit genetischen Defekten); BGH  NJW  2008.  53,  55 (Verkauf  eines  gebrauchten  Kraftfahrzeugs,  das  einen  Unfall  erlitten  hatte;  ein  nicht vollkommen unerheblicher Unfall begründet nach der Ansicht des BGH schon für sich betrachtet, 

参照

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