奈良教育大学学術リポジトリNEAR
身心相関体としての人間存在の諸問題 −カント、
ハイデッガー、禅仏教に関説して−
著者 有福 孝岳
雑誌名 奈良教育大学紀要. 人文・社会科学
巻 23
号 1
ページ 127‑151
発行年 1974‑11‑15
その他のタイトル Zur Problematik des menschlichen Daseins als Korrelat von Korper und Geist (Leib und Seele)
−Unter besonderer Berucksichtigung des philosophischen Denkens von Kant, Heidegger und des Zen‑Buddhismus−
URL http://hdl.handle.net/10105/2675
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Zur Problematik des menschlichen Daseins als Korrelat von und Geist (Leib und Seele)
-{Jn1sr
besonderer Berücksichtigung des philosophischen von Kant, Heidegger und des Zen-Buddhismus-
Körper
Denkens
Kogaku ARIFUKU (Am 30. APril
L974 angenommen)Was ist überhaupt der Mensch? Kants Ansicht
nachsolle das
ganzeInteresse der reinen Vernunft die drei folgenden Fragen in sich enthalten: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Diese Fragen müßten schließlich das Wesen des Menschen (Was ist der Mensch?) an den Tag kommen lassen. Namlich schliesse die Frage
nachdem Wesen des Menschen in sich die Frage nach dem Wissen (Metaphysik), nach dem Handeln (Moral) und nach dem Hoffen (Religion).
In der Erkenntnislehre lcann der Mensch wissen und erklären, was die Sache und
dasDing ist. Aus dieser Sicht ist der Mensch auch ein Gegenstand der Erkenntnis, so wie die anderen Dinge. Aber der Mensch ist nicht nur der vorgestellte Gegenstand, nämlich das Objekt, sondern auch gleichzeitig das erkennende Subjekt, das eine solche Vergegen- ständlichung, Objektivierung ermöglicht. Die
besondereBeschaffenheit des Menschen liegt darin, daß er nicht nur
dasWesen des Dinges (Was) erkennen, sondern auch die Seinsart der Sache (Wie) ändern kann.
Indem sich der Mensch nämlich fUr alles interessiert, sei es das Selbst, sei es
dasandere, sucht er darauf zu wirken. Deshalb ist der Mensch das praktische Wesen von Leib und Seele. Das Wesen, das schlechthin geistig existiert, ist die Seele, das
'Wesen,das schlechthin sachlich existiert, ist das Ding (KOrper). Normalerweise könnte der Mensch weder schlechthin körperlich
nochschlechthin
seelisch(geistig) existieren.
Sonderner handelt als das Korrelat von Körper und Geist. Darin kann man die Beschaffenheit des Menschen, nämlich als der gleichzeitigen Existenz von gegeneinander widerstreitenden
Elementen, z.B. von Begrif f und Gegenstand, Theorie und Praxis, Wissen und Tun und dem Selbst und dem anderen
-
"die Identitat des absolut widersprechenden Selbst"
(von K. Nishida)
-erkennen.
Sie
ist die Mitte und das Zentrum der beiden
Gegensätze.Warum und wie könnten die widersprechenden gegenseitigen Elemente gleichzeitig
beidem Menschen bestehen? Wären alle Unterschiede nichts anderes als die Modifikationen
des einzigen Selbst ? Nach der Meinung Spinozas sollen alle Begebenheiten in der Welt
nichts
anderesals die Modifikationen der allgemeinen, ewigen und einzigen Substanz (Gott)
sein.
DasKegon-Sutra sagt folgendes: "Die drei Welten sind nichts
anderesals das
einzigeHerz./ Außer dem Herz gibt es kein
besonderes Dharma./ Das Herz, der Buddha und
dieLebewesen./ Diese drei sind nicht mehr
zuunterscheiden." Der Zen-Meister Yoka'Genkaku
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in seinem Gesang derErleuchtung des Wegs (Shödöka) sagt: "Dereinzige Mond spiegelt sich in allen Wassern, die Monde in allen Wassern gehören dem einzigen Mond an".
Alle Unterschiede und Anderungen (die individuellen Mannigfaltigkeiten) sind nichts anderes als die Modifikationen des Einzigen Selbst (der
ganzenEinheit), wie alle Tropfen schließlich in das einzige Meer zurückkehren. Namlich wenn das Meer leer wird, kann man ganz leicht verstehen,
daßdie Htihe und Tiefe, das Steigen und Fallen des
Bodensnichts anderes als die Modifikationen der einzigen Erde sind. Warum suchen wir trotzdem die einzelnen Tropfen zu besitzen, die
begrenzten Fleckchen Erde bei uns zu halten und monopolisieren? Wir neigen leider
dazu,die provisorischen Mannigfaltigkeiten
d.h.
dienur wenigen Teilchen des Ganzen ftir die einzige Wahrheit zu halten Der Berg, der Fluß und der große Boden, und die Sonne, der Mond, die Sterne und die Planeten sind eigentlich das Einzige. Es gibt wahrscheinlich nur eine Einzige Welt. Warum
vergessenwir trotzdem dieses Einzige und betrachten wir nur die lJnterschiede des
Bewußtseins,ohne den unterschiedslosen Urgrund jenseits des Bewußtseins zu
beobachten.Dazu kann man noch anders sagen: Wenn es nur das Einzige gibt, gibt es keine Unter- schiede, könnte weder Wissen noch Erkenntnis entstehen. Das Wissen besteht vielmehr gerade darin, daß man die Unterschiede weiss. Wo es keine Veränderung gibt, kann
mannichts wissen. Wo es nur die Leerheit und das Nichts gibt, kann das Bewußtsein nichts greifen. Wie könnte es dann die wissenschaftlichen Bereiche und die Unterschiede der Fachgebiete, z.B. der Philosophie, der Ethik, der Geschichtswissenschaft, der Physik, der Biologie und der Geometrie u.s.w. geben? Oder kann man sagen: der ganze Bereich der Gegenstände, die wir wissen können, gehört dem Ganzen der Welt (dem Univers)
an.Jede
Wissenschaft besteht gerade darin, wie sie Frage stellt, also ist der Unterschied aller Wissenschaften nichts anderes als der Unterschied der Fragestellungen. Das Subjekt,
dasdie speziellen Bereiche der 'Wissenschaften
bildet, indem es die verschiedenen Fragen
stellt, ist nichts anderes als der Mensch. Wenn man den Grund an den Tug kornmen lassen wollte, wie das Vermögen zu unterscheiden,
^) urteilen und zu erkennen, beim Menschen entstehen kann, sollte man sich vorher über die Beschaffenheit des Menschen lclar werden. Es wäre der kürzeste Weg.
Um diese Aufgabe
zulösen, versuchen wir zuerst im ersten Abschnitt die Einbildungs-
kraft als die vermittelnde Erkenntniskraft zwischen der Sinnlichkeit und dem Verstand
in der Kritik der reinen Vernunft I{ants zu erläutern, im Feld der praktischen Vernunft wollen wir das Geftihl der Achtung als die moralische Wirkung der Vernunft (des
mo-ralischen Gesetzes) auf die Sinnlichkeit (die menschliche Willkür) erlären. Im zweiten Abschnitt behandeln wir den Begriff der Sorge, als die Heidegger das Sein des
Daseinsbestimmt, indem er den Menschen als das
Daseingelten läßt. Nach ihm habe der Mensch
(Dasein) vor dem Tod die größte Angst, weil ihm der Tod das Leben (Sein) nimmt
und das menschliche Sein gänzlich vernichtet. Also müsse der Mensch die vorlaufende
Entschlossenheit in den Tod als das Ende des Seins (in die Zukunft) fassen, erst indem
er seinem Dasein als Sein zum Tode ernsthaft ins Gesicht sieht. Nur dadurch könne er
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