Franz Kafkaund die jiddische Literatur (II)
-tJber H. Pines≒.L'histQire de la Littぷrature
Judぶo-Allemande”- Kazuo Ueda
Seminar fur deutsche Philologie der philosophischen
Fakultat
I
Kafkaverwendet die 。 pistoire”noch ein zweit:es Ma1: bei der Vorbereitung seines Manuskriptes fiir den Einfiihrungsvortrag iiber die jiddische Sprache auf dem Ostjudischen Abend am 18.
Februar 1912. Er veranstaltete diese Confぷrence fur Lowy und seine Truppe, die dringend finanzieller Hilfe bedurfte, da sie nicht einmal geniigend Geld fur die Riickreise nach Warschau
be-saS. Kafka unterzog sich dieser Aufgabe aber wohl auch deshalb. weil ihm das, was er ・in der jiddischen Literatur entdeckt hat-te, so wichtig erschien, daS er es den assimilierten westeuro-paischen Juden in Prag nicht vorenthalten wollte. Allerdings ging es zunachst um eine Orient:ierung iiber die jiddische Spra-che. als Einfiihrung zu Lowys Lesung jiddischer Gedichte. Kafka hatte dafiir anfangs 。seinen blinden Freund Oskar Baum zu gewinnen
versucht, muBte aber schliefilich die Aufgabe selber ubernehmen, weil Baum hach vielem Hin und Her abgesagt hatte. Mir scheint jedoch, daS Kafka dies nicht ungern tat, wenn er sich auch
et-was davor fiirchtete. In seinem Tagebuch vom 8. Februar 1912 be-merkt er dazu: 。Als ich heute die Kartニe ゛onBaum bekam, in der
er schreibt:, daS er doch die Confぷrence zum ost:jiidischenAbend nichtニ halten kann, und ich also glauben muBte, da8 ich
die Sa-che werde iibernehmen mvissen, '\。ar ichganz unbeherrschbaren Zuckungen iiberlassen, wie kleine Feuerchen sprang das Aufklopfen der Adern den Korper entlang; saB ich, zitterten mir unter dem Tisch die Knie und die Hande muSte ich aneinanderdriicken”. DaS
2 Res. Rep. Kochi Univ., Vol. 32, Hum.
sich Kafka bei der Ausarbeitung seines Vortragsmanuskriptes
hauptsachlich auf die 。Histoire”stii'tzte, laflt sich aus zeit:− lichen und inhaltlichen Griinden folgern. Er hatte ja spatニestens am 24. Januar 1912 die 。Histoire”zu Ende gelesen. Da er da-mals sonst nur wenig iiber die jiddi・sche Sprache und Literatur ・ gewuBt haben kann, mufite er sich we・itgehend auf dieses Buch verlassen, als er sich nun anschickte, seinen Vortrag vorzu-bereiten. So beginnt auch sein Vortrag nach einer kurzen Vor-bemerkung mit Erlauterungen zum Jiddischen, die sich stark an Pines anlehnen. Ihr Ziel ist ein Abbau des allgemeinen MiB-trauens und der weitverbreitニeten Abneigung gegen diesen 。Jar-gon”. Ich zitiere zunachst einen Teil von Kafkas Einleitung 1) (Unterstreichung von mir):
lCM
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込!■ Targo!ist diejiingste europaische Sprache, erst vier-hundert Tahre alt und ci entlich noch viel‘iineer. Er hat noch keine Sprachformen von solcher Deutlichkeic aus-gebildet:, wie wir sic brauchen. Scin Ausdruck ist kurz
und rasch.
Z.19, S.422
Z.23
Z.27 瓦‘hatkeine Grammatiken. Liebhaber
versucheiiGram-matiken zu schreiben, aber dcr Jargon wird immerfort gesprochen; er kommt nicht zur Ruhc. Das Volk liCt ihn den Grammatikem. nicht. ‘
Er besteht nur aus Fremdwortem. Diese ruhen aber nicht in ihm, sondem behalten die Eile und Lebhafdgkeit, mic der sic g°ommen wurden. Volkcrwandcrungen durch-laufen den Jargon ゛o“einem Ende bis zum andercn・ 企色!.. dieses Deutsclic, Hebraische, Franzosische, En lischc
sprache 2umadien・ so n込c dies eigentlich lage. Nur die Gaunersprache entnimmt ihm gem, ■weil sie "weniger
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Franz Kafka und die jiddische Literatur (II) (Kazuo Ueda)
Dann, ■weil der ar on doch laii c eine miBachtete S ・ra- Z.10 S.423 che war. タ
In diesem Treiben der Sprache herrschen aber wieder Bruchstiickc bckamiter Sprachgesetze. Der Jargon summt zum Beispiei in seinen Anfangen ゛s der Zeic・ als das Mittelhochdeutsche ins Neuhochdeutsche iiberging. Da gab es Walilfornien・ das Mittelhoclideutsche nahm die erne, der J゛gon die andere・ Oder der Jargon entv″iとkelte mitteUiochdeutsclie Formen folgerichtiger als selbst das Neuliochdeutsche: so zum Beispiel ist das Jargon'sche ,mir scien‘(neuliochdeutsch ."wir smd‘) aus dem Mittcl-liochdeutschen ,sin' natiirlicher entwickelt, als das neu-hochdeutsche ,wir sind'. Oder dcr Tar onblieb bei mittel-hochdeutschen Formen trotz des Neuliochdeutschcn.べ?/as
einmal iiisGhetto kam, riilirtesich nicht so bald weg. So・
bleiben Focmen wie .Kerzlach'。Bliimlach‘。Liedlach‘. Z.Ik, S.423
Und nun stromen in diese
und Gcsetz die Dialekte d Jargon besteht nur aus D
-wenn man §1£h。剱 旦直当血L
vorい?7illkUr argon ein. Ja der ganze
er die Schreibweise zum ten
3
Diese Satze lassen sich ihrem Thema
nach in funf Abschnitte
gliedern:
(1) Z.19,
S.422 − Z.23,
S.422 = Zur Geschichte
des Jid-・
dischen
(2) Z.24,
S.422 − Z.27,
S.422
= Zu seiner
Gramnatik
(3) Z.28,
S.422 − Z.IO,‘S.423
= Zu seinen
Elementen
(4) Z.ll,
S.423 − Z。24, S.423
= Zu seiner Herkunft
(also
ebenfalls
Geschichte)
(5)
Z.25,
S.423 − Z.29,
S.423
= Zu seinen
Dialekten
Die ,,Histoire" beginnt ebenfalls mit Erlauteでungen zur jiddischen Sprache, die folgendermaSen gegliedert sind: 2)‘
La Langue `’ ・’ I. -Les commencements
4 Res. Rep. Kochi Univ., Vol. 32, Hum.
II.- Les element s de la langue 工工I;一一Les dialectes
IV. - La grannnaire ,
Trotz der Umstellungen in der Reiherifolge ergeben sich
mithin deutliche Ahnlichkeiten in def Gli・"ederung. Wenn wir den :I r● ●●・Text des Vortrags im einzelnen mit c!er ,l収StQ117e”vergleichen・
werden die Parallelen noch deutlicher. Ich zitiere
nun ent:spre-chende Pas sagen der ..Histニoire”, wob e i die von mir eingesetzten Ran dn umme rn links denen des Vortrags entsprechen. Diese
Unter-suchung folgt zum Teil Hinweisen von H. Binder p)
1
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脊
蒼
Aiasi done・ si le judeo-allemaud n'avait pas franchi・les liinites du terriloire allemand. il sei‘aitprobablement dc-veau une forme abaLardie de rallefnand, il serait tomb6 au iiiveau dun iargOQ・ d'ua argot du ghelto√
PeQdaat tΓhsloagtemps OQ a coaside「4 le 」`ld6o'811J5° 1 1) mand coratne Ull jargon qui n'a【!iからglesini lois et qui ne coanait d'autre priacipe que celuト4e I'aQarchie et de rarbilraire. ニ (S.26)
* Quelques historiens vont m6mo jusqu'a pretendre qu'au ・XY°sifecle encore'la'langue des juifs allemaads avait garde toutc sa puret6 et que s£い( degener.escenc8ea iargoQ u'a commence qu'aprfes!a guerre de trente tins(1)・ ‘∧∧ ・ (S.ll)
蒼 Celte alt!vre de creation, impc】ssible
en Allemagae mfime, devait Stre reserv^e aux jaifs alle-maads qui dhs le xIV° sii・cle, mais surtoat au xV° et long-temps aprfea. fuyant les persecutions auxquclles ils elniciit ea bulte dans leur pays natal, vinrent s'etablir ea graud nombre en Boh^me, ea Pologne et daas laヽLilhuaaie, plus
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Franz Kafka und die iiddische Literatur (II)
驀 蒼 驀 蒼 蒼 (Kazuo Ued人)
'qe qui caractense ea premier lieu la gram【iiaire judeo-allemaade. c'est 3a concisio!l et sa siinplicite. La coaju-gaisoa a'exisle presque pas. Le verbe n‘aque les Icmps principaux(2). Le geait・if est forme par le suffixe《t s ≫ qui ● ● ●reste le 皿erne pour tous les genres et les deux no【ubres.
■ ・Toutes les pr^positio【IS rdgissent le datif。
(S.30) Pendant t吻s longtcnips oil a considtSre 'le jud6o°alle- '
mancl comme uii jargon゛(lui【1'ani regiesにni lois et qui ne coanalt d'antre p【:iacipe que celui do raQarchie ct de ly°bit‘'‘lire. (.S.26)
A cdte de I'alle【na【id,base foadameatale de la langue-et de l'hebreu, son Element le plus importaot; le judeo, alle【naud a subi riaflueiico plus ou moias considerable d'autres laugues avec lesquelles il se trouvait ea co【llact. Le holla【ldais, le L・oamaia, litalieii^ le fraiiQais (3), le lalin mdme, oat laisse des t【・aces plus ou uioias uoinbreuses sur la langue du peuple erraat・
。 (S.20) De Ih l'aspect daas une
cer-taine mesure changeaat de la languo qui, toujours sou-mise a des influences ara【ig&res, taatdt plus et taotdt moins fortes, mais toujours existaates, a plus de dim-cult^s que toute autre h d^gager sa physionomie propre eL& d^fendre SOQ drott k Texisleace・ (S.23)
●● D'autrc part lcs iatc・μ lecluels juifs depuis I'epoque incudelsohQieaac OQt com- ■・ ・ 1 ・baUuavccle dcniicracharncmenlunc laiigucqu'ils
considd-raiaul coramc le plus grand obsLacle a i'oeuv・7e d'assiuiilalio【i qui leur ulait chore. Dans le rcu (4e l'aLlaque lenoinde ≪jar-gou ” vint reuiplucer celu叫c judeo-allemand ou 4e ≪‘juif・・, que la langue avait dans la bouche clu peuple. et。a quel-ques rares exceptions prfes,‘aucun des sa‘vants n'a trouvd ・ CO a jargon i digne d'une elude scientique approfondie. / (S.27)
8 9 10 6 蒼 蒼 蒼
Res. Rep. Kochi Univ., Vol. 32, Hum.
Le ju ョo・alleina【1(1de nos
juurs a encore conserve ua ccrtai【1nombre de mots et d'expressions allcmandes qui d町}uis loaglemps oat dis-paru de l'alleinand IilL(iraireet;qui∧parfois ne se rencoa-!1!cnt mdme plus dans les dialectes alleinands (3) [S.']7)
Pendant trfes longtcmps oil a considi5r6 lo jud^o-alle-mand comme Ull jarfnon qui n'a ni I'fegles. ni lois et qui ne connalt d'aiitre principe quo ceUii do raaQrchie et de rarl)itraire。
(S.26) Cette concordaace dans r^criture, malgr6 1a vari仙5
dans la prononcialioQ, a 6t6 d'unc importance cap itale dans . la diffusioQ des CEuvres lilteraires.
(S.25)
Kafkas Erlauterungen zum Jiddischen sind, im ganzen gese-'■hen, nicht wissenschaftlich im eigentlicher!・ Sinne zu nennen;
sie sind von da万malsherrschenden Vorstellungen durchsetztニ│.
Dies zeigen n.a. folgende Aussagen:(1) die BQ。zeichnung 。Jargon” als solche (2),,Er(=der Jargon) hat keine Grammatiken.”(3)
,,Er(=der Jargon) bestehtニ nur aus Fremdwortern.”(4),,Alles dieses Deutsche, Hebraische, ・・・・. ist ・innerhalb des Jargon ・
von Neugier und Leichtsinn erfaBt.” (5)・.Deshalb denkt auch kein verniinf tiger Mensch daran, aus dem Jargon eine Weltspra- che zu maChen”(6)。diese Sprachgebilde vひnWillkur und Ge- setz"
GewiB stand das Jiddische damals sehr tief im Ansehen, und Kafka iibernahm diese Vorurteile fast kritiklos, obgleich er sich zu dieser Sprache hingezogen fuhlte.
Pints' Beschreibung istニ obiektiver. Seine Argumente wir- ken bei Kafka verdreht; es ging diesem offenbar um etwas an- ders als Sachlichkeit.
(Kazuo UE・A) 7
工
II Franz Kafka und die jiddische Literatur (II)
II
Kafka, der auch die Auswahl und Zus annnens t e 11 ung der Texte vornahm, erlautニert anschlieBend drei Gedichte, die Lowy lesen sollte, Bei der Wahl dieser Gedichte scheint die ,,His- toire” ebenfalls eine Rolle gespielt zu haben.'' Dazu miissen wir aber feststellen, was Lowy an diesem Abend iiberhaupt vorlas. Nach dem Wochenblatt 。Selbstwehr” von 16.FebruaP 1912 kamen folgende Autoren zu Wort: Rosenfeld, Frischmann, Reisen, Nom- bergタ Dranow, Bialik Frug und Scholem Alejchem° Kafka wahlte fur seine Erlauterungen Gedichte von Rosenfeld, Frug und Frischmann. Ich mochte nan diese Gedichte mit den diesbeziig- lichen Ausfiihrungen in der ,,Histoire” vergleichen。
,,Di grine”stammt von Morris Rosenfeld, dessen Gedichte Lowy gern vortrug. In der 。Histoire” werden diesem Dichter 59 Seiten gewidmet:. Daraus laBt sich schlieSen, daS er in der zeitgenbssischen jiddischen Literatur bedeutendes Ansehen ge- noS. Von Pines wird er 。Le Heine du GhettニO”genannt:. In seinen Gedichten kreuzen sich zwei verschiedene Tendenzen, eine sozi- ale und eine nationale. ,,Di grine”ist starker national ge- farbt. Nach Binder is t der Titel des Gedichtes nicht ,,Di grine" . sondern 。Di historisch peklach". Ich gebe hier den originalen
jiddischen Text, eine Transliterat:ion und meine Obertragung ins Deutsche wieder.
1曲P芦 yr`l il⊃ヽn r17)
り
(.l¥ヽYtJOU^P川
- .IVDBJ "-ir≪ t'⊃≪pbj) nvかm B,りIS ,]VDBD 'T lVD^カDU .m:ジロ`IDか'K 0]) ・1ジコB^ B T' "^"^vn Dv .iyxD≫りM ]]n]in Dv ・1ジコ61郎I utsmj/^Bり`IMa°叩M^D IVD ]m Bijn w
,nrn D'J3\jynn≫IMB- jvpn I'J ivロnvi ott '?DV゛j nHD r11?MD卵。:励ソロ1B1X Mvjjno T≪ ・yanj yiコジi jnvnyiΥK,38nユ`1即]jnD liK 。…njno vft"ii 8 DVBV ]≪ IジロIPジユ
8 Res. Rep. Kochi Univ・, Vol.・32, Hum.
lytv^ la】vpyjlsコ哨jnJVりn il`1'MBKn lジロ. iwmm IV3"いM &CB≪^a⊃リ3P u nafi D叩1`MI
Ir6コジュ1ジュ゛い9 ^VP3'" u ・nUO OkJill'≪! ・Ijntjv lジュ'BI^ユPK ]}M93UnVD \\HtSQDぼH'lK: 1μ゛Mロジl tiH ゛T no Dyj゛K jnjya]BiBjia ,1μ゛P 11D 呻Sコaj pc ivis'iB DVJyctt^B】6 .IB^PVD問Dyユ旬a jnu"t in:vB0≪n&V3 nu^pvt vByBB^^yμ1郭− ,yDvm '1 :lyrt rロmVQDジ叩]VJ≫nD u MIW15a 閥り ・? iVJnvT ]VユソりB1>}T Wp D≪1V,≪;llやジs゛1!
・laVy V''""i≪Ji3D'n,VB^B nn'K ,?a BJHt j. .'vs.'ipvト宍叩K liTH ,Dyユn≫iayKT'TH ln'H
hy⊃'B ])-[])゛Nr8 la^Vp'HnyB叫`l t3ユジ乃D叩゛ ぶ⊃`1‘Tx rコ卯1りM ,1μコジ1↑゛`PtauロMiyユ IVDw oyn n.TK \k\□≪.Iy^V・'o≪B]゛p DM1V3 ・1如竹ユrロivotjりユ1゛M抄いjn jyvvn ^ijt .lyonn tanv" PW i"d ,ロジpa\'!pln・M ,?ロBiBt ,8 リIJIDMl 17 1ylジュTH Vユ1゛M I'K DBT 0即吟D罰 ゜ijyDjnB <iiユ`15⊃`lBHn liViJiKii .jnjvjjn!》11M 測即ジジトロ川コI"' IVコvj v'^vpyo 8 リ1μ^]!Qu tl`ロryjBi■>'ロロ必罰ly 'n Bp:iD vt\s
1μnyn lジュ゛mMI□゛ロpK JljnB y≪ DKIl‘・rr^i .BJ, ゛\ ,'}VD^V r≪ ]1≪コりDC r≪ jn^nia injVpip ]W l^yD'n 1ジユ'QSj;ロり≪.≪.invnvT TW ^^'i dU" 知⊃tドジjyoms ,'vn^B m yn ayn "j'k :^V3'3 Dypユ'tl'JB DlCVDni:f 6 n:]│a^])'\ ,・IVIVIQ 19D 11M 11n5ユrロ如吻力vo ]V^n≪Dり 湘`功P ltl o卵l.がj加⊃・:i Dtn ens 13]yp nn'N .ly⊃n yK I'ユりlyT ,DV BJVp nn'M加コ'3 DHl ‘hリ⊃`コμoユかヽn n no ・11ユy12ユ吻9n D61 ・ly]yユy3りジコiコCUT IBOり9D r7 iy3≪n `1`ロ ・lyユyいK ,hnS1K ≫K ,1VT巧`M ,IV1"1D `H りジ]noujか3 n:"D "\jr□Ml?uw oen ]VJ8ii ]1D ly:Mり3卯ロn≪o cjMK lynJBか1ユrl卯りロ ・lya'^py御間n!f niDP n mvn Tロ ・:呻卵μlyl゛り`1 …]VD5nD\:f ]1M DコMsりVD
.ロ'JW.t!jrかn iiTK ,yj'nj n isj co'i^ t2・j .Q'iXユpr沁コM ijnnsfl ≪i 16 .1り゛ロS`j
・`・lyiijit?r`p ,1釣師ユrp
'Vかnl゛P ly3゛10『 !ly¬n≪D yyユ9M 91 ,vn^B 91 18D cpvnovi !M11ユ\]irt:゛Nロ卵no ;.-,'い1゛t ccnjyユ !min ly”?一励y11・1r no t3コ吻OMl ivnn'B゛1
叩¬6 rlロw 818 lyon 1yロ\VP ,ロ;ki .u ,ロ゛1ユpT11‘7 11M aコt!} ^^^ alr沁11o!n ,ric:≪l nj/"s lyc"フ叩Tm IlK ,D'1Q ^TiT IIK pnc TI;1 ;¬V'D IIK Bj'^"mya i・N卵・M Dtjn ,関]r;7
Ill IV V V工 VII VI工工 IX X
Franz Kafka und die jiddische Literatur (II)
Transliteration
I
II
CKazuo Ueda)
n;ロ゛Sr’p a`J o"n ]W ロ゛nCりMt]^UBCSIQ C即 ?nlロフソコ'^BU "Ufa lyコy^ c(5i v-K c^yロC・ m
・jv.jnB r≪ ユnjyEC¬t}3 Tt E1KコOyコH*v. .p^8D I ; tjnyj OKI DiyDttD呻D(51 ajB^c ly-iyiv' can ly¬r,n'> jnjyivn D'jyoo'n pn mjnJi!11 C≪11 ; ipt<7ivs D'J cinyユl゛r cxjr 1`ユIWJ D<<n pK ・IJ/jneロ^]^ .nDPJラV'o '・,tt!c・c 帥邸s りVJS''::t?j in'K‘ぶPリBDjn -IVSりヽ・1 T'H c?t!11 ,tタ .lytか!u吟j¬yj"コsl ,v:^nj 'T .''・≫ユジ'7-.'H ・iyD^≫nジュIjny^ I'D ^x^^< "iv^ ''≪ "' "ユ yロmv 91 oyユ18Dジロr6 jnyv pK ―fTDlK 1ジュ'3"K ■\]nPO ^\^D^v^ΥTI]ユ'Byj ・ tyjv^^ jn功ユ卯n oypoi^p yiy”I I's ・ly]yv -yよiJ帥y!1ロg11 ・j'・c8pn nirロ” ・y:])v ;yコ吻コyり・TV^ypyaジュか9n ,6 ・yj'n n ,μ沁ll・'1 .vjritjo ]"ロa畑吻T`Mrs ,1r`1ユyj゛ロ,帥即1”ロ11D so”j‘1r oJyり.TヽK I'K 。・・rtV^i川rコ鈴D`雌w nロ・iK p'D ayn yn -pn
9 XI XI工 XIII
i)i historisch
peklach
(Deklaraazion)
A resch,
a gepilder,
es kocht in di gassen.
Es ajlen di menschen.
es lojfen di massen.
Es heren
sich sifzen,
es hert sich a lachen.
Men redt un men Ploj dert ojf alerhand schprachen.
Ot nehmen S
ich 'ruken schojn
ordenung's chajes,
Ich freg wie zutumelt: 。Wos is do far
najes?”
Un fregendig
hob ich dersehn
nebech
grine.
Gekumen
fun epes awaj te medine 。‥
Men hot ojf di elende lajcht gekent lesen
In wos far aknechtschaft sej sejnen
gewesen;
In wos far awinkel sej seinen geboren
Ojf schpot ・un ferachtung un blutigen zoren.
1 0 Ill IV V VI VII
Res. Rep. Kochi Univ., Vol. 32, Hum.
Betrachtendig ejnem fun sej un dを鎧izwej ten Antlofenem toj ten fun nacht un fun kej ten,
Betrachtendig sei ere tニorbes un peklach. Di oreme, schwarze ferlatete seklach.
Hot pluzlung a frage beschef仁igt majn siI!en: ,,Di peklach, o, wos ken dort liegen derinen?”
0, sogt mir, ihr alte, historische peklach. Ihr idische torbes, ihr idische seklach.
Wos liegt dos ferwikelt in aj ere ticher?
Gewis nit kei n rechten. 0jf dem bin ich sicher, Gewis kein papieren, as wu ihr wet kumen
Sol weren der weg ajch beschoten mit blumen.
0 , sogt mir, ihr klumkes, main harz wert zurissen. Wos liegt dos in aj ch bin ich geren zu wissen?
Un fregendig, wunder! hot richti:g wie trefend A pekele nebech sajn busim geefnt.
0t punkt wie er wo It zu mix sogen mit schmerzen: i,Na, seh, wos ich trog in majn wundigen herzen!・”
Un kukendig trojrig in schtojb un in schimel. Wos hob ich dersehn, o, almechtiger himel!”
Ich hob in an alte, zurissene tichel Derkent a zurissenem, altinkem bichel: Di towlen fergossen mit blut un mit treren. Ihr kent ot dos bichel, nito wos zu kleren. Dos bichel, ihr kent es, deroj f bin ich Sicher: DOS hej ligste buch fun di hej ligste bicher!
V工II
IX
X
XI
XII
Franz Kafka und die iiddische Literatur (II) (Kazuo Ueda)
Mir hoben schojn fiel far dos bichel gegeben・
l frejden, i lejden, i ojzres, i leben.
Fun wanen
hot uns schojn der faj nd nit getriben?
Zulieb di brilianten
ojf parmet ge・schrieben?
Mir ho ben di schmojs zusamengekliben.
Ferschtojbt un zutreten ‥.
11
sej sejnen gebliben.
Nit loj ft noch di grine. ihr wilde naronim,
Nit meint,
as do fohren a bande kabzonim.
DOS sejnen kejn
wilde,
kejn betler,
kejn
schnorer,
Respekt far di alte, di ejbige fohrer !
Begristニ sej di sihn fun dem ainzigen
boire!
Sej fihren dos licht fun der welt − sejer to
ire!
Nu, sogt, ken men ruf en asa ume orem
A ume,
wos wandert durch
nacht un durch kworim.
Durch schrek
un durch
tojt, un durch helischen
faj er
Zu reten,
wos ihr is farhejligt un tajer;
Wos trampelt ojf mai sim un wejs nit kejn
ejmes
Un schtelt ajn
dos leben far et:leche schmoj
s?
A folk, welches bodt sich nor schte!idig in treren. Wos jedererニschlogt dos un matert dos geren;
Wos wandert durch wistenis tニoj sende jahren Un hot noch his jezt sajn beruf nit ferloren; A folk mit asoj fil neschome, dermojnen.
0 , wascht ajch di lipen. respekt. 仙r nazionen!
Ich lleb sej. di grine. di bejner-geschtalten.
Baj sej is derojzr fun lebenbehalten.
12
XIII
Res. Rep. Kochi Univ., Vol. 32, Hum.
Gefint sich der sod fun der ejbigerume −
In sej ere klumkes di woglende liegen
Di kojches fun emes , wos welen hoch
siegen.
0, hej lige pekl・ach, liebliche schene,
In aj ch liegt TT1万副lnfohne, di schto!Lze, di rajne. In aj ch liegt der gaj stニl funraajn folk, majne brider. Durch ajch wet majn ume・noch oj fleben wieder.
Meine Ubertragung ins Deutsche
I II Ill Einhistorisches Packlein (Dekla!nation)Ein Gerausch, ein Gepolter, es kocht in den Gassen. Es eilen die Menschen, es laufen die Massen,
Man horet Seufzen, man hort ein Lache!1, Man redet un plaudert in allerhand ・Sprachen. Hier riicken schon Ordnungs-Tiere an.
Ich frag' mich verwirrt: 。Was gibt゛s Neues da?”
Und fragend
hab' ich, ach, Fremde
erkannt:,
Gekommen
aus einem recht fernen Land 。;.
Man hat an dem El end leicht ablesen konnen.
In was fur einer Knechtschaft
sie gewesen sind
In was fur einem Winkel sie geboren sind
In Spottニund
Verachtung und
blutigem
Zorn.
一
1
Betrachtニend den einen von ihnen。den zweiten
Der von Nacht und von Ketten entflohenen Toten,
Betrachtend ihre Beutel und ihre
Packlein,
IV
V
VI
V工I
VIII
Franz Kafka und die ・jiddische Literatur (II) (Kazuo Ueda)
Die armseligen, schwarzen, ausgebeutelten Sacklein,
Beschaftigte plotzlich eine Frage meinen Sinn:
。Diese Packlein, oh, was・ mag liegen darin?”
Oh, sagt
mir, ihr alten,
historischen
Packlein,
Ihr
judischen
Beutel,
ihr jiidischen Sacklein,
Was liegt da・verwickelt in euren Tiichern?
GewiS nichts rechtes , des bin ich sicher!
GewiS nicht
Papiere,
denn wohin wiird't ihr konmen
War'
euch der Weg iiberschattet
mit Blumen.
Oh, sagt
mir, ihr Lumpen,
mein Herz
wird zerrissen,
Was liegt da in euch, ich wiird's zu gern wissen.
Und im Fragen,
oh Wunder! hat
mir, wie treffend.
Ein Packlein,
ach,
seinen Busen
geoffnet,
Ganz wie wenn
es mir sagen wollte
mit Schmerzen:
。Na, sieh,
was ich trag' in dem wunden
Herzen!
Undl;traurig
guckend in Staub und in Schinnael,
Was hab' ich
gesehn,
oh, allmachtiger
Himmel !
13
Ich
hab' in dem alten.
zerrissenen Tiichel
Erkannt ein zerrissenes,
altmodisch
Biichel:
Die Tafeln
ubergossen
von Blut und von Tranen・
Ihr
kennt doch dies Biichel, ich brauch's nicht erwahnen.
Das Biichel, ihr kennt es , des bin ich sicher.
Das heiligste Buch
unter den heiligen
Biichern!
Wir haben schon viel fiir das Biichel gegeben・ An Freuden。an Leiden, an Schat:zen, an Leben. Von wo hat uns denn・ der・Feind nicht vertrieben?
IX
X
XI 14
XII
Res. Rep. Kochi Univ., Vol. 32, Hum.
Wozu haben Brillianten Pergamente beschrieben? Wir haben die Reste zusammengeklaubt!
Verstaubt und zertreten ・‥ Si‘e'sind nicht geraubt.
Lauft nicht nach den Fremden,
ihr
wilden Narren,
Glaubt nicht,
dal3 das nur eineBande Barbaren!
Sie sind keine
V/ilden, keine Bettler,
keine Schnorrer,
Respekt
vor den alten, den ewigen
Fahrern!
BegriiBぢ sie, die Sohne des einzigen Got:tes
!
Sie fiihrn mit sich das Licht der Welt − ihreThora!
Sagt nun, kann man wecken solche arme Nation, Eine, die wandert durch Nacht und durch Hohn, Durch Schreck und durch Tod, und durch hollischesへ Zu retten, was ihr ist: geheiligtund teuer, /Feuerタ ト
Die tra万mpelt aufToten und Furcht nicht kennt Und das Leben auf wenige Reste beschrankt?
Ein Volk, das sich standig in ・Tranen badet,
Das jeder nur schlagt und jeder
gem
martert;
Das tausend Jahre durch
Wiisten gezogen
Und doch bis jetzt: seinen Ruf nicht verloren
Ein Volk mit so viel Seele, Erinnern,
・
≫
\
Oh, wascht euch
die Lippen,
Respekt,
ihr Nationen!
Ich lieb' sie, die Fremden, die knochigen
Gestalten,
Bei ihnen ist der Schatz □nseres Lebens erhalten.
In ihren armseligen
Beuteln,
den stummen
Findet sich's Geheimnis der
ewigen
Nationen
−
In ihren Sacken voller
Wundern liegen
XII工
Franz Kafka und die jiddische Literatur (II) (KazuoUed人) 15
Oh, heilige Packlein,
liebliche,
feine.
In euch ruht die Fahne, die stニolze,
die reine,
In euch ruht der Geist
meines Volkes,
meiner Briider.
Durch euch wird
mein
Volk einmal aufleben
wieder.
Obwohl in der ,,Histoire" viele Gedichte von Rosenfeld
zitiert werden, findet sich dieses dort nicht. Binder meint.
dafi dieses Gedicht:。,das die Ankunft jiidischer Auswanderer in New York beschreibt:”, ,,Kafka wegen des ,Verschollenen',
dessen erste Fassung er gerade in Arbeit hatte,
besonders in-teressieren muBte”。9)
Das Gedicht 。Samd un schtern”(Sand and Sterne)
des rus-sischen Dichte‘rs S. Frug wurde von Kafka personlich auSgewahltjLO)
Frug verfalEte viele Lieder, in denen er iiber das nationale
Un-gliick und das private El end der Juden klagt. Zu diesen gehort 。Samd un schtern”. Wiederum bringe ich hier den j iddischen Originaltext, eine Transliteration und meine tJbertragung ins Deutsche. nyaロnj< i]斗11) ; pyacr ”IIXユり:3Oy ^'iif! '・laJ!27ロy 。沁a S'lK 11M ユllユv'Mf aコS11117 Sコm n ,Jfl≪J Tロ‘16Sajカy7yコ1ユypzraiaフl ag‘T ・岑F]lyiユ・JPID □y ly”しQy I2."7 I'K ● ・ − ● : lumyn jnjrjQ ,yp'7゛ri`‘Tljr'7 TK −ly11ぽilM。一一:yロ'Qor 8 -in mun 1`ロ ,1゛ロ'.-pN njrt]c ゛‘1Ml PJt Boyn n ,p沁j i!!t] ″!^yQ ayjifl jlnユJOMX TCKt Ml ;7JJ3-│{S3 B'J mjm 0y !ロケlyツフU□1 :D-ijjn p->XJ”Sj”K r>p mno3n yrjT ・pa .jT'n "lypi^in r-^ pvii nΣ]ロ?lpロ 。116 njT fl'nx ,nt!yrji r≪ ・ロ\p r^B・/
I
H
T − 16 Transliteration II 111 IV
Res. Rep. Kochi Univ., Vc 1. 32, Hum.
― mnyaロMpo ypSD I'lET r’MDi"K 11M :ロ・'^^^yz -pK D"!! 06‘T・,y≪ ^'3 0『 ,npQΓl PK □K11 "tn≪i 111 n≫iiyj 汐jツ`1ヤロ ー ■ ■ ・・.ロ`9`‘la`ロoy-iQ ijnjnjrロ111 ,^l;J"QBr Ml 11M TDK? 'n J\DK ,rjyn8J ,『 …問a7 B^l≪問`囃7咄M Tonjjnμ11Xり”la叩7‘
― ynjj^P ,yp'Qコ'7 n .pyDsr ’1 1yユ8 ,U ‥,!?D8a ,91 lyj'jf iKii ― r^yav n ,nyatr ゛T
ScUnd un schtern
Es schajnt di levone, es g1・anzn・di schtern; Di nacht schwebt oj f barg un ojf to1・ Dos altitschke bichele ligt far mir ofn. Ich lejen es, lei eh es tojsnter mol.
Ich lej en di hej like.
taj ere werter;
Mir hert sich a schtime:。。Ich schwer−
Majn
folk, du west sajn w・iedi schtern in himl.
Wie samd oj fn breg f unem mer!”
Rebojne schel oj lem! ES'wert nit farfaln Fun dajne hawtoches kejn ejnejnzik wort: Mekuj em ,mus wern dain hej liker wiln. Alz kiamt in sajti zaj t, ojf sajn ort.‘
Un ejns is schojn take mekuj em geworn −
DOS fil ich, dos wejs ich gewis:
Mir sajnen geworn
wie samd, wos is hefker.
Wos j
ederer tret mit di fis ‥.
IV
V
Franz Kafka und die jiddische Literatur (U) (Kazuo・UE。A)
Jo, goteniu, ernes, wie samd un wie scht‘ejner.
Zeschprej t un zeworfen ojf schand un ojf schpot .‥ Nu, ober di schtern, di lichtike, klore − .・
Di schtern, di schtern − wu sajnen sej , got?! ‥.
Meine Ubertragung ins Deutsche
Sand und Sterne I II Ill 工V VEs scheint der
Mond,
es glanzen die Sterne;
Die Nacht schwebt (iber Berg und Tal.
Das alteste
Biichlein liegt vor mir offen,
Ich lese es, lese es tausend Mai.・
Ich lese die heiligen,
teuren Worte;
Ich hor' eine Stinnne:l ..Ich
schwor' −
Me in Volk,
du wirst sein wie die Sterne am Hinnnel,
Wie Sand vom Strande
万amMeer ! ”
Schopfer der Welt! Eswird nichts vergehen
Von deinem Versprechen, kein einziges Wort:
Verwirklicht muS werden dein heiliger Wille,
Alles zu seinerZeit:,seinem Ort.
Und eins ist schon wahrlich
verwirklicht
worden −
Das fuhl' ich,
das weiB ich gewiB:
Wir s
ind geworden
wie Sand , der verweht
wird.
Den jeder
mit Fiiflen tritt ‥.プ ニ
Ja,!ieber Gott‘,wirklich,
wie Sand un wie Steine,
18 Res. Rep. Kochi Univ.。Vol. 32, Hum
Zerstreut undヽgeworfen in Schande und Spott .‥
Nun, aber die Sterne, die leuchtenden, klaren −
Die Sterne, die St:erne, wo sind sie, Gott? ! ‥.
Obgleich dieses GedichC stets popular
war, erwahnt es
Pines in seinem 36seitニigen Kapitel iiber Frug l!icht. Nach
Bin-ders Ansicht bekundet dieses Gedicht 。Kafkas Interesse an der
Kolonisation
Palastinas und sein
selbstqualerisches
Wesen".12)
Das letzte
Gedicht ist David Frischmanns。Di
nacht is
schtil”(Die
Na・cht ist still).Frischmann schrieb sowohl
Hebra-isch
wie Jiddisch. Dieses Gedicht
,ist nach Binders
Auffassung
urspriinglich
unter
dem Titel 。Halajlah lei kaiz" (Die
Sonuner-nacht)
in hebraischer Sprache
erschienen,
und wurde dann von
Lowy auf Jiddisch
vorgeleseri!)Hier
folgt wieder
der hebraische
Originaltext,
eine Transkription
und Binders
Ubersetzung
ins
Deutsche.
,1乍う`]Iり加14) 冷りヽ八洲,ヤい・り洲 .・D`やジi叫匝u`や ・n;勅りlm・・`!';?. Tja iiM^ni .ロ゛1やl叫胸叫?助 ・陣りヽい洲,n図哨巧畑 iロ`R駒o゛胞nlコI T .・nn≪\rv:ly p! ・司腎]P! 51P 圀 .ロ'撰:)ロ・かJ`!.71り?問 ・Tjnn Tja 'j/.'jnn!り徊・ツ旧 ;『9 1延゜?SPSS 'り? n\^'\ TjQ.x in ・F卜卵□Q ト.o呻?nV?n d'?h) I II IllFranz Kafka und die iiddische Literatur (II)
Transkription
I ぐKazuo UE。A) 1四月`n 。゜弓9?吻91 や川地r?9 1p9 一叫『9 DV nn323 .nna?? '貢Pr男叩碑弓Qりno ,`r!!曲`9‘716 115ゴ2 114:! -n3り ヽ? 1ユlz哨 折切 nr; hq '鸚暇・呵蝉!・刃!こ' .nacni ‘'QiゴPiが ・r'9印‘n'l °irn^ ^'lir^・i匹! .ni^j't^ rnv・ls・1 191つこ々 −u!t丿10 KV1り励 醐1 ln蛎り・りり.■n^ nipsp hn ul° ≫ r- T r‘ s罰が円 ;゜79Q m'Pinrリ同9 ullロ?71°?折り'ロ'W?1 .Cr!7iyl司F弓口 l'l U!1ロWいりonsen '}o\ 1!`t Q'pnG'n 'こり?' i゛吻?双卜・皿F゛り`11!1 ・印‘?;1`g抑哨xelet.
s I 19 1V V VI` VI工 VIIIHalajla
1^1 kaj its
Halajla 1ぶi kai its, halajla u filぶnu ho1‰im vetovケim
15)
lai t
Ut'^luja bax ’ざni,v(ぷvtex bi t^uja Hakoxavim n^tsimtsim . V dov^rim
O I ク‘ I Ill IV V V工 VII
Res. Rep. Kochi Univ.,・Vol. 32, Hum
Halaj la l^el t?xelet,
halajla
lei kaj its
Har xovo t j
)ざnkol rak
づ1akim;
ada, rak *axat vaタexat.
6n mar'e rak ts^lalim ka*anakim.
Hara^'i, halaj la! har^gi' i bax ・ruxex, P巴xi bapik^pukim 'ad tumam,
Hぶnjづen 'abix, h^n imexダ戸na − v"ilem halaj la ve‘dumam. \
Vexerイn^fat^pet:. TT 1 na゛, hadajan
Hazakぶn mit^nahel v^hol^x
Bixevぶdut.biχ^edut ゛im sif^ro i)・e'ja(!o− Ma pitタom t介ixi ゛et kolex:?コ
ご謡斗
。
了言ごヤヅ゜トj゛'
ダゴヒごこ以ピi
aa jafe
Hazaken mit nahel lir xov bぷt-hak%eset.
に・゜こごご旱:・謡ふ
7a1 Stfぶkot lax, na'ara.トず'eiot?
九乱言言
。
二心言言
VIII
Franz Kafka und die jiddische Literatur (II)
Umini has farira az j a (uf sodぷnu
Ulegavehぶhやakim
jagi(a
V‰d Lanu
kise-hak'^vod,
- v^haja 1
melits
haraki'a
Binders Ubersetzung ins Deutsche 16)
Die Soinmernacht (Kazuo Ueda) I H 111 IV
Die Nacht eine Sonmernacht, Die Nacht eine hellblaue Und wir beide gehen vorbei. Nacht:, Und mein Auge hangt an Deinem, Und Dein Auge hangt Die Stニerne schauen und sprechen. an mir.
Die Nacht eine blaue
Nacht,
Die
Nacht eine Sommer-Die StraBen
schlafen
und Markte; nacht
Keine Stimme,
nur das Schreiten,
Nur eins und eins.
Kein
Bild, nur die Schatten wie Riesen.
Sei ruhig, mein Madchen ! Beruhige Dich, Blase aus die Zweifel ganz und gar;  ̄
Dein Vater schlaft doch , Deine Mutter schlaf t doch − Und die Nacht ist stutan und ruht. −
Und leise werden wir plaudern. Schau doch, der
Der Alte schleicht und geht Richter.
Mit schweren Schritten, mit schweren Schritten
mit seinemBuch in der Hand.
Warum unterbrichst Duナplotzlich Deine Stニinnne?
η
V
VI
VII
VI工工
Res. Rep. Kochi Univ., Vol. 32, Hum.
Der Alte hat ein gutes Herz, und nichts wird er erzahlen.
Got:t behiite,
dafi seine Zunge schlagen wird
-Beruhige Dich,
Madchen,
und hore wie schon
Das Bachlein flieflt und stromt:..
Der Alte bewegt sich 2ur StraBe deγ Synagoge, Dort lernt er Thora in den Nachten,
Und mit sich niLinnit erdahin unser Geheimnis − Kein Zweifel Dir, Madchen, und Fragen!
Und er begrabt dort leis‘e unser Geheimnis In der Tiefe des Bodens der Biicher;
Und solche Biicher fur ein Geheimnis wie das unsere. Das sind doch die ausgelesenen Graber。
fliegen. Von den Buchern wird dann unser Geheimnis hinaus-Und zur Hohe des Hinnnels wird es hinaufsteigen
Und bis zu Gotニtes Thron・ − und wird Fursprecher sein Fur uns im Gewolbe des Hinme Is 。
Es gibt indessen auch ein
jiddisches Gedicht
von
Frisch-mann mit diesem Titel.
Nochmals der jiddischer
Text,
eine
Trans-literation
und meine (Jbertragung ins Deutsche.
ク・oc? 11S aコWi n 1・7) VH 03・4]・’1.59口c t'H ロコSj ln -11うユ :tyoKt胃invJ r”ユ`?り .pic \sonユr1 1SロV ;7c≪5'Γ ov .lyこ3v'>Dirvi口7β1ロロn≪3 工
Franz Kafka und die iiddische Literatur (II) Transliteration 、(Kazuo Ued八) ・1 51ロe 11S 。ロ]x; 11 m53'm・t .ロコV3 !lyjK' ?1 1ylロロjyひ4g' ゛1 mv: C”]Jiip'iyip'" C]rl isn ?脈 .ly]lう7 cj; lyn ?S .r^tin 191 χ91 rnn ikう,・IJり.J・n11 9ヽ1 !lyO・y\vi ujtr‘lyjCMK 191 t]C輔うB'i'DSりn,l]CK?C JOIJU IPI ・IVOMI cv^i^u: i如川 HK
。1雌J jynyt 1・1コj・・Qtク\ynv3 ・(・り `1http://www.onsi.1゛T 1[ `!y1 1`X 11S .nye nuユons} 19 tiW
。"ly t]5・<n 1C0 tjnjn^t? S
.r]y口`ly口i: S I’S ^IfD5^<¬rl ― I'noo'nyoロ']t::t<ロlm tiK ;yr 111 。■^n≫n UK ."■:'? .:'・n^^ 91 ・nyosiい1'5・C7 tyB'''n 0y ,1・nK hv PK anyj 'lyか1 "1V^ ,a‘1¶n tt-i≪n -.y or<vフロコ舅j9ユ 1・1じ'o -ly口cnpj・-ID "iyr;n< 11S ? vc\\oico≪n own , ・J? ,"^≪
ロ1醵1`lyt3こ輦¬jSyコnio -lUum │iK -C9¬cc y:"r PH VMK 110 1yコラytK "lKC印加1”1 ぶ・1ごpyう・ロCrjり・・n t≫]
ovv. O・1ユpyラ・t]err・1・!1C UK .ly.T^c gylコ・nC'lV ・710 "Wf OKJ '7DU Qtlね・C!!3 n "iKC px .Ijrn゛S rjiK -iKD ?1 `lyt]y11
Di nacht is schtil : 23 II I]:工 I\r V V工 V:11 VI工工
I 24 工I Ill IV V VI
Res. Rep. Kochi Univ., Vol. 32, Hum
Di nacht is schtil, di nachtニ is bloに Mir bej de gehn zusa万men:I
Es・ schlofen schぢil di gassen schojn, Nor schtile schteren fla万men.
Un bloj di nacht, un schtil di nacht. Di schotens tuen sich jo gen!
Ich her dem wieder-kol bajm gehn・ Dajn harz, ich her es schlogen.
Saj ruhig, kind, los ruhig sajn
Da in ojfgeregt gewissen!
Der tate schloft,
di mame
schloft
Un willen
gornisht
wissen.
Mir gehen schtil, mir gehen nor.
Der din geht, der alter し
Er geht nor mied, un in der hand
A schweren sejfer halt er.
Der alter is aguter mensch.
Un wet uns nit fer'messer‘゛n
−・
Saj ruhig, kind, un horch,
wie schen
Es roi schen schtil di wassern.
Der alter geht in schul arajn.
Baj nacht lernt er dort tojre.
Un unser sod
nehmt er mit sich
VII
VIII
Franz Kafka und die iiddische Literatur (II)
Un unser sod
begrobt er dort
Arajn in sajne sforim −
Sej sejnen far aselchen sod
Nor hejlig-schtile kworim.
Un fun di schtile kworim wet Der sod zu'm himel fliehen. Un far di fis fun'em gut en got Wet er sich far uns ・mihen.・
Meine
Obertragung ins Deutsche
Die Nacht ist still 。 (Kazuo Ueda) I II 工工工 IVDie Nacht ist still,
die Nacht ist blau −
Wir beiden gehn
zusannnen:
Es schlafen still die Gassen schon.
Nur stille
Sterne flammen.
Und blau
die Nacht:.Und still die Nacht.
Die Schatten
wollen
sich jagen! .
工ch hor'
den Wiederhall beim
Gehn,
Dein Herz,
ich hor'
es schlagen.・
Sei ruhig, Kind, laS ruhig sein
Dein
aufgeregtes Gewissen!
Der Vater schlaft,
die Mutter schlaft
Und wollen
gar nichts wissen.
Wir gehen still, wir gehen nur.
V
26
VI
VII
VII工
Res. Rep. Kochi Univ., Vol. 32, Hum.
Der Richter geht, ein Alter, Er geht so miid, und in der Hand Halt er einen schweren Psalter.
Der Alte ist ein guter Mensch, Und wird uns nichts vermasseln −
Sei ruhig, Kind, und horch. wie sCh:on Es rauschet Stニill das VJasserl.
Der Alte geht zur Schul hmein, Studiert dort nachts die Thora,
Und unser Geheimnis nimmt er mit −
Ach, Kind, hast du Angst? Wovor da?
Und unser Geheimnis wickelt er
dort
Ganz tief in seine Biicher −
Die sind fur solche Geheimnissを ja
Nur heilig-stille Grabtiicher.
Und aus den stillen
Grabern
wird
Das Geheimnis
zum Himmel fliegenス,
Und vor den FiiSen vom lieben Gott
Wird es sich um uns bemiihen.
Wie
wir sehen,
ahneln
die zwei Gedichte einander,
unter-scheiden sich
aber im einzelnen
betracht:lich.
Vermutlich las
Lowy an jenem Abend das j
iddische Gedicht:, das damals wohl
schon existierte.
Es laBt sich schwer vorstellen,
daS ein
Schauspieler, wenn
auch beider Sprachen
machtig
und literarisch
Franz Kafka und die jiddische Literatur (II) (Kazuo Ubd人) 27
klangvolles Jiddisch hatte ubertragen konnen, zumal gleichsam
auf Bestellung, Immerhin ware eine genauere untニersuchung der
Beziehungen zwischen den Gedichten interessant, da es sich um’
eine Nachdicht:ung handeln dUrfte.18)
Pines bedenkt in seinem Buch Frischmann bloB mit wenigen
Zeilen: 。David Frischmann, poete et critique lit:teraire c!e
talent don l'activite fut consacree en premier lieu ; 1a lit‘
t:eraire hebraique, mais qui a aussi ecrit de choses excellences en judeo-allemand ,.j19)Uber seine Gedichte auBert er sich
nicht. Wie verfiel nun Kafka, bzw. Lowy auf dieses Gedichtニ? Frischmann unternahm 1911 und 1912,
also gerade zur Zeit die-ser Conference, Reisen nach Pillistinl(?)waralso offenbar
Zio-nist. Ob dies mit Kafkas Wahl zusammenhangt, da er sich schon
damals fur den Zionismus interessierte?
Ausschlaggebender war wohl der Ton
des Gedichtes. Ver-glichen mit den beiden anderen erscheint er ein wenig heller.
Binder nennt das Gedicht 。ein Beispiel fur die typisch jU・
dische Durchdringung von Diesseitigem und Transzendentem, die
auch fiir Kafka Zeit seines Lebens bezeichnend war”。21)
Alle drei Gedichte sind leicht einganglich
und einprag-sam. Sie alle S・ind national, d.h. stark jiidisch gefarbt. Ubri-gens erwahnen sie alle die Bibel, wenn auch in verschiedenem
Kontfext. Kafka wird anscheinend von einem Judentum in
Verbin-d‘ung mit der Bibel attrahiert。
Die Autoren der anderen Werke, die Lowy neben diesen
drei Gedichtニen las, werden abgesehen von Scholem Aleichem in ’
Pines iiHistニoire” nicht erwahnt. Dieses Faktum beeinf lufJte sicherlich Kafkas Auswahl. Wenn wir die ・。Histoire”als repra-sentativ fiir die j iddische Literaturgeschicht:を ansetzen, sind。
28 Res. Rep. Kochi Univ., Vol. 32, Hum・.
Ill
Fassen wir zusamraen. Es war j idd'isches Theater, das Kaf-kas Interesse fiirs Judentum weckte. Es folgte die ・Lektiire eines Werks iiber die jiddische Literatur, aus dem Kafka vieles herauszog, was er schlieSlich in seinein Vortrag benutzte. Sehr schnell hatte er sich somit sein passives in e〕in akt ives In-teresse verwandelt. 。
Was faszinierte nun Kafka an dieser Sprache und Litera-tur? Einige Bemerkungen dazu finden si・ch in seinen Tagebiichern:
。Auch der Wunsch, die jiddische Literatur zu kennen, der offen-bar eine ununterbrochene nationale Kampfstellung十zugewiesen
ist, die jedes Werk bestim!mt. Eine Stellung also, die keine Literatur, auch nicht die des unterdrlickten Volkes, in dieser
durchgangigen Weise hat" (6, Oktober 1911). Und andererorts: iidas einheitliche Zusammenhalten des im auSeren Leben oft
un-tatigen und immer sich zersplitternden nationalen BewuStseins , der Stolz und der Riicksicht:, den die Nation durch eine Lite-ratur fur sich und gegeniiber der feindlichen・ Umwelt erhalt," (25, Dezember 1911)・ ‥
Die Ostj uden lebten ja, ohne sich zu assimilieren, in ei-ner andersglaubigen Welt, behielten darin eine eigene Sprache
und Literatur und entwickelten sie standig weiter. Dies zeugt:・ von der Starke ihrer Eigenstandigkeit. .II:bendiese Sprache und Literatur sicherte aber auch diese Eigenstandigkeit ab, die in einer feindlichen Umwelt immer bedroht wird. Mufite sich da Kafka nicht fragen, wie es u皿l diewesteuropa・ischen Juden be-stellt war? DieJuden ・in Prag waren zwar assimiliert; aber ・ waren sie wirklich Deutsche Oder Ts cheche geworden? Befanden sie sich nicht in einem hochst unsicheren Schwebezustand zwischen der jiidischen und nichtjiidischen Welt?
Franz Kafka und die iiddische Liter‘atur (II)
(Kazuo Ueda) 29
Kafkas Interesse an der jiddischen LiCeratur konzentriert sich auf die Suche nach einer jiidischen 工dentitat. Die ,11・His-toire”gab dazu den vielleicht wichtニigstニen AnstoS. Mit ihr be-ginnt der VJeg, der Kafka spater zum Erlernen der hebraischen . Sprache und zu einem groBeren Interesse am Zionismus fiihren
sollte。
-Ende −
Anmerkungen
1)。Rede iiber die j iddische Sprache”. ln: Franz Kafka: Hoch- zeitsvorberei tungen auf dem Lande. Gesanmelte Werke, hrsg・ von Max Brod, Frankfurt am Main (S.Fischer Verlag), 1951, S.422ff.
2) M.Pinふs: Histoire de la Litterature Judeo-Allemande, Paris (JOUVE ET rie , EDITEURS), 1910, S.581
3) H.Binder(hrsg.):I Kafka-Kommentar 2U den Romanen, Rezensi- onen, Aphorismen und zum Brief an den Vater, Miinchen. (Wink- ler Verlag), 1976, S.398ff・
4) H.Binder(hrsg.): Kafka-Handbuch in zwei Banden, Stuttgart (Alfred Kroner Verlag), 1979, Band 2 , S.5O4
5) Das Blatt verdanke ich dem Leo Beck Institute, N.Y. 6) H.Binder: Kafka:-Kommentar, S.400 。。
7) Schriften fun Moris Rosenfeld, Band II, N.Y., 1908, S.121 -124
Den Originaltext verdanke ich Frau Dina Abramowicz, Biblio- thekarin vom YIVO Institute for Jewish Research, N.Y. 8) Meine Transliteration folgt prinzipiell der von Binder (Kafka-Kommentar, S.400f.). wfeicht aber .teilweise davon ab, da seine Transliteraむionen・sind nicht immer korrekt sind.
3 0 Res. Rep. Kochi Univ., Vol. 32, Hum.
9) H.Binder: Kafka-Handbuch in zwiei Banden, Band 2, S.504 10) H.Binder: Kafka-Komment:ar, S.4O2
11) S.Yefroikin and H.Bass(hrsg.): DOS yiddishe vort, N.Y・ .(The Workmen's Circle), S.212
Die Rechtschreibung hier weicht von der in 7) ab・ 12) H.Binder: Kafka-Handbuch, Band 2, S.504
13) H.Binder: Kafka-Koramentar, S.4O2
14) kol-kitbe u-mibhar targumav, kerech 14, Warschau,1914,S.22 Den Originaltext verdanke ich Frau Abramowicz, YIVO. 15) Diese Transkription folgt der in Langenscheidts Handworter- buch Hebraisch-Deutsch, Berlin und Miinchen. (Langenscheidt KG) 1982, S.22f.
16) H.Binder: Kafka-Konmentar, S.4O2f.
17) Ant:ologie finf hundert idische poesie, gesamelt un zunoi f- geschtelt fun M.Basin, N.Y・, 1917 ,
18) Nachdem ich diesen Aufsatz geschrieben hatte, erhielt ich einen Brief von A.Zimrani, Tel-Aviv. Sein Brief ist fur diese Frage sehr aufschluBreich. Ich zitiere deshalb den groBten Teil des Briefes:
‥‥ leχamined Frishman's collected works, his let-ters as well as critical essays on his writings. It was not possible to find an exactニ answer なs to the dates of tニhe writ:ings。
工 also searched at theBibliographical Institute in Tel-Aviv where tニhey have parts of Frishman's archive. However at this moment the archive is not available as it
serves as the source for the publication of all his let-ters. Upon completion of this work it will be possible to review the archive.
Franz Kafka und die jiddische Literatur (II) (Kazuo Ueda)
In tニhe meant:ime lwould like to share with you my im-pression based on the sources l have examir!ed together with the critical evaluation of other identical poems of Fr. written in both languages. As you correctly indicated the poems are identical in subject matter as well as in the structure. In both is felt Heine's influence。
TheHebrew poem is writtニen in a beleaguered language ・; many biblical phrases and expressions are incorporated. For the purpose of the rhyme he used inaccurate ・and unneces-sary terms and words, which harmed the inner actニion and fluidity of the poem. This poetical language is t:ypical of his early Hebrew poems written in the seventies and early eighties of the last century. Most of these difficulties disappeared in his lat:erHebrew writing。
TheYiddish poem is writ:ten in a clear, popular, folk-like language. Expressions are precise, free of superflu-ous detニails andword台; the action is fluent:, rythm and sound are affective. The language of the earlier Yiddish poems reflect the German influence, as it that ・time Fr. lived in German culture circle. In his later poems as in the one under discussion these elements were lost:。
TheHebrew poem has passages of sudden transitions.
is more lyrical romantic and stormy in contrast to the Yid-dish which is quietニ・, more epic and realistic. In eastern Europe at that time it was customary among the young Jew-ish intニellectuals to stress Hebrew and write that language. Therefore a good many of Frishn!an' s poems were initially written in Hebrew and then translated by him and published in Yiddish。
Insummary l deduce that the poem was firstニ; written in Hebrew in the early eighties・、originally published in
l b 一一` 、丿 l Φ ㎜ 31
32 Res. Rep. Kochi Univ., Vol. 32, Hum
Frishman's weekly "Hador”under the name "BalaLla"(in the night) signed with his initials D.F・。
The Yiddish was written lat:er as an elaborated free t:ranslation・.Fr・prepared a volume of selected Yiddish
po-ems, but had it never published. I cou!dnot ascetain the source from where Basin took the Yiddish poem for his an-t:hology・
19) M.Pines:
Histoire,
S.389
20) Encyclopaedia
Judaica,
Jerusalem
(Keter
Publishing
House),
1971,
Band v工I,S.197ff.
21) H.Binder: Kafka-Handbuch,
S.50A
Errata
In。FranzKafka und die jiddische Literatur ( I)"(Research-Reports of the Kochi Univers ity. Vol.31, 1982) gibt es Druck-fehler. Sie sind wie folgt zu korrigieren.
S S S S 1 2 14 15 Z.2 M.Pinぶs Z.11-12 L'histoire de la Littぶrature Judぷo- Allema万nde Z Z Z Z 12 28 34 1
hudert
Lebneslauf
(S.261)
驀
・ ・ ・ ︸ ● ● . 一 ︸ ● ● ・ ・M「・Pines'
zu kursivieren
hundert
Lebenslauf
zu streichen
zu streichen
S. S. S. S. S. S S S 15 20 21 26 27 28 29 30 S.31 S.33
Franz Kafka und die jiddische Literatur (II)
Z.19 Z.24 Z.35 Z.23 Z.9 Z.13 Z.28 Z.4 Z.1 Z.ll Z.12 Z.27 Z.29 蒼
10.4 蒼
驀
Bewegung formulierte
Ein Badchan”
Eliakum
Badchan”
conetemporaine
U.S.A.・
sagt 。iiberdies
7.5
1859
prosateuer
na-一 ・ 一・ (Kazuo Ued人) 6。3 蒼 蒼 33: 11.2 蒼
: Bewegung, formulierte
: Ein ,,Badchan”
: ,,EliakumBadchan”
・・contemporaine
: USA. : sagt iiberdies : 8 ● ● 1851 : prosateur : naher zu(Manuscript received : May 31. 1983) (Published : September, 20, 1983)