越境する「狼」― 『はてしない物語』の人間狼と
「誰でもない者」たち―
著者
川村 和宏
雑誌名
東北ドイツ文学研究
巻
56
ページ
57-80
発行年
2015-09-30
URL
http://hdl.handle.net/10097/00127136
1951 1) 2) 3) 4)
1) Jörg Kirchbaum(Hrsg.): Edgar Ende 1901-1965 Gemälde, Gouachen und Zeichnungen. Stuttgart und Wien (Weitbrecht) S. 109.
2) Edgar Ende 1901-1965 Gemälde, S. 50. 3) 2EB008.
1988 1 25
Der goldene Vogel Lilo Fromm
5)
Kindliche Kaiserin AURYN
4
6)
5)
6) Ende, Michael: Die unendliche Geschichte. Stuttgart (K. Thienemanns Verlag) 1979, S. 45. Die unendliche Geschichte
Schwärze
nigredo
Nichts
Uralte Morla Sümpfe
der Traurigkeit Alltag
Artax Ygramul 7) 8) 9) Wolkengesicht
7) Die unendliche Geschichte. S. 73.
8) Pr
Pr5
Rs1
1987 86 88 9) Die unendliche Geschichte. S. 111.
grenzenlos 10) Spukstadt 11) 12) 13) 14) 15)
10) Die unendliche Geschichte. S 126. 11) Die unendliche Geschichte. S. 137. 12) Die unendliche Geschichte. S. 138. 13) Die unendliche Geschichte. S. 140. 14) Die unendliche Geschichte. S. 140. 15) Die unendliche Geschichte. S. 140.
16) 3 man 1 Werwolf 17) 18 18) KHM DS 19) 20)
16) Die unendliche Geschichte, S. 145.
17 ) Brockhaus Enzyklopädie in vierundzwanzig Bänden. Neunzehnte, völlig neu bearbeitete Auflage. Mannheim (F. A. Brockhaus) 1986, S. 90.
18) Ebd.
19) 2010 135 KHM
DS 20)
21)
22)
23)
21) 1991 170 171
22) Enzyklopädie des Märchens. Band 11. Berlinß New York (Walter de Gryuter) 2004, S. 435. 23) Enzyklopädie des Märchens. Band 11, S. 436.
Jäger
24)
Hermann Hesse Harry Haller Steppenwolf 25) 26) Bildungsroman 27) 28)
25) Hesse, Hermann: Die Romane und die grossen Erzählungen. 5. Band. Frankfurt am Main (Suhrkamp) 1955, S. 22. Steppenwolf
26) Der Steppenwolf, S. 47.
27) Wilson, Colin: The Outsider. London (Phoenix) 1997, S. 51-52. 28) The Outsider, S. 54.
29) 30) 31) 32) 29) Der Steppenwolf, S. 49-50. 30) 1991 173 174 31) The Outsider, S. 54. 32) The Outsider, S. 55.
33)
Steppenwolf
Hermine Hermann
Die Grünhäute Purpurbüffel
34)
35)
34) Enzyklopädie des Märchens. Band 7. Berlin - New York (Walter de Gryuter) 1993, S. 399. 35) Ebd.
36)
37)
38)
36) Die unendliche Geschichte, S. 95. 37) Die unendliche Geschichte, S. 99. 38) Die unendliche Geschichte, S. 100.
39) 40) Umweg 41) 42)
39) Die unendliche Geschichte, S. 366.
40) Wiederholung
Lüthi, Max: Das Volksmärchen als Dichtung. Düsseldorf, Köln (Diederichs) 1975, S. 92.
41) Das Volksmärchen als Dichtung, S. 157. 42) Die unendliche Geschichte, S. 369.
Wahrer Wille niemand 43) 44) niemand niemand
43) Die unendliche Geschichte, S. 418. 44) Ebd.
niemand 45) 46) Niemand Niemand Niemand Niemand 47) Niemand Niemand niemand
45) Die unendliche Geschichte, S. 139.
46) Stoyan, Hajna: Die phantastischen Kinderbücher von Michael Ende. Frankfurt a. M. (Peter Lang) 2004, S. 141.
niemand niemand niemand Niemand Niemand Niemand 48) Niemand Niemand Niemand niemand niemand Niemand Niemandsrose 49) Niemand Niemand Niemand niemand
48) Die unendliche Geschichte, S. 139. 49)
Niemandgarten Niemandsland niemand nichts
Ende, Michael (Hrsg. Hocke, Roman): Der Niemandsgarten. Stuttgart (Weitbrecht) 1998, S. 321.
Niemand Niemand 50) Niemand 51) niemand 3 Niemand 2 niemand Niemand niemand Niemand niemand Niemand Niemand Nichts Nichts
50) Celan, Paul: Paul Celan Gesammelte Werke in fünf Bänden, Erster Band Gedichte I. Frankfurt am Main (Suhrkamp) 1983, S. 225.
51) Niemand Niemand
Niemadsrose 52) 53) 54) Nichts Nichts Niemandsrose Niemand Nichts Nichts 55) Nichts Niemand Nichts 56) Nichts Lügen Niemand Nichts
52) Paul Celan Gesammelte Werke in fünf Bänden, Erster Band Gedichte I, S. 225.
53) 1988 299
54)
1984 533-534 55) Die unendliche Geschichte, S. 146.
Nichts
die Krone
rot der Griffel seelenhell der
Staubfaden himmelswüst
57)
Marienglas- tafel 58)
57) Die unendliche Geschichte, S. 402.
58) Die unendliche Geschichte, S. 405. Marienglas
Kristall Tafel Marienglastafel
Marienbild Smaragdtafel
59) 60) 61) Niemand Nichts
59) Die unendliche Geschichte, S. 111. 60) Die unendliche Geschichte, S. 414. 61) Die unendliche Geschichte, S. 427.
Nichts Niemand Nichts Niemand Nichts 62) Niemand Nichts 62)
Wild, Reiner (Hrsg.): Geschichte der deutschen Kinder- und Jugendliteratur 2., ergänzte Auflage. Stuttgart, Weimar (J. B. Metzler) 2002, S. 358.
63) 11 Niemandssohn 64) Niemand Niemand Niemand Niemandssohn Niemand 63) 2EB005. 1984 6 1 64) Der Spiegel im Spiegel, S. 82.
Die grenzübertretenden Wölfe
― Der „Werwolf“ in der Unendlichen Geschichte und „Niemand“ ―
Kazuhiro Kawamura
Für Michael Ende hat der Werwolf einen speziellen Sinn, denn sein Vater Edgar Ende hat schon 1951 in dem Porträt von seinem Sohn Michael einen schwarzen grünäugigen Wolf gemalt. Darin drückte er Motive aus wie z. B. Tauben, Fuchs mit Maus und roten Stein, die auf Michaels Werke einen Einfluß ausübten. Der schwarze Werwolf spielt auch in Michael Endes repräsentierender Geschichte eine wichtige Rolle.
Michael Ende beschreibt 1979 nach etwa dreißig Jahren wieder in seiner Unendlichen
Geschichte den gewaltigen schwarzen Werwolf mit dem grünen Feuer in seinen Augen.
Dieser Werwolf folgt dem Helden Atréju, der die Hauptfigur von der phantastischen Welt „Phantásien“ ist. Atréju sucht nach einem Heilmittel von Phantásien und nach der kindlichen Kaiserin, die nun schwer krank ist. Nachdem Atréju selber das zunehmende „Nichts“ gesehen hat, geht er hoffnungslos zur Spukstadt, und dort äußert der Werwolf das Geheimnis zwischen der fantastischen Welt und der Welt der Menschenkinder. Er bekennt sein wahres Wesen, denn er kann die Grenze zwischen Phantásien und der Menschenwelt überschreiten.
Der Begriff „Werwolf“ stammt aus dem nordgermanischen Sprachraum und ist eine Seelenvorstellung, nach der die Seele den schlafenden Menschen verlässt und Wolfs- oder Bärengestalt annimmt. Und der Wald, wo der Werwolf wohnt, ist der Raum, in den er seine eigene Gestalt wieder annehmen kann. Vom sozialen Gesichtspunkt aus gesehen kann man diesen Werwolf als ein aus der Gesellschaft ausgestoßenes Wesen ansehen, das nicht mehr zwischen den normalen Menschen in Frieden und Eintracht leben kann. Der Werwolf lebt auch in der Märchenwelt, z. B. in „Rotkäppchen“, ohne Frieden im Wald im Exil, aber dort kann er nie die Grenze zwischen der Menschenwelt und der chaotischen Welt des Waldes überschreiten. Nur der Jäger kann die Hauptfigur in die Menschenwelt wieder
zurückbringen.
Der Werwolf tritt im Steppenwolf von Hermann Hesse jetzt selber als Hauptfigur auf. Harry Haller ist ein Zwitterwesen aus Wolf und Mensch. In diesem Fall wohnt der Steppenwolf in der Menschenwelt, aber er würde gerne ins Magische Theater eintreten, wo das Chaos herrscht. Dieses Magische Theater funktioniert hier wie der Wald in der Märchenwelt, wo das Chaos hineingeschrieben ist. Hier hilft Hermine dem „Steppenwolf“, seine eigene Welt zu erreichen. In diesem Sinne spielt sie hier die Rolle des Jägers als Grenzüberschreiter.
In der Unendlichen Geschichte tritt der Jäger als Helfer der Hauptfiguren auf. Atréju jagt gerade den Purpurbüffel, als er die Aufgabe erhält, Phantásien zu retten. Er ist zugleich auch der Jäger in der Unendlichen Geschichte, die Bastian in seiner realen Welt liest, und trägt jetzt AURYN das Amulett der Kindlichen Kaiserin. Durch Amulette versucht sich der Jäger den Erfolg der Jagd zu sichern. Auch Atréju kann mit Hilfe des Amuletts den Helden der Unendlichen Geschichte in Phantásien führen, und seine Reise zur Rettung von Phantásien lässt Bastian die Grenze zwischen der Menschenwelt und der phantastichen Welt überschreiten. Er funktioniert als ein Begleiter des Grenzverkehrs wie der Jäger im Grimmschen Märchen und Hermine im Steppenwolf.
Atréju hat aber jetzt noch eine neue wichtige Eigenschaft von „Niemand“. Bei der Begegnung mit Gmork nennt er sich „niemand“. Diese Stelle bezieht sich auf die Odyssee, wo Odysseus auch sich selbst „Niemand“ nennt, als er Polyphem gegenübersteht. Diese Niemand-Identität des Odysseus ist von Paul Celan in seinem Gedicht Psalm thematisiert worden. Darin beschreibt er, dass „Niemand“ als die Abwesenheit des Gottes „Nichts“ als den Verlust des Dasein der Menschen verursacht. In der Unendlichen Geschichte beschreibt Ende auch, wie das Nichts die phantastische Welt erodiert, wenn der Name der Kindlichen Kaiserin völlig vergessen wird, d.h. sie selbst Niemand wird. In beiden Werken verursacht der „Niemand“ das „Nichts“. Damit in der Unendlichen Geschichte der Autor die ganze Geschichte harmonisch beendet, stellt er Atréju als Jäger dar, der immer wieder in der Germanistik als Grengänger geschildert ist. Erst mit seiner Hilfe kann Bastian endlich seine eigene Identität finden, und die Kindliche Kaiserin bekommt ihren neuen Namen, sie wird nie „Niemand“.