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Der FaU Nietzsche Wie man wird

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鹿児島女子短期大学紀要 37 (2002)165~174頁

Der FaU N i e t z s c h e  

Wie man wirdwasman ist‑‑(3) 

Teruaki T AKEDA 

8. Richard Wagner 

165 

1m Sommer 1874, als die dritte Unzeitgemase Betrachtung entstand, scheint mir, das sich Nietzsche schon  von der Schopenhauerischen Philosophie beinahvollstandiggelost hat, obwohl seine Schrift noch Nietzsche als  Verehrer Schopenhauers zeigt.  Das bewistein Anfang August 1877 geschriebener Brief Nietzschsan Paul  Deu nder einen Leitfaden fur Schop巴 山u (DieElemente der Metaphysω (1877) , gerade fi Igs出 巴b

Schon als ich meine kleine Sc凶 自 由 巴rSchopenhauer schrieb, hiltich von allen dogmatischen Punkten fast  nichts mehr fest; glaube aber jetzt noch wie damals, das es einstweilen hochst wesentlich ist, durch Schopenhaur hindurchzugehen und ihn als Erzieher zu benutzen. Nur glaube ich n m e r, das e Schopenhauerschen  Philosophie e ihn s 11."1281 

Zwar fuhlte Nitzschejedenfalls nach wie vor das Gluck, in Schopenhauer und Wagner Erzieher gefunden  zu haben, aber zu diesem Zeitpunkt begann auch sein praktisches Verhaltnis zu Wagner wie zu Schopenhauer zu  wanken, was der folgendBriefan Wagner bewisenkonnte. 

TennSie nicht zuiedenmit mir b1minerAnwesenheit schienen, so bgreifeichsnur zu gut, ohne  etwas daran andem zu konnndenn ich leme und perzipiere sehr langsam und erlebe dann in jedem Moment b1 Ihnen etwas, woran ich nie gedacht habe und was mir einzupragen mein Wunsch iSt."l却)

Zwar konntNietzschegar nicht denken, wie man Wagner in allen Hauptsachen mehr Treue habe halten  konnen alsrselbst es gewesen sei. Aber in kleinen untergeordneten Nebenpunken und in einer gewissen fur  mich  notwendigen  beinahesanitarisch> zu  nennenden  Enthaltung  von  h m  personlichen  Zusammenleben mus ich mir eine Freiheit wahren, wirklich nur um jene Treue in einem hohrenSinne halten zu  koonnen nnen."01

Hier zeigt sich deutlich der Zug der Natur Nitzschesdiihmim Umgang mit anderen Menschen grose  Schwierigkeiten bereitet.  Ihm eignet eine vollkommen unheimliche Reizbarkeit des ReinlichkeitsInstinkts, so  dasrdas  Innrlichstejeder Seele physiologisch wahmimmt.1311  Eine extreme Lauterkeit ist  seine  Daseins Vorausstzunger kommt deshalb fast um unter unreinen Bedingungen, wodurch ihm die zwischnmenschlichen Beziehungen zur Geduldsprobe werdn. Folglich sagt ermeine Humanitat besteht n darin, mitzuhlen wie der Mensch ist, sondemsa n, das ich ihn mitfuhle...  Meine Humanitat ist  eine bestandige  Selbstuberwindung.  ‑ Aber ich habe E notig, will sagen, Genesung, Ruckkehr zu mir, den Atm einer freien leichten spielendnLuft..."132) 

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166  鹿児島女千短期大学紀要 37 (2002)

Bevor Nitzschenach dem Besuch bei Wagner im Jahre 1874 zu den Festspielproben im Juli  1876 wieder  nach Bayruthkam, traf er fast zwei Jahre nicht mit ihm zusammen. Aber in diesem Bayreuther Sommer t1uchtete  er nach den erstnAuffuhrungen, denen er beiwohnte, fort in den Bayerischen Wald.  Hier in  einem Walddorf  machte  er  erste  Aufzeichnu時 巴n zu  (Menschliches, Allzulenschl凶 巴s ) damals  unter  dem Titel  (Die  Pt1ugschar).  Dann kehrte er, dem Wunsch seiner Schwester Elisabeth folgend, nach Bayruthzuruck und hatte  aber die  innere Fassung, um das Unertragliche zu ertragen.ID) DamaligGfuhleNietzsches spiegeln sich in  einem vom 6.  August 1876 datierten Brief an seine Schwester. 

Liebste Schwester, hoffentlich bist Du in Bayruthund findest dort gute Menschen, die fur Dich sorgen,  nachdem ich von dort verschwunden bin.  Ich weis ganz genau, das ich es  dort n aushalten kann, ja  eigentlich haenwir es vorher wissen sollen!  Denke nur, wie vorsichtig ich bisher leben muste, die letzten Jahr

Icfuhle mich von dem kurzen Aufenthaltdortso ermudet und erschopft, ich komme gar nicht wieder recht zu 

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mlr.ノ

Das nannte spater Nietzsch巴 くSlbstlosigkeit>das er gar nicht wieder recht zu sich kommen konnte.  Jede  Art  Lebn,di unglstigsten Bedingungen, Krankheit, Armut  ‑ alles  schien  ihm  diesrunwurdigen 

Selbstlosigkeit>vorzihenswert. "Damals entschied sich mein Instinkt unerbittlich gegen ein noch langeres  Nachgeben, Mitgehn, Miclt

Erignis

Was sich damals bei mir entschied, war nicht etwa ein Bruch mit Wagner ‑ ich empfandineGesamt Abirrung minesInstinkts, von der derinzelneFehlgriff, heise er nun Wagner oder Basler Profissurblos ein  Zeichen war.  Eine U mit mir uberfiel mich; ich sah ein, das es die hochste Zeit war, mich auf m  zuruckzubesinnen.  Mit einem Male war mir auf eine schreckliche Weise klar, wieviel Zeit bereits verschwendt sei  ‑wie nutzlos, wie willkurlich sich meine ganzPhilologenExistenzan m1llrAufgabe ausnhme.Ic schamte mich dieser f n Bescheidenheit..6)

Im Januar  1878  schickte  Wagner ein  schones  Exemplar des  ParsifalTextes, mit  seiner  Widmung an  Nietzschemeinem theuren Freunde  Friedrich  Nietzsche, Richard  Wagner, Kirchemath."I37)  Nietzsches  Eindruck desrstnLsenszeigt sich klar in seinem Brief an Reinhart Seydlitz. 

Gstemkam, von Wagner gesandt, der Parsifal in mein Haus.  Eindruck des ersten Lesens: mehr Liszt als  Wagner, Geist der Gegenreformation; mir, der ich zu sehr an das Griechische, menschlich Allgemeine gewohnt  bin, ist alles zu christlich, zeitlich, beschrankt; lauter phantastische Psychologie; kein Fleisch und viel zu viel Blut  namentlich beim Abendmal geht es mir zu vollblutig her) ; dann mag ich hysterische Frauenzimmer nicht; vieles,  was fur das inn巴閃Augeertraglich ist, wird bei der Auffuhrung kaum auszuhaltnsein:  dnknSisichunser

Schauspieler betend, zittmdund mit verzuckten Halsen.  Auch das Innere der Gralsburg k n auf der Buhn

nicht wirkungsvoll sein, ebensowenig der verwundete Schwan.  Alle diese schonen Erfindungen gehoren ins Epos  und, wie gesagt, furs innere Auge."I1X) 

1m Mai de lbenJahres sandte Ntzschean Wagner das gerade fertig gewordene Buch (Mnschlichs Allzumenschliches).  ln  (Ecce homo) lautet  es  folgendermasen: Diese KrCungder zwei Bucher ‑ mir 

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