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Die≫Natur≪desMenschen gr捏ねC九e月enαC如弘花gderpんよ0gqp九gcんe花A乃娩rr叩OgCgね花UO71

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(1)

Die≫Natur≪desMenschen

gr捏ねC九e月enαC如弘花gderpんよ0gqp九gcんe花A乃娩rr叩OgCgね花UO71

肋∬gcんeger;励gm山九乃egg花e7㌧A OgdGe九ge托〟几d月もgmzdScんeggγ

ThomasEggenberg

EINLEITUNG

Der Gedankenkreis derphilosophischenAnthropologieist so alt wie die

Philosophie selber.Beispielsweise auBerte schon der Naturphilosoph

Anaxagora■S−um500bis428V.Chr.−den typisch anthropologischen

Gedanken,≫dass derMensch das kliigste Tier sei,Weiler H左nde habe≪1.

Allerdingsbedeutetdiesnicht,dassAnthropologieimmerschonalssoIche

betrieben worden w左re.Das Wort ≫anthropologia≪ und mitihm die

philosophischeTheorie,diediesesWortalsLosungbraucht,gibteso任enbar

erstseitdem16.Jahrhundert.2NachdemMittelalter,dasvorwiegendaufs

Tranzendentegerichtetwar,entdecktedieRenaissancedenMenschenneu.

Sieversuchte,denMenschennichtmehrnurimRahmenderReligion,d.h.

vonGotther,SOndern,umeineWendungWilhelmDiltheysaJfzunehmen,

immanentaussichselbstherauszuverstehen.DieAbkehrderPhilosophie VOn der traditionellen Schulmetaphysik.bedeutete faktisch ein neues Interessefurdasirdische,diesseitigeLebenundwareinezentraleBedingung

fiir die Herausbildung und das Wichtigwerden der philosophischen Anthropologie.IndiesemSinneistdiephilosophischeAnthropologie≫Weder

eine〉eWigmenschlicheくnOCh〉eWigphilosophischeく,SOnderneineganzund

garnur>neuZeitliche<Angelegenheit≪3.

1zit.nach:JdrgenHabermas,PhilosophischeAnthropologie−EinLexikonartikel,in:Kultur

undKritik,91

2 0doMarquard,ZurGeschichtedesphilosophischenBegriffs≫Anthropologie≪SeitdemEndedes achtzehntenJahrhunderts,in:SchwierigkeitenmitderGeschichtsphilosophie,124

3 Marquard,a.a.0.,124

(2)

Einenwichtigen Grundsteinfurdie Etablierungderphilosophischen

AnthropologiealsakademischeDisziplinlegteKantmit詑inerVorlesung

≫阜nthropologieinpragmatischerHinsicht≪,dieer17ケ2/73hieltund1798

Ver6ffentlichte.Kantging soweit,die wesentlichen Fragen,die von der Philosophie an den Menschen gestellt wurden,allein der Anthropologie aufzubiirden:

≫DasFeld derPhilosophieindieserweltbtirgerlichenBedeutunglasst sichauffolgende Fragen bringeP:1・Waskannichwissen?−2・Wassollichtun?−3・Wasdarfichhoffen?−4・Wasistder Mensch?DieersteFragebeantwortetdieMetaphysik,diezweitedieMoral,diedrittedieReligion,

und die vierte die AnthT・qpolqgie.Im Grunde k6nnte man aber alles dieses zur Anthropologie rechnen,WeilsichdieerstenFragenaufdieletztebeziehen.≪4

≫WasistderMensch?≪−Gemeintist damitim18.Jahrhundertnattirlich dereuropaischeMensch5undwieersichinders註kularisiertenWeltselber definierte.Esgingdabeizun左chstumdasSelbstverst左ndnisd占sMenschen als Planetenbewohnerinnerhalb des≫neuen≪kopernikanischen Kosmos.

DanngingesumdasVerh去ltnisdesMenschenzuallenanderenbekannten Lebensformen,insbesondereaberumdasSelbstverst左ndnisdesEurop去ers innerhalbderethnischenVielfalt,diesichdenEntdeckernaufihrenReisen

auftat.■UndschlieBlichgingesumdasSelbstverst左ndnis desbtirgerlichen

IndividuumsinnerhalbseinereigenenGesellschaft.

Ihre・eigentliche Bltitezeit hatte die philosophische Anthropologie jedoch erst zu Beginn des・20.Jahrhunderts.In einer Zeit gro13er gesellschaftlicher und politischer,Wirtschaftlicher und kultureller Umw左1zungen,ineinerZeitauch,daderMenschsichseinerselbstimmer Weniger sicher sein kann,kam es nach der Katastrophe des Ersten

Weltkriegs(scheinbar)iiberraschendzueiner≫anthropologischenWende≪:

Alle philosophischen Disziplinen schienenin den zwanzigerJahren auf Anthropologie zu konvergieren.Anthropologie wurde zum modernen

philosophischen Zentralthema,Wurde gleichsam zum Synonym fdr

≫eChte≪Philosophie uberhaupt.Pointiert formuliert:Der Mensch sollte

4ImmanuelKant,Werke,Hg.W.Weischedel,Bd.Ⅴ(SchriftenzurMetaphysikundLogikl),447f.

5■ bzw.Mann‥.

(3)

nichteinThemaderPhilosophienebenvielenanderen,SOndernihreMitte

Das Auftauchen der philosophischen Anthropologieist Symptom,

WobeisichinihrzweiTendenzenderZeitwiderspiegeln:Zumeineneine gewisse≫titanisch−neuheidnische≪6selbstverherrlichung des Menschen,

zumahdern,gegenlaufig,die・Selbstbesinnung des Menschen auf

seine≫geSCh6pflicheIntegritat≪7−eineJanushaftigkeit,die sich,Wie zu Zeigenseinwird,indertheoretischenundnichtzuletztpolitischenDifferenz

zwischen Arnold Gehlen und Helmuth Plessner−neben Max Scheler

dieGriinderfiguren der modernen philosophischen Anthropologiein Deutschland−Offenbart.

Doch das Auftauchen der philosophischen Anthropologie hat,Wie

Habermas bemerkt,nOCh eine andere Ursache−die Konkurrenz durch

andere Wissenschaflen:

≫DiephilosophischeAnthropologieist,去hnlichdermodernenNaturphilosophie(inGestalteiner Theorie des Lebens)und der modernen Geschichtsphilosophie(in Gestalt einer Theorie der

Gesellschaft),nichtetwaeinewissenschaftlicheAusgliederungausdemVerbandderPhilosophie,

SondernumgekehrteineReaktionderPhilosophieaufjeneherangereiftenWissenschafteri,dieihr GegenstandundAnspruchstreitigmachen.≪9

Wie konstituiert nun die philosophische Anthropologie den Gegenstand

≫Mensch≪,um Verlorene Anteile wieder wettzumachen?Gegenstand soll

etwassein,das nicht ohne weiteres zum Gegenstand werdenkann:

die≫Natur≪bzw.das≫Wesen≪desMenschen.Sieversucht,dieses≫Wesen≪im

SpannungSbogen zwischen≫Mensch■als GattungSWeSen≪(auBgund seines

biologischen SchemaslO)sowie≫Menschals transzendentales Subjekt≪(als

Sprach−undVernunftwesen)zufindenundzu■verstehen.

Mit dieser Konstitution des menschlichen≫Wesens≪handelt sich die Philosophische Anthropologie ein vertracktes methodologisches Problem

6 Ren6weiland(Hg.),PhilosophischeAnthropologiederModerne,10

7 weiland,a.a.0.,10

8 Gemeintsinddamitz.B.biologischeAnthropologie,Psychologie,Soziologie.

9 Habermas,a.a.0.,92

10 Z.B.ExtrauterinesFriihjahr,aufrechterGang

(4)

ein;dennderMenschistErkennenderundzuErkennendes,Subjekt und Objektzugleich.Diejenigen,dieAnthropologietreiben(Obphilosophische Odernaturwissenschaftliche),SindMenschenundselberdaraufangewiesen,

sichinihremMenschseinzuverstehen.SiedeutendasWesendesMenschen indemMaBe,indemsieihreigenesWesendeuten;Siek6nnenvonihrem

Gegenstand nur handeln,indem sie sich selbst,ihre Situation,in die BetrachtungmiteinflieBenlassen.

DieFragedr去ngtsichauf,Obdasgelingenkann−Sichselbstzubegreifen,

oder,inAnlehnunganJean−PaulSartre,■sichselbster丘ndenzuwollen,.Ohne

in die≫SChlechte Unendlichkeit menschlicher Selbstverdoppelungen zu geraten,unSindenvielfaltigenBildernvonunsselbstverlierend.AIsobsich

eine philos ̄ophische Anthropologie_im groBen−VOrn註hme,WaS SChonim

kleinenallzuleichtmisslingt:Abstandvonunsselbstzunehmen,aufdasswir

unsbesser,jadberhaupterstsehenlernen.≪DiesesDilemmahandhabtendie verschiedenenPhilosophenmitunterschiedlichemErfolg.11

Des Weiteren stellt sich die Frage,Wie sich die Gefahr des Anthropozentrismus vermeidenlasst,d.h.einerIdeologie,dieim Keim

bereits die Unterwerfung der Natur durch den Menschenimpliziert

und−SOZuSagen als Kr6nung der Sch6p如ngsgeschichte−auCh vor der

KlonungdiesesUnterwerfer−Wesensnichtzurtickschreckt.Dieverbreitete BestimmungdesMenschenalseinesautonomenGeistwesensentgehtdieser

11weiland,a.a.0.,9.DieseM6glichkeithatdieFrankfurterSchuleunterHorkheimerundAdorno

kategorischinAbredegestellt:WasderMenschsei,lassesichnichtangeben,Ohnezugleich Seine M6glichkeiten zu hintertreiben.Auch wenn der Einwand berechtigtist−die PausChalverurteilungderphilosophischenAnthropologie・dieIgnoranZVOnHorkheimerund

Adorno ausgerechnet einem so differenzierten Geist wie Plessner gegeniiber mutet heute unverst左ndlich an.Ren占Weiland schreibtin der NZZ vom17.9.1994:>W去hrend Helmuth PlessnersDenken dem Anschauungsprinzip erfahrungsgeleiteter Naturwissenschaften wie auchexperimentierender moderner Kunst folgte,bewehrten Horkheimer und Adornoihre

Riihr−mich−nicht−an−Haltung in Bezug auf die Einzelwissenschaften mit allerlei verschw6rungstheoretischerVerve.AufdieArtkonnteAdornofiirHorkheimerundsichselber

das Verdienst beanspruchen,die philosophische Anthropologie von friih an〉eingreifendく

■kritisiert zu haben」≪(66)Weilandlegt Horkheimers und Adomos >Negativantrieb≪

−einleuchtendTeine≫Wut aufsIndividuationsprinzip≪Zugrunde:}individuation,Bildung

personhafter Einheit,ist 丘ir Max Horkheimer schlicht ein Kennzeichen 〉btirgerlicher Anthropologieく.≪(66)Und Adorno findet in der }Minima Moralia≪ ≫die Spur des Menschlichen≪einzignoch≫amIndividuumalsdemuntergehenden{(zit.nach:Nzz,66).

(5)

Gefahr,Wie sich vermutenlasst,Oft nicht.Im Folgenden werdeich die

unterschiedlichen philosophisch−anthropologischen Ansatze von Max

Scheler,Helmuth Plessner,Arnold Gehlen und Helmut Schelskyin

knappen ZtigenherausarbeitensowieaufeinigezentraleKritikpunkteaus

heutigerPerspektiveeingehen.

(6)

DERMENSCHALS UBERLEGENES WESEN

肋∬gcゐeger

ImVorwortvonSchelersletzter,1928erschienenerSchrift≫DieStellungdes MenschenimKosmos≪12,heiBtes:

≫DieFragen:WasistderMensch,undwasistseineStellungimSeinく?habenmichseitdemersten ErwachenmeinesphilosophischenBewusstseinswesentlicherundzentralerbesch去tigtalsjede anderephilosophischeFrage.≪13

Scheler(1874−1928)entstammte einer konfessionell gemischten Familie:

DerVaterwarprotestantisch,dieMutterjudisch.Mitetwa14Jahrenbegann SichScheler丘irdenKatholizismuszuinteressieren.Esverwundertnicht,

dassseinePhilosophie,die erimLaufseines Lebens entwirflundimmer weiterentwickeltstetssichauchumdieVers6hnungvonGottundMensch bemiiht.Trotzder≫ahthropologischenWende≪14,d.h.demVersucheiner

echten,am Phanomen orientierten Selbstinterpretation des Menschen,

istdieseIntention,Wiezuzeigenseinwird,imDenkendesspatenScheler

nachwievordeutlichzuspuren.

DochSchelerwidmetesichnicht≫nur≪religi6senundphilosophischen Fragen;Zeit seines Lebens pflegte er einenintensiven Austaヮ・SCh mit zahlreichen Forschern der verschiedensten Forschungsrichtungen,SetZte

SichmitFreudsPsychoanalyseauseinander,mitVerhaltensforschungund EntwicklungsbiologieundgrundetenichtzuletzteineneigenenZweigder Soziologie,diesogenannteWissenssoziologie.15DassinSchelersLebendie

FragenachdemWesendesMenschentats去chlicheineArtarchimedischer

Punktverk6rpert,ZeigtsichdamitinallerDeutlichkeit.

12 ErschienenimOttoReichlVerlag,Darmstadt,1928(fortanmitStMeabgektirzt).Teiledavontrug

Schelerseit1925anderUniversit左t K61nvor.

13 stMe,9

14 FelixHammer,TheonomeAnthropologie?MaxSchelersMensChenbildundseine.Grenzen,

133

15 vgl.GerdHaefher,MaxScheler−DasUberstiegs−Wesen,in:Weiland,a.a.0.,105f.

(7)

Wie sieht nun Scheler die≫Stellung des Menschenim Kosmos.≪?Leben

grenztsichaufdereinenSeitevomAnorgarlischen,aufderanderenvom

Geistigenab.InnerhalbdieserGrenzenderbiopsychischenWeltexistieren

verSChiedeneStufenderAusdifferenzierungvon.≫pSyChischenKraften≪16,

diemitdem≫Lebendigen≪17tiberhauptzusammenfallen:

Dieunterste,VegetativeStufebildetderbewusstlose,empfindungs−_und

vorstellungslose≫Gefhhlsdrang≪18.1nihm sind Gefiihl und Trieb aber nochnicht geschieden.Ein blo13es ≫Hinzu≪ Oder ≫Vonweg≪19,eine bloL3e≫Wachstumsbewegung≪20,aber nur auf das unspezi丘zierte Ganze gerichtet,istdereinzigm6glicheZustand.・DasdiesenZustandverk6rpernde

Lebewesenist die P瓜anze.

Dien左chsth6hereStufebildetder≫Instinkt≪21.Ihnzeichneteine erste StufederAnimalit云t aus.DasinstinktiveVerhaltenbesitzt die Merkmale,

dasses≫Sinngem去L3k22fdrdasGanzedesLebenstragers,d.h.artspezi丘schist undnachfestenRhythmenablauft.

DiedritteStufestelltdieFahigkeitdes≫aSSOZiativenGed云chtnis≪23dat.

Sie zeichnet die zweite Stufe der Animalitit aus und zeigt sich z.B.in spontanenProbier−und≫Spielbewegungen≪24vonHunden.

Die h6chste und letzte Stufe schlie131ich manifestiert sich in der≫praktischenIntelligenz≪25,ineinem≫prOduktiven≪,≫antizipatorischen4?6 Denken,.dasdemIndividuumetwas.≫Neues≪27(qrtneuundatypisch)er6ffnet.

SoIche≫eChtenIntelligenzhandlungen≪28k6nnen z.B.von den h6chsten Menschenaffen,denSchimpansen,geleistetwerden.

16 stMe,16 17 stMe,16

8   9   0   11   1   2   2

StMe,17 StMe,17

StMe,19 StMe,24 22 stMe,25 23 stMe,31 24 stMe,31 25 stMe,39 26 stMe,40 27 stMe,40 28 stMe,42

(8)

Uberraschend undirritierend an Schelers Stufenschemaist,dass der

Menschalle Stufen des Lebens,Vdm Gefdhlsdrang bis zur praktischen Intelligenz,mitallenanderenLebewesen.gemeipsamhat,dassdieLeistungen technischer,praktischerIntelligenzbeimMenschennurdemGrade(!),nicht dem Wesen nach h6her sind als z.B.die von.Affen.Dieser bis hierher

lediglichquantitative,nicht qualitative Unterschiedillustriert Scheler nolensvolensineinemBrief,indemereuphorischvoneinemPnanzenfilm

erzahltundindemerdenEindruckerweckt,alsseidasWeseneinerPflanze einAbglanzdeshとichstensLebens:

≫Wunderbar[‥.]mansiehtdiePflanzenatmen,WaChsenu.sterben.Dernatiirl.Eindruck,die Pflanzeseiunbeseelt,VerSChwindetvollst去ndig.ManSChautdieganzeDramatikdesLebens−die unerh6rtenAnstrengungen.Amsch6nstenwarenRanken,diesichanviernebeneinandergestellten

StAngenaufreihen.Dasstiirmische〉SuchenくnaChHalt,die〉Befriedigungく,WennSiedieStange

gefunden,dievergeblichenVersuche(oftsuchtdieRankeaneineranderenRankeHalt,dieebenso

haltlosist,SOdassbeidezusammenbrechen)u.vorallem:dieErscheinung,dass−WenndieRanke die4・letzteStan寧eimWachsenerreichthat−Sie〉VerZWeiLeltくinsLeeregreift,SuChtundsucht−

bis(unerh6rt!)siesichnachMisserfolgenumWendetu.zur4.Stangezuriickkehrt.Daserschtitterte

michso,dassichmitMiihedieThr左nenz辻ruckhielt_0wieistdas〉LebenくtiberallgleichsiiB,

zuckendundschmerzhaft…undwieistalles,allesLebeneinS.{29

Wodurch unterscheidet 岳ich denn nun der Mensch von den anderen Kreaturen?SchelerstelltsichdieFragenatiirlichselbst:

≫Besteht,Wenn dem TiereIntelligenz zukommt,iitxrhaupt noch mehr als ein nur gradueller UnterschiedzwischenMenschundTier?BestehtdannnocheinWesensunterschied?Oderaber

gibtesuberdiebisherbehandeltenWesensstuLenhinausnochetwasganZAnderesimMenschen,

ihmspezifischZukommendes,WaSdurchWahlundlntelligenziiberhauptnicht getroffbnund

ersch6pftist?≪30

DieFrageistrhetorisch,undsolasstdieAntwortnichtlangeaufsichwarten:

DerMenschnimmteine≫Sonderste11ung{31ein,dieSchelermetaphysisch

begr竜ndet.Was den Menschen allein vor allen anderen Lebewesen

291Zit.nach:WilhelmMader,MaxScheler,117f.

30 stMe,44f.

31stMe,14

(9)

auszeichnet,SeineInstinkteschwacht,SeineTriebehemmt,UmweltzuWelt 6ffnet,ist der≫Geist≪32・,ein dem Leben schlechthin≫entgegengeSetZteS

Prinzip≪33・DankdemPrinzipGeister6ffr1etSichdemLebengegenubeteine

Sph呂rederOffenheit,FreiheitundHerrschaft.DerMenschkanneinDing,

auchin ver去nderten Zusammenh左ngen,als dasselbe wiedererkennen;er kanndas N去chsteundDringlichste,d.h.dasunmittelbarLebensrelevante iibersteigen,tranSZendieren;erist dem Lebensdrang nicht mehr blo13

unterworfen und kann den Trieben undInstinkten einen Willen entgegensetzen;erist demnach ein≫Neinsagenkdnner≪34,ein≫Asket des Lebens≪35,dergegendiebloJ3eWirklichkeitprotestiert;undweilerNein

Sagenkann,kannerersteigentlichJasagen.DurchdieTeilhabeamGeist

istderMensch≫dassichselbstundderWelttiberlegeneWesen≪36undals

SOIchesz.B.de■rIronieunddesHumorsf云hig;auChkannerseinSeinvon auBen betrachten,reflektieren,kritisieren,Wissenschaftlich erforschen.

Geist−Habenbedeutetaberauch,VOngeistigenWertenwieWahrheit,Gtite,

SchGnheitzuwissen.DasPrinzipGeistdurchbrichtdenBannkreisdunklen

Lebensdranges37,mehr noch:Geist und Lebensdrang durchdringen sich

gegenseitig−derurspriinglichohnm呂chtige Geistund derursprtinglich Ohnm云ChtigeDrangvereinensichalsVergeistigungderDrangsaleundals

Verlebendigung ̄desGeistes.

DerDrang−Geist−Dualismuskennzeichnetdiegesamteanthropologische

KonzeptionSchelers,dieinihremKerneineMischungausderempirisch OrientiertenAnthropologieseinerSpatzeitsowiedertheologischgepragten

SeinerFriihzeitist:DerMenschalsMenschistauchNatur,Trieb,Leben.

DerMensch wird Mensch aber erst durch den≫1ebensfremd von oben einfallenden Geist≪38,in welchem sich das unraumliche,unZeitliche,

32 stMe,47 33 stMe,46 34 stMe,65 35 stMe,65 36 stMe,58

37 Der Lebensdrangist nicht zu verwechseln mit dem Geftihlsdrang,der ersten Stufe der psychischenKr左fte.DerLebensdrangumfasstdasGesamtdieserKr云fte,dasSchelermanchmal,

begrifflichetwasunscharf,auChLebenoderDrangnennt.

(10)

gegenstandsun伝hige und rein aktuale g6ttliche Prinzip verbirgt,das

seinerseits erst am undim Mensch zur Einheit丘ndet.Dieser Dualismus gefahrdet allerdings dieinnere Einheit des Menschen.Das Zentrum der

geistigen Akte des Erkennens,Liebens und Ftihlens,d.h.also

die≫Person≪39,hatihrSeinlediglichinihrenAktenunddurchsie.Damit Verliert sieimGrundegenommenihreigenst哀ndigesWesenundwirdzu

einepl≫Ort≪,einerArtBulne,WOSichdiebeidenPrinzipienDrangund

Gei占tverwirklichen.DerMengchistnurmehreinZwischen,einUbergang,

eine≫individuelleSelbstkonzentration≪40desg6ttlichenGeistes,eingespannt

ineinenEr16sungsprozess:≫Nichtder〉Menschbetetく−eristdasGebetdes

Lebenstibersichhinaus.≪41

SchelersKonzeptiongefahrdetzwardenMenschenalseigenstandiges Wesen,erh6htihnabergeradedadurch,daerdereinzigm6glicheOrtder Gottwerdung,・dasImago Dei,ist.Darin verbirgt sichim Grunde die

IdeologieeinesAnthropozentrismus,die bereits Plessner einer Kritik unterzog und die heute mit den unerschrockenen Verfechtern des

MenschenklonenseinenneuenH6hepunkterreichthat.

8   9   0   13   3   4   4

Hammer;a.a.0.,140

StMe,58

Hammer,a.a.0.,147

Scheler,ZurIdeedesMenschen,in:VomUmsturzderWerte,Zit.nach:Haefher,in:Weiland,

a.a.0.,109

(11)

DERMENSCHALS EXZENTRISCHES WESEN 月igmzJ班Pge8g花er

1928,ZurSelbenZeitwie SchelersanthropologischerSpatschrift,erSChien

Plessners grundlegendes Buch ≫Die Stufen des Organischen und der

Mensch≪.DennochgiltgemeinhinScheleralsderBegrunderdermodernen

philosophischen Anthropologiein Deutschland.Das hat seinen Grund:

BeidelehrtenanderK61nerUniversitat,aberPlessnergaltals≫Schtiler≪VOn

Scheler;beide befassten sich mit philosophischer Anthropologie,aber Plessners anspruchsvolleres Werk blieb wirkungsgeschichtlich hinter

Schelers kurzem,pr云gnantemText weit zurdck.Mehr noch:AIs Scheler VOm Vorhaben seines Universit益tskollegen erfuhr,habe dieser,Wie Plessnerineiner≫Selbstdarstellung≪SChreibt,mit Misstrauen reagiert−

unddemVorschlag,denursprtinglichgewahltenTitel≫Grundlegungder

philosophischen Anthropologie≪in ≫Einleitung zur philosophischen Anthropologie≪umZunennen.Scheler habe sein Buch nie gelesen,ihn aberdesPlagiatsbezichtigt.42SelbstinjdngerenGesamtdarstellungender modernen philosophischen Anthropologie hilt sich das Gerticht von

SchelersalleinigerPionierarbeit.M.Landmannz.B.schreibtsienoch1982

exklusivSchelerzu,OhnedenNamenPlessnerauchnurzunennen.43 Plessner(1892−1985),Zoologe,SoziologeundPhilosoph,16Stmitseinem

WerkdieAnthropologieausderKlammerdesmetaphysischaufgeladenen Biologismus,diesiebeiSchelernochumgibt.Undanderswiederumalsin

derExistenzphilosophieistbeiPlessnerder Grundbegriffphilosophischer

Anthropologienicht≫Dasein≪,SOndern≫Leben≪,WOmitderBezugaufdas OrganischedesMenschenwachbleibt.

MaBgebend fur den Begriffdes Menschenist nicht mehr ein duales

PrinzipwiederGegensatzvonGeistundLeben,daschristlicheSchemavon

42 vollkommenzuUnrecht,Wiesichbaldheraustellte;Vgl.Weiland,HelmuthPlessner−Der MenschalsexzentrischesWesen,in:Weiland,a.a.0.,114f.

43 ≫MitseinerkleinenSchrift〉DieStellungdesMenschenimKosmos<istSchelerauchselbst ZumHauptanreger der modemen deutschen Anthropologie geworden.Ein gr6Beres Werk haternurnochvorbereitenk6nnen.≪MichaelLandmann,PhilosophischeAnthropologie,38

(12)

LeibundSeeleoderwiediecartesischeTrennungvonrescogitansundres

extensa.DiephilosophischeAnthropologiewirdneutral:Siehandeltnicht mehr von Prinzipien(wie noch bei Scheler),SOndern von Strukturen.

Pflanze,TierundMenschwerdenjeweilsimVerhiltniszuihrer≫Sph左re≪44

betrachtet,Zu ≫AuL3enwelt,Innenwelt,Mitwelt≪45.DieseS dreifach

charakterisierte Verha1tnis wird zum Schltissel fur das Verst去ndnis

der≫Natur≪desMenschen.

Eine Pr去missein Plessners philosophischer Anthropologieist die

UnergrtindlichkeitdesLebensundderWelt:DieUnergrtindlichkeitistdie

Nachtseite der nur dem Menschen zukommenden Weltoffenheit und

Geschichtlichkeit.DerMenschmussfiirsichselbstwieRirseineMitmenschen verborgen bleiben−ein≫homo absconditus≪46.Unefgrundlichkeit darf

hieraber nicht romantisch missverstanden werden.≫Unergrdndlichkeit≪

bedeutet bei Plessner Offenheit des Menschen fiir die verschiedensten

≫Auffdllungen≪ Seiner formalen Grundstruktur,nie aber Verzicht auf begrifniche Fassung47und Erhellung eben dieser Grundstruktur.Der

ZentraleBegriffdafurheiL3t≫Exzentrizit去t≪.

≫Ich bin,aberich habe mich nicht≪48charakterisiert die menschliche

SituationinihremleibhaftenDasein.DerSatzdrdcktinwenigenWortendas aus,WaSPlessnerunterderexzentrischenPositiondesMenschenversteht.

Worin besteht nun diese Exzentrizit左t genau,die allen menschlichen AuBerungen gleiqhsamihren Stempel aufdrtickt?Plessner beschreibt zun益chstdiePositiondesTieres:

≫DasTierlebtausseinerMitteheraus,inseineMittehinein,abereslebtnichtalsMitte.Eserlebt InhalteimUmfeld,FremdesundEigenes,eSVermagauChiiberdeneigenenLeibHerrschaftzu

44 DieStufendesOrganischenundderMensch(fortanmitStOrabgektirzt),288

45 stor,293

46 Homoabsconditus,in:DieFragenachderConditiohumana,138ff.

47 ≫BegrifflicheFassung≪meintnicht,dieNaturinden≫Griff≪Zubekommen.PlessnersDevisewar vielmehr,den≫AugenderNatur{Zubegegnen;Vgl.FelixHammer,DieexzentrischePosition desMenschen,Geleitwort(0lmeSeite).

48 DieFragenachderConditiohumana,in:ders.,56

(13)

gewinnen,eS bildet ein aufes selber rtickbeztigliches System,ein Sich,aber es erlebt nicht−

sich.≪49

DieMitte,dasistPlessnersThese,bleibtdemMenschenvorbehalten.Istdas Leben des Tieres zentrisch,SO fallt das Leben des Mep.schen,Ohne die Zentrierungals占01cheaufgebenzukiinnen,dochausihrheraus.DerBruch

indermenschlichenNaturbes.tehtdarin,ZugleichLeibzu.seinundK6rper

Zuhaben;.derMenschistdieserBruch.DerAusgleich,d.h.diepersonale Mittestellt sich erstim≫Vollzug≪50ein,muSS realisiert werden durch

≫Vermittlung≪戸tJedeRegung,jedesTunverlangteineVermittlungzwischen

Leib−SeinundKGrper−Haben,DrauBenundDrinnen.InderVerlegenheit,Sich

gleichzeitigzust去ndlichundgegenst去ndlichgegebenzusein,musSSichder

Mensch−SCheinbarparadox−Zudem,WaSerSChonist,erStmaChen:

≫VonNaturkiinstlich,lebenwirnurinsoweit,WiewireinLebenfLihren,maChenwirunsZudem undsuchenwirunsalsdaszuhaben,WaSWirsind.≪52

SelbstdeutungundSelbsterfahrunggehenstetsdberandereundanderes.So

kannsichderMenschnurtiberdenUmwegeiner≫Rolle≪habhaftwerden,

WObei Plessner ≫Rolle≪in ein・em doppelten Sinne versteht,einerseits

als≫fundamentalerZugleibhafterExistenz,dieeinesNamensbedarf,WOran

sie zurPersonwird≪53,andererseitsals≫theatralischerBegriff≪54,der den SpielcharakterderRollenhaftigkeitzumAusdruckbringt.

Der Bruchin der menschlichen Natur zeigt sich aber nicht nurim Rollendasein,SOndernauchimVerlustderaufOrdnungderVerhaltnisse

bezogenenr und gestiitzten Selbstbeherrschung.Einem Wesen ohne

Distanz,Ohne Exzentrizit左t kann das nie passieren.Darum kとinnen Tiere Wederlachen,nOChweinen.LachenundWeinengeh6renzumMenschen,

Sindsein≫Monopol≪.Sie sind Reaktionen auf Grenzen,an Welche das

49 stor,2S8 50 stor,290 51stor,290

52 DieFragenachderConditiohumana,a.a.0.,58 53 DieFragenachderConditiohumana,a.a.0.,64 54 DieFragenachderConditiohumana,a.a.0.,65

(14)

mensChlicheVerhalten st6Bt,Sind sinnvolle ≫Fehlreaktionen≪ auf die Unm6glichkeit,≫ZWischenderPersonundihremK6rperdaszumVerhalten entsprechendeVerhiltniszusichern≪竺EsistPlessnersbesonderesVerdienst,

nebendenauffa11igenAusdrucksgeb左rdenLachenundWeinendasL去cheln

nichtdbersehenundinebensobestechenderJwiepoetischerAnalyseindie ReihedermensChlichen≫Ausbruchsformen≪aufgenommenzuhaben:

Unter allen Ausdrucksformen hat sie[die Geb左rde des L去chelns]das Privileg der geringsten BinduIュganeine besondere Emotion.Die16ichte Auflbckerung des Gesichts,in der sich alle Erregungen mit schw云cher,unauSgeSprOChener Antriebsform unmittelbar und unwillkiirlich

Spiegeln:Staunen,Zufriedenheit,Ge6ffrletheitzumanderen,Verstandnis,bietetsichvonselbstals

ein Spielfe1d dar.In denstarkenAffektenundinden_eXplosivenReaktionen desLachens und

Weinenssindwirhingenommenundiiberwaltigt.JedeDistanzzumeigenenGesichtistausge16scht.

ImL左ChelndagegenherrschteinGleichgewichtzureigene.nGeb左rde,diedamitMaskenfunktion annehmen kann,mit der Z左rtlichkeit wie Aggressivitat,Ge6fhetheit wie Verschlossenheit gleichermaL3enzumAusdruckkommen.WievonselbstgleitetdasL去chelmausdemBereichder unwillkiirlithen mimischen Geb去rdein den der abgewogenen Gesteiiber,dieunergriindlich Wirkenkann,Weilsieallesundnichtssagt.SobewahrtderMenschseineDistanzzusichundzur

Weltundvermagsie,mitihrspielend,ZuZeigen.・LachendundweinendisterdasOpferseiner exzentrischenH6he,lachelndgibterihrAusdrdck.≪56

AmEndevon≫StufendesOrganischenundderMensch≪StelltPlessner−

quasialsvorlaufigeSumma.seinerUntersuchungen−dreianthropologische Grundgesetzeauf.Es由ndGrundgesetze,dieeinereinseitigenNaturalisierung

des Menschen wie auch,komplementar dazu,Seiner Spiritualisierung VOrbeugen wollen,indem sie gerade eine Brechung und Durchdringung allerSph去ren−desK6rperlichen,SeelischenundGeistigen,derInnenwelt,

AuBenwelt und Mitwelt−VOrauSSetZen.Sie beinhaltenim gro13en und

ganzendas,WaS ̄mit der exzentrischenPositi■onschonimKernpostuliert

Wurde,′allerdingsausverschiedenenPerspektiven.Abschlie13endseiensie

kurzumrissen:

1.DasGesetzdeT・natilT・licheng紘nstlichkeit57:InseinemSeingebrochen,

55、DieFragenachderConditiohumana,a.a.0.,72 56 DieFragenachderConditiohumana,a.a.0.,73

57 stor,309ff.

(15)

unfertig,Ohne Boden,kann und muss der Mensch der Natur,der Vollstandigkeit,der≫Unschuld≪,die erfurimmerverlorenweiL3,aberals

einen paradiesischen Traum bewahrt,auf seine eigene Weisein einer

niemals endenden Unruhe nachstreben−als Ktinstlichkeit.In dieser Ktinstlichkeitliegtdas,WaSderMenschalsKulturverwirklicht.Kulturist gleichsamdiezweite,eigentlicheNaturdesMenschen.

2.Das Gesetz der uerlnittelten thlnittelbarkeit58:Es beschreibt die SpeZifische Art und Weise,Wie der MenschRealitat erfahrt.Verwirrung undUnsicherheit sind Bestandteile der menschlichen M6glichkeit von

Erfahrung,WeilereinexzentrischesWesenistundzugleichvonseinemSein

w占iB,abergeradedadurchnichtmehrist.SokanndasWissendesMenschen nie abgeschlossensein;dasmacht die Offenheit seiner ̄Welt aus.Inihrer

ErscheinungsweisewirdsiedemMenschenzueiner≫f山chtigen≪Welt・

3.DasGesetzdesutqpischenStandorts59:DieEinsichtindieNichtigkeit

und Kontingenz der menschlichen Existenz und somit auchin die

NichtigkeitundKontingenzderWeltgebiertdieIdeeeines≫Weltgrundes≪6q einesinsichruhendennotwendigenSeins,kurz:desAbsolutenoderGottes.

Religiosit云t enthalt einen Kern,der≫apriorisch≪61in der menschlichen Seinsweisewurzelt.ExzentrischePositionundGottalsdasAbsolutestehen

ineinemzwingendenVerhaltnis:≫LetzteBindtingundEinordnung,denOrt

Seines Lebens und seines Todes,Geborgenheit,Versdhnung mit dem Schicksal,DeutungderWirklichkeit,HeimatschenktnurReligion.≪62

Auff云lligamGesetzdesutopischenStandortsist,dassderBruch≫ZWingend≪

ZuSeinereigenenAufhebungfuhrt,namlichinderReligion.Auff左lligistauch eineParallelit去.tzwischenderreligi6SenKompensationdesBruchsundden politischenVorstellungPnPlessners・Gem左BRtidigerKrammeimpliziert PlessnersAxiomvonder≫Inkommensurabilit左tvonTheorieundPraxis≪eine

58 stor,321ff.

59 stor,341比 60 stor,341 61stor,342 62 stor,342

(16)

entschiedene Kritik des auf Verst註ndigung zielenden Diskurses als

GrundlagesozialenHandelns.PlessnersArgumentation:EineMehrzahlvon

MenschenbedeuteteineMehrzahlvonStandorten,deren≫Ausgleich≪Zu

einem≫Zeitverlust≪furdieEntbindungder≫Initiativgewalt≪fiihrt.Kramme

meint,Plessner habe aus seinen sozialanthropologischen Pr去missen ein

heldenhaftes Bild des Politikers als Staatsmann entwickelt,als≫Mann

des Vertrauens≪,der ≫nicht unbedingt der Best去tigung durch ein Wahlverfahren≪beddrfe.Der≫Zwang zur Fuhrung≪Sei≫die Pflicht zur Macht≪...63

GibtesabereinenZusammenhangzwischender≫1etztenBindungund Einordnung≪und Plessners Vorstellungen vonPolitik,diein Konzepten Wie≫Zwang zur Ftihrung≪und≫Mann des Vertrauens≪gipfeln?Eine

UntersuchungdazustehtmeinesWissensnochaus.

63 Helmuth Plessner und Carl Schmitt−Eine historische Fallstudie zum Verhiltnis von

AnthropologieundPolitikinderdeutschenPhilosophiederzwanzigerJahre,91ff.

(17)

DER MENSCH ALS MANGELWESEN Ar花0はGe九ge托

Die philosophische Anthropologie Gehlens(1904−1976)machte beim ErscheinendesBuches≫DerMensch−SeineNaturundseineStellungin

derWelt≪imJahre1940gro13enEindruck.GehlensGebrauchvonBegriffen

aus der Alltagssprache,die scheinbare Selbstverstandlichkeit mancher

Seiner Aussagen und seine Darstellungsweise,als w去re seine Theorie

nichts anderes als dieInterpretationnaturwissenschaftlicher Tatsachen,

erleichtertendenZugang.DasBuch,dasGehlensHauptwerkgebliebenist,

erleichtert9den Zugang allerdings auch aus einem anderen Grund:Es

widerspiegelte perfekt den Geist seiner Zeit.Einmal abgesehen von den Hinweisen auf den v61kischenStaat und die Rassentheorie,War die

anthropologische Theorie so angelegt,dass sie eine alternative−Wenn auchgeistig anspruchsvollere−Legitimation fiir die herrschenden

Verhaltnisseliefern konnte;bewies sie doch,dass der Mensch aufgrund

Seines ≫Mangelwesens≪.auf ≫Zucht≪ angeWiesen sei,dass allein bedingungslose Hingabe an eine richtungsweisendeInstitution bzw.

ein≫Ober畠tesFtihrungssystem≪64ausreichendeSinnerfiillunggebe.

Zwischen1940und1950,d.h.zwischendererstenundviertenAuflage,

arbeitete Gehlen das Buch teilweise um,eliminierte die anst6Bigen Formulierungenoderschw去chtesieab,SChriebgewisseTeileauchdeswegen

um,Weilsienichtmehr demneuestenStanddernaturwissenschaftlichen undphilosophischen Forschung entsprachen.65Nun,auCh die definitive

64 zit.nach:Friedemann Haeffner,Arnold Gehlen−Der Mensch als M左ngelwesen,in:

PhilosophischeAnthropologiederModerne,129

65 vgl.CaroIHagemann−White,Legitimation als AntropologieTEine Kritik der Philosophie

ArnoldGehlens,244ff.ErstinjiingsterZeit,1994,ist≫DerMensch≪intextkritischerEdition

Wiedergreifbargeworden.AufderGrundlagederFassungletzterHand(1962)sindnichtnur

dergesamte Text derl.Auflage von1940,SOndern auch die Varianten der nachfolgenden

Aunagenberticksichtigt.Die EditionistvonKar1−Siegbert Rehbergherausgeg.ebenundbei

Klostermann,Frankfurta.M.,erSChienen.EineweitereBuchproduktiondiirftedieDiskussion um GehlensPhilosophie wieder entfachen:Der vonHelmut Klagesund Helmut Quaritsch

anlasslich eines Sonderseminarsim Jahre1989 herausgegebene Sammelband ≫Zur

geisteswissenschaftlichen Bedeutung Arnold Gehlens≪,Duncker&Humblot,Berlin,1994.

Mitdiesem Band diirfte wohldie anregendste Sekund左rliteratur vorliegen,die derzeitiiber Gehlenzuhabenist(vgl.Joachim Gtintner,DerThoma占Hobbes des20.Jahrhunderts?,in:

NZZ,25.7.1994,14).DaraufkannaberandiesemOrtnichtweitereingegangenwerden.

(18)

Fas?ungkanndenEindrucknichtverwischen,dassGehlensKonzeptiondes

Menschenalseines≫Mangelwesens≪661etztlichaufdieLegitimierungvon anonymerMachtzugeschnittenist.Dochichgreifevor.

DerMenschistnachGehleneinbiologischesSonderproblem,demdie Evolutionstheorienichtgewachsenist:ImGegensatzzumTierverfugter WederubergendgendeInstinktmechanismennochuber eine angeborene Motorik.DerMen占chist≫irgendwieunfertig≪,nicht≫feStgertickt≪67,Weder TiernochGeistwesen.Erist,mitVerweisaufdenfLirGehlenstetsprasenten Nietzsche,ein≫krankes≪,≫nOChnichtfestgestelltes Tier≪68.wahrend die WahrnehmungdesTierslediglichaufdiefurseineureigene,artSpeZi丘sche

Lebensweise relevanten Reize gerichtetist undsich das Tierinsofernin einem≫Wahrnehmungsk去丘g≪bewegt,reagiert das≫Weltoffene≪69−Wesen

Mensch auch aufWahrnehmungen,die keine bestimmte Signalfunktion

haben.DasistfurdenMenscheneineBelastung:

≫Der Mensch unterliegt einer durchaus untierischen Reiz拉beTflutung,der〉unZWeCkm左bigenく Ftilleeinstr6menderEindrticke,dieerirgendwiezubew去ltigenhat.ⅠlmstehtnlChteineUmwelt

instinktiv nahegebrachter Bedeutungsverteilung gegeniiber,SOndern eine Welt−richtig

negativausgedrtickt‥ein tjberraschungsfbldunvorsehbarerStruktur,daserstinN。rSichtくund

Norsehungくdurchgearbeitet,d.h.erfahrenwerdenmuss.SchonhierliegteineAufgabephysischer

undlebenswichtigerDringlichkeit:auS eigenenMittelnundeigent左tigmussderMensCh sich e花がα8才e花,d・hdわ劫伝柁ge伽d花g以花ge柁ge花er属k扇e花Zeなe花わな花Cゐα花Ce花ge乃erエebe乃届かぬα乃g

沈mαrむe如花.≪70

DerzentraleBegriffdieserPassageist≫Entlastung≪.Gehlenanalysiertalle,

VOndenelementarsten,SCheinbarreinorganischen,biszudensublimsten,

SCheinbar rein spirituellen Leistungen unter diesem Gesichtspunkt.

Das≫Entlastungsprinzip≪71bildetdenSchltisselzumVerst去ndnisdessen,

66 Mit dieser Formulierung kntipft er an Herdersim unvollendeten Hauptwerk≫Ideen zur PhilosophiederGeschichtederMenschheit<(1784−1791)ge去uL3ertenGedankenvomMenschen al占Problemwesenan:FtirHerderwirdderMenschsi■ChdeshalbzumProblem,Weilerschw去cher istalsdasTier,d.h.WeilesihmanInstinktenmangeltunddadurchseineSinneoffensind.Der Menschistdererste〉Freigelassene≪derNatur.

67 DerMensch(fortanmitMabgekiirzt),10

68 M,10 69 M,35 70 M,36 71M,36

(19)

wiesichderMenschseineWelt,SeinIn−der−WelトSeinaufbaut.Umsichvdn ReiztiberflutungenundTriebtiberschtissenzuentlasten,muSS_derMensch handeln.EristzurTaterschaftverurteilt,mitderersichersteineobjektive Dimensiondffnet,eineWelt,diesichim≫Hiatus≪ZWischenTriebundnicht

feStgestelltemZieldesTriebesauftutunddiedemMenschendasVerm6gen

VOnH6renundSprechen,SehenundGreifen.schenkt・≫DerMenschlebt

nicht,SOndernerfbhrtseinLeben.≪72

1nAnlehnungandieHeideggerscheDaseinsanalytikuntersuchtGehlen minuti6sden≫Handlungskreis≪73.desMenschen,dieZusammenarbeitvon

Hand,Auge,Ohr,TastsinnundSprache,WObeiderSpracheunddemDenken

alszehtraleVerm6genammeistenRaumzukommt.

In der Sprache74Vollendet sich der sensomotorische Aufbau des

Menschen.Sie erm6glicht die Entlastung vomDruckdesHierundJetzt,

VOnder bedr註ngenden Unmittelbarkeit der Sinnessuggestionen und

Sofortreaktionen.Sie macht das Uberraschungsfeld vorhersehbar und

beherrschbar,denn sprechend und bedeutend kann sich der Menschin einerbestimmtenSituationaufSachverhalterichten,dienichtanschaulich

gegebensind.SosteigerterdieVerfhgbarkeitderWelt,dieNaturverwandelt

sichdabeiinKultur,diewiederumzur≫ZWeitenNatur♂5desMenschenwird.

Auch die Triebe erhaltenbeidiesem Vorgang eine≫ZWeite Natur≪;als

gelenkteTriebenenntsieGehlenjetzt≫Antriebe≪76.

72 M,165 73 M,54

74 F.Haeffner(a.a.0.,121f.)bemerktm.E.zu Recht,dass Gehleneinensehreingeschr去nkten Begriff von Sprache und Denken habe,dieselediglich unter ≫biokybemetischen Aspekten≪betrachteundihrFunktionierenaufdiederElektrotheorieentlehntenVorstellung der≫Ruckkopplung≪reduziere.Vgl.Z.B.folgendesZitat:≫DerKeimpunktdesGedankensliegt

da,WOWirineinerentlastetenundnotdurftlosenBewegungunszugleichaufeineSacherichten

undinderselbenUmgangsbewegungsie〉Vernehmenく…WowirnuninderAktiondesLautes

unsaufDingerichten,undwiederdiesesSichrichtensichsinnlichzurtickempf益ngt,dieSache darinerlebendundvernehmend,dortistderBlitzdesGedankensaufgegangen:Esistdieam meisten〉entmaterialisierteく,dieammeistenentlasteteundmtiheloseWeise,WiewirdieWelt

durchselbstgesetzteSymboleunsintimundverfiigbarmachen.≪(M,241)

75 M,38 76 M,51

(20)

Das Problem besteht nur darin,dass ein konstitutioneller Antriebs竜berschuss den Menschen geradezu unter Verarbeitungszwang Stellt.Ausdiesem Grundmeint GehlendenMenschenals≫Zuchtwesen≪

definierenzumiissen:

Diese Bezeichnung umfasst alles,WaS man unter Moralverstehen kann,im anthrqpolqgischen

Aspekt:dieZuchtbediirftigkeit,denFormierungszwang,unterdemein〉nichtfestgestelltesTierく

Steht,undvondemErziehungundSelbstzucht,auChdiePr去gungdurchdieInstitutionen,indenen

dieAufgabendesLebensbewaltigtwerden,nurdieauffalligstenStadiensind.WeilderMenschan

Sichselbstvoreinerungemein〉belastetenくAufgabe steht,dieernurzugleichmitderAufgabe

SeinesLebens,also t叫g,durchfuhren kann,Weil erin sich selbst eine Herrschafts−und

Ftihrungsgesetzlichkeit der Bediirhisse undInteressen groBzuziehen,Sichin.einem System OrientiertenWillens〉festzustellenくhat,deshalbsind〉harmonistischeくAnsichtendesMenschen,

diedieseungemeinevirtuelleInnenspannungverwischen,SOfalsch.≪77

Auch wennin der emphatischen Schilderung78 der menschlichen

≫Zuchtbedtirftigkeit≪VielleichtsogareinK6rnchenWahrheitsteckt,SOSind

dochdieAnklangeandasautorit去reGehabederNS−Zeitnichtzutiberh6ren.

Dieser von Gehlen verfochtene Pragmatismus,bereits von Hobbes,Vico undKantvorgepr左gt,bedeutet schlicht:Der Mensch fiihrt micht sein

Leben−ermuSSgefiihrtwerden.MitderForderungderbedingungslosen

Hingabe an eine ≫id6e directrice≪79 辻bersieht Gehlen aber,dass die Institutionen seiner anthropologischen Grundkonzeptionim Grunde widersprechen,Weilsieihrerseitsnichtmehrkontrolliertsind.Wieschon PlessnerkonstruiertGehlendenMenschenalsSonderwesen,d.h.ineinem gebrochenen Verhaltnis zur Natur,umihn am Ende dochin einem dbergeordnetenGanzenaufzuheben.

77 M,61

78 Manbeachtez.B.dieWiederholungdesW6rtchens≫ungemein(.

79 M,313

(21)

DERMENSCHALSPRODUZENT

月とgm㍑fβCんe由良γ

≫Wasbedeutetes,dassdereinfacheMenschindermodernenZivilisationsichindenFormenseiTler

Fortbewegung,inseinenSinneswahrnehmungen,SeinenAlltagserlebnissendenGrenzenseiner OrganischenNaturineinerWeiseenthobenhat,dasserkaumnochAnlassfindenkann,Sichalsvon

Naturbegrenztes,SOundnichtandersgeschaffenesWesenzuverstehen?≪80

Schelsky(1912−1984)schnittinsinerAkademie−Rede1961inDdsseldorfmit

demTitel≫Der Menschin derwissenschaftlichen Zivilisation≪ein Thema

an,dasindenZeiteneineslatentenFortschrittspessimismusundeinersich

yerscharfepdenWissenschafts−urld(Gen)Technikkritikseine Aktualitat

bewahrthat.EsistdieFragenachderStellungundVerantwortlichkeitdes Menschen,ineinerWelt,dieerselbstver云ndertundsolangegestaltethat,

bis siein einem radikalen,globalen Sinn seine Umwelt gewordenist.

DasheiBt(noch)nicht,dasserimSinneMarx,undNietzsches≫Herrseines Werks≪ geWOrden ware,SOndern lediglich Aus16ser von neuen

Sachgesetzlichkeiten,die seine Welt,eine wissenschaftlich−teChniSChe

Zivilisation,bestimmenundsomitauchihnselbstalsk6rperliches,SOZiales

undgeistigesWesen.

FtirSchelskyhatdertraditionelleBegriffderTechnik,Wieeretwavon Gehlen anthropologisch hergeleitet undbestimmt wordenist,abgedankt.

Technikals≫Entlastungstechnik≪,d.h.Technikalsktinstliche,einenMangel behebendeOrganfortsetzungtrifftnichtmehrdasWesentlichedermodernen

Technik.Der Menschfindet_Sichin seinem Verh云ltnis zur Weltimmer

Wenigerder Natur,immer mehr jedoch einer eigenen Konstrukti。n VOn≫Natur≪gegentiber,die zu einer eigentlichen≫Rekonstruktion der

Welt≪81tendiert,ZurVerdoppelungeinerRealitat,≫diederMenschselbst

alsgeistige und materielle Produktionist≪82.Die≫universal gewordene

80 Helmut Schelsky,Der Menschin der wissenschaftlichen Zivilisation(fortan mit MeWi abgektirzt),7

81MeWi,19

82 MeWi,13

(22)

Technik≪き3teiltsichindreigroBeAnwendungsgebieteauf:

・1.7tchniken derProduktion:Sie sind ftir die Erzeugung von Gutern ZuSt左ndig.

2.7bchniken der OTganisation:Methoden der Beherrschung und

ErzeugungvonsozialenBeziehungen.

3.肋TnanteChTuken:Techniken der Veranderung,Beherrschung und

ErzeugungdesseelischenundgeistigenInnenlebensdesMenschen.

DurchfolgendezweiMerkmaleistdiemoderneTechnikgekennzeichnet:

Sieberuhteinerseitsaufder≫analytischenZerl喀ungdesGegens.tandesod占r derHdndlunginihreletztenEle7nentqdieinderNaturnichtvor丘ndbarsind.

Das gilt nicht nur fiir die moderne Atomphysik,SOndern ebenso fLir die

ZerlegungdermenschlichenHandlungetwainderArbeitsteilung,diedie VoraussetzungderMaschineist,WiefurdieZerlegungdermenschlichen

Seelenkr去fle der sozialen Antriebe.≪84Andererseits beruht die moderne

Technik≫aufderSynthesedieserElementenachdemPrinzわderhbchsten

WirksaTnkeit:Unter den Mitteln,die so durch die analytische Zerlegung bereitgestellt werden,dr左ngt■die moderne Technik unv9rmeidlich das funktional Wirksamste auf.Hierliegtihr unserem Denkenlangst Selbstverst去ndlichgewordenerImperativ:DiemaximaleLeistungsh6he,die technischeefficiencyistderRichtungspunktderSynthese,diedenmodernen technischenFortschrittsteuert.≪85

Die Phrase,dass die Technik den Menschen behertscht,ist nach Schelskyfalsch;denn sieist ja keinin sich ruhendes,dem Menschen

gegendberstehendesabsolutes Sein,SOndern sieist der Mensch als

WissenschaftundalsArbeitselbst.SiealsGanzesals≫Mittel≪Zubezeichnen,

verkenntdie Tatsache,dasssie≫ihremWesennachdersichent去uB.ernde

Menschselbst≪86ist.

SchelskysAnthropologieunterscheidetsichvonseinendreiVorg去ngern

dadurch,dass er a■uf eine unveranderliche,naturhafte Konstitution

83 MeWi,10 84 MeWi,12 85 MeWi,12 86 MeWi,18

(23)

desMenschenYerZichtetundsichaufdenmodernenMenschenkonzentriert:

DerMenschinderwissenschaftlichenZivilisationkonvergiert,dasscheint dieQuintessenzvonSchelskysAnalysezusein,ZunehmendmitderTechnik.

TechnikundMenschwerdentendenziellaustauschbar,Vereinensichzur Produktion,dieerstWirklichkeit(en)schafft.ImZeitaltervonVirtualReality und patentiertem Leben,das mit groBer Gewissheitim Menschenklon

gipfelnwird,entpupptSichSchelskysAnalysedeshalbalsbesondersbrisant.

Hier w云re vielleicht derOrt,um die philosophische Anthropologie aus

ihrem unbegreiflichen gegenwartigen Dornr6schenschlaf zu wecken,

auf dass sie sichim Spiegel der aktuellen Situation mit kritischem

Augeerneutbetrachte.

(24)

SCHLUSSBEMERKUNG

Scheler,PlessnerundGehlen−Sieallehabeneinesgemein:Siekultivieren dieVorstellungeinesMenschenalsSonderwesen,daszwarin derNatur VerWurZeltist,aberdennochaufirgendeineWeiseausderNaturfallt.Sie

SetZendiesesWegenstetsinBeziehungzuetwas,Sehenesgeschwachtauf

dereinenEbene(Z.B.durchInstinktmangel),Sehenessodanngest左rktauf

einerandern(Z.B.−kompensatorisch−durchExpressivitat).

DiesesSonderwesen,dasmiteinigemAufwandvonPflanzeundTier

abzugrenzenversuchtwird,besitzt,darinistmansicheinig,dieEigenschaft

der(Welt)Offenheit.DochdieseOffenheit,diesesGebrochensein,bedeutet

furdenMenscheneineGefahr.WiereagierendiePhilosophendarauf?

SchelersMensch,gleichsameineoffeneBuhne,WirdMenscherstdann,

Wenn der≫Geist≪ihnstreift,WObeiim≫Geist≪ein g6ttliches,demLeben VOllkommenentgegengesetztesPrinzipsichverbirgt.

PlessnersMensch,SOSCheintes,hiltdieOffenheitaus,dochaucher.ist letztlich,demGesetzdesutopischenStandortsgemaB,ineinemWeltgrund,

einemruhenden,absoluten,g6ttlichenSeinaufgehoben.

GehlensMenschfuhltsichvonderOffenheitmehrnochalsdieandern

bedroht,SO dass er sich unverrichteterdinge einer Ordnungsmacht

anvertraut,dieihnindie≫Zucht≪nimmt.

Angesichts dieseridealtypischiiberzeichneten Menschenbilder muss

mansich fragen,Ob die Rettungsversuche nichtPim Namen eines

konservativenHumanismus・unternOmmenWerden,derschoneineWeile

Obsolet gewordenist−eSVielleicht schon damals gewordenwar,in den 20er,30er,40erJahren,als die philosophische Anthropologie zuihrem H6henflugansetzte,W云hrendz.B.einWittgensteinganzandereWegeging.

BeiSchelskyhingegenliegtderFalletwasanders:SeinMenschkann

Sichnurnochaufsich selbst verlassen und begegnet der Offenheit mit

einerTechnik,die tendenziell s去mtliche Lebensbereiche durchformt und

einerseitszueinerStabilisierung,andererseitszueinerDynamisierungder

(25)

Verhaltnisse fiihrt,die den Menschen wiederumins Offene,Ungewisse treibt.

Nun,am Beginn des21.Jahrhundertsist■vom Mensch,Wieihn die≫mOderne≪philosophischeAnthropologiezuverstehenversuchthat,SO

gutwienichtsmehrtibriggeblieben:DasSubjektistinderDiskussionum

Postmoderne,MenschenklonundktinstlicheIntelligenzargzerzaustund dekonstruiert worden・Was bedeutet das ftir die philosophische Anthropologie?Ist dasihrEnde?IstihrdaseinZeichen,Sichaufeinen neuenWegzubesinnen?DavonwirdineinerFortsetzungdiesesAufsatzes

die Rede sein.

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参照

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