奈良教育大学学術リポジトリNEAR
ヴィーヒェルトの『ユルゲン・ドスコチルの女中』
−神と悪魔の間−
著者 竹原 威滋
雑誌名 奈良教育大学紀要. 人文・社会科学
巻 23
号 1
ページ 57‑78
発行年 1974‑11‑15
その他のタイトル Ernst Wiechert: Die Magd des Jurgen Doskocil
‑Zwischen Gott und Satan‑
URL http://hdl.handle.net/10105/2637
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Ernst Wiechert: Die Magd des Jtirgen Doskocil
-Zwischen
Gott und Sata Takeshige Ter<PHRRe
Deutsches Seminar, Pädagogische Hochschule Nara, Japan
(Am 30. April 1974 angenommen)
Die Entstehung des Romans: In seiner Autobiographie berichtet Ernst Wiechert (1887- 1950) über seinen Roman Die Magd des Jürgen Doshocil (1932), für den er den Raabe' preis gewonnen hat, wie folgt: ,,Es war die eigentliche Probe, und ich bestand sie. [...]
Weil es das erste Buch war, in dem ich den großen und entscheidenden Schritt von Subjekt zum Objekt tat. Den für den Menschen wie ftir die Kunst entscheidenden Schritt."
Im Tiefsten aber blieb das Ringen um das Ideat einer edlen Menschlichkeit ungelöst.
Nach Vollendung des Romans gab er seine Stellung als Lehrer in Königsberg und in Berlin auf und lebte in Oberbayern als freier Schriftsteller.
Die Fabel des Romans: Es ist die in den ostpreußischen Wäldern spielende Geschichte
einer Magd, die unter dem Zusammenstoß der göttlichen Welt des Fährmanns Jürgen Doskocil mit der teuflischen Welt des Mormonenpriesters Mister Mac Lean leidet, sich
bald die ,,Treue und Einfalt" des Fährmanns tief in die Seele einprägt und um ihre Ehe
mit dem Fährmann zu bewahren, den Priester ermordet und sich schließlich in Buße und Demut ein neues Leben aufbauen will. In diesem Aufsatz möchte ich den Roman unter dem Gesichtspunkt des Widerspruchs zwischen der göttlichen und der teuflischen Welt betrachten.
Das Motia und das Thema des Romans: Das Zentralmotiv ist das der ,,Frau zwischen zwei Männern, dem göttlichen und dem teuflischen", und als Thema könnte man das von ,,Gottes treuestem Knecht" angeben.
Die teuflische Weltz Der Mormonenpriester Mac Lean ftihrt die teuflische Welt. Mit der ,,Beichte" in seiner Htitte verfällt ihm der Körper der Frauen, damit ,,Gott" diesen durch seinen Priester segne. Seine Lehre ist freilich eine sehr diesseitige. ,,Gottes Zorn
wird aufsteigen über diesem Lande" pflegte er zu sagen. ,,IJnfruchtbar wird seine Erde sein wie der Schoß eurer Frauen. t. . .] Aber ferne wartet die ,Goldene Stadt' und Gottes Hand ruht auf ihren Türmen." Dann sahen die Dorfleute sich selbst hinausgleiten
in das neue Paradies, ohne Hunger und ohne Not. Der Teufel benutzt die Vorstellung Gott unter der Decke biblischer Worte und verführt die Leute durch eine farbige, frohe Vision.
Die söttliche Welt: In der Gestalt des Fährmanns Jürgen wird die göttliche Welt
aufgezeigt. Wenn man über den Fluß fahren will, schlägt man an eine rostige Pflugschar,
die htiben und drüben am Fährweg hängt. Sooft Jürgen den erzenen Klang hört, geht er
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