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Zum Einsatz von Literatur im deutschen Sprachunterricht an japanischen Universitate

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ZurnEinsatz von Literatur imdeutschen Sprachunterricht an japanischen Universitaten(Schilling)

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Wirft man einen Blick auf den deutschen Sprachunterricht an japanischen Universitaten, so ergibt sich aus Erfahrungsberichten von Lehrenden in Fachzeitschriften und Vortragen, aus personlichen Gesprachen und Eindrlicken sowie der Kenntniseinschlagiger Deutschlehrblicher grob folgendes Bild in Bezug auf den Einsatz von Literatur im universitaren Deutschunterricht: Entweder ist Literatur einer der hauptsachlichen Un terrich tsgegenst品ndeinSprachkursen, die Deutsch durch die Lektlire von Texten und ihregrammatische Analyse vermittelnwollen, oder Literatur ist kaum oder gar nicht Gegenstand von Sprachkursen. die sich der Vermittlung kommunikativer Kompetenz verschrieben haben.1 Kurz gefasst konnteman sagen. dass es entweder einZuvieloder ein Zuwenig an Literatur im Deutschunterricht an japanischen Universitaten gibt.

1 Empirische Daten zu Unterrichtsinhalten hatdie Umfrage "Zur Lage von Deutschunten icht und Deutschlernenden in japan -Untersuchungsbericht l(”kurz:JGG-Studie Tei!1) erhob巴nund unter Punkt II9 (3)”Inhaltliche Ausrichtung der angebotenenDeutschkurse.”S.32 .fdargestell H.t ierwerden "allgemeiner Deutschunterricht(”66.6%).”Grammatik”(58.5%) sowie”Konversation/Kommunikation”

(56.5%)und Leseverstiindnis/Lekture (47%) als hiiufigste Inhaltcftir Sprachkurseanden Fakultiiten genannt:fiirDeutschunterrichtan denGermanistikabteilungen sind es”Konversation/Kommunikation”

(94.7%) ”.Lesevers tan dnis/Lek tlire’'(84.2%)、”Grammatik”und”Landeskunde”(jeweils63.2%) Allerdings sinddieseErgebnisse im Zusammenhang mit dem Thema des vorliegenden Artikels wenig aussagekraftig. So bleibt beispielsweise der konkrete Inhaltvon Kursen. deren Inhaltmit"allgemeiner Deutschun terricht”bezeichnet wurde.unklar.Dieauffallend hiiufige Angabevon”Konversation/ Kommunikation”und das Fehlen der Wahlmiiglichkeit”Sprechen”l品sstvermuten. dassdie Fertigkeit ”Sprechcn”von den Umfragcteilnehmenden unterdem Stichwort”Konvcrsation/Kommunikation” angegeben wurde; Sprechen bzw. Kommunikation wird vonjapanischen Kolleglnnen ab巴rhiiu日gauchals lautes Vorlesen grammatischerObungssatzeoder isolierteralltagssprachlicherRedewendungen realisiert und sollte somit zumindest teilweise ehe1unter l’Grammatik

gefasst werden. Literatur stand als eigener Unterrichtsinhalt nicht zur Auswahl, sie !asst sich unter den Stichwiirtern "Leseverstiindnis/LektUre”. ”Obersetzen/Dolmetschen'’.”Landeskunde”oder auch”111terkulturelles Lernen”vermuten.Tatsachlich sind dieseUnterrichtsinhalte in den Deutschkursender Germanistikabteilungen nach Konversation/ Kommunikation diehiiufigsten.

(2)

Nun herrscht unter den Deutschlehrenden an japanischen Universitaten keineswegs Konsens daruber,was in ersterLinie zu vermittelnsei,ob eher kommunikativeFertigkeiten oder eher das Lesen literarischer Texte im Vordergrund stehen sollte. Auch von den Universitatsleitungen und Verantwortlichen ubergeordneter Gremien werden inder Regel keine verbindlichenLehr-und Lernzielbestimmungen vorgegeben, die die Wah! adaquater Inhalte und Methoden steuern wurden.2 So steht inengem Zusammenhang mit der Frage nach der Rolle von Literatur im deutschen Sprachunterricht zunachst dienoch immer nichtzufriedenstellend beantwortete Frage nach den grundsatzlichen Zielendes Deutschunterrichts an japanischen Universitaten. Erst aus einer klareren Bestimmung der Unterrichtsziele ergeben sichauch entsprechende Einsatzmoglichkeiten forLiteratur im Deutschunterricht.

Der folgende Beitrag versucht zunachst. eine Positionierung des allgemeinbildenden deutschen Sprachunterrichts an japanischen Universitaten vorzunehmen und ihnvon Deutschkursen im Rahmen des germanistischen Fachunterrichts und Lekturekursen abzugrenzen.

Von dieserUnterscheidung ausgehend widmet sich der Artikel dann der eigentlichen Frage. wie Literatur im Rahmen eines auf kommunikativeKompetenzvermittlung ausgerichtetendeutschen Sprachunterrichtssinnvolleingesetzt werden kann, und stellt dazu einige alt巴reund neuere Konzepte var.Besonderes Augenmerk mochte der vorliegende Beitrag auf die unter 2.4vorgestellten Ansatze lenken.in denen es um die "Vermittlung von Literatur als Literatur" geht, also darum. den Lernenden literarischeTexte als eine besondere Form sprachlichen Ausdrucks vorzustellen,deren Bedeutung sich nur uber die bewusste Wahrnehmung des Zusam menspiels von Sprache und InhalterschlieBt.

2 Zwar fragt die JGG-Studie unterPunkt TT9 (5) nachfestgelegtenLehrzielen.doch istdas Ergebnis m seiner Aussage hierzu unklar. Es wird angegeben.dasses flir 51.5% der Fakultatskurseund 89.4% der Germanistikkurse "einen gemeinsam geltenden Rahmen bezi.iglichLernzielsetzung. Didaktik u.a." gibt. allerdings bezog巴nauf”Deutschunterricht.der von mehr als einer Lehrkraftbetr巴utwirぜ’(S.38) Dain Japandas Untcrrichten eines z.B.zweimalwochentlichstattfindendcnKurscs von zwci untcrschicdlichen Kursleitenden an den verschiedenen Wochentagen i.iblich isιist anzunehmen. dass es hierum die Absprache unter den beidenLehrpersonen und nicht um curriculare Lehrzielbestimmungen geht.In einer alteren Untersuchung halten Silvensky und Boeckmann fest. dass es keine klaren curricularen Lehrzielvorgaben voninstitutioneller Seite gibt und"grundsatzliche curriculareOberlegungen" mitBlick aufverschiedene ungeloste infrastrukturelle ProblemeindenIlintergrundtreten. (Slivensky. Susanna. Boeckmann.Klaus-B凸rge(2000)”DeutschalsFremdsprache an japanischen Universit品ten'’ln:R凸sler. Albrecht (u.a.) (Ilg.) An japanischenIlochschulen lehren. Mtinchen:Iudicium.S. 26.)

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ZurnEinsatz vonLiteratur imdeutschen Sprachunterricht an japanischen Universitaten(Schilling)

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Deutsch wird an japanischen Universitatenim Allgemeinen inzwei verschiedenen Abteilungen unterrichtet.An etwa der Halfteder Universitaten istdas Belegen einer oder mehrerer Fremdsprachen auBer Englisch Pfiicht( vgl.JGG-Studie Tei! I,S.

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Deutschisthaufig eine dieser angebotenen Wahl-Pfiicht-Fremdsprachen, die von den Studierenden unterschiedlicher Fakultaten gewahlt werden konnen und die entweder ineigens dafU.reingerichteten Sprachzentren unterrichtet oder alsalienStudierenden offenstehende Kursean den geisteswissenschaftlichen oder germanistischenAbteilungen angeboten werden.3 Das Belegen einer zweiten Fremdsprache fallt in den Bereich der allgemeinen Grundausbildung (教義), somitzielen die dafiir angebotenen Deutschkurse型

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且 aufein germanistisches Fachstudium.

Daneben gibt eseigene Deutschkursein den Germanistikabteilungen, dieden Germanistikstudierendendie fiir ihr Fachstudium notwendigen Sprachkenntnisse vermitteln.

Es hangt van den einzelnen Universitaten und ihren Kapazitatenab. ob sie fiir Germanistikstudierende eigene Kurse zur Sprachausbildung anbieten.oder die Fachstudierenden der Germanistik an den Deutschkursender allgemeinen Grundausbildung teilnehmen !assen und inden Germanistikabteilungen selbst nur Literatur-oder Lekti.irekurse mit fachbezogenem Inhalt anbieten.

Im Hinblickauf diese beiden Kurstypen -Allgemeinbildungoder germanistische Grundausbildung -ware es interessantzu erfahren, mit welchen ZielendieStudierenden selbstden Unterricht jeweils besuchen. Leiderunterscheidet die JGG-Studie inihrem zweiten Tei!, der die SeitederLernenden inden Blick nimmt, hier nicht zwischen Germanistik-und anderen Studierenden.

Aus den Antwortender Studierenden auf die Frage

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die nach derArt desgewi.inschten Deutschunterrichtsfragt, geht jedoch hervor,dass sich etwa die I-Iii.lfteeinen aktiven. kommunikativenUnterricht.der Sprechen und Horen in den Mittelpunktstellt.wi.inscht. wahrend eine etwa gleich groBe Gruppe allevierFertigkeitengleichermaBen erlernen bzw. benutzen mochte. Etwa ein Drittel bevorzugtaber auch einen

aufGrammatik, Ubersetzung und Lesen ausgerichtetenUnterricht

(JGG-StudieTei! 2, Abb.

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Aufschlussreich istauch das Ergebnis der folgenden Frage 18. diesich auf den

3 Wie vielc Univcrsitaten inJapan Deutsch anbietcn. ist ausdcrJGG-Studie nicht zuentnehmcn.(Siehe JGG-Studie Tei!1.S.24) F ﹁ u

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bevorzugtenInhaltderLehrmaterialien bezieht.Demnach wunscht sich die Mehrheit (58,3

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ria,ldasauch nutzlichfor Reisen usw.ist und viele Alltagsgesprache enthalt

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also der praktischen Anwendung dienen kann, wahrend ebenfallsuber dieHalfte (54,l%) Lehrmaterial wi.inscht.

mitdem man die Grammatik verstehen und Texte lesen" kann.Eine fastebenso groβe Gruppe (48,4%) wi.inscht sich

Lehrmaterial mitAusdri.icken, mitdenen man i.iber personliche Dinge sprechen kann",alsoauch Gefi.ihle. Eindri.icke oder Meinungen auBern kann(JGG-Studie Teil 2, Abb. II-17. S. 58).

Fi.irunsere Fragestellung !asst sich aus den Ergebnissen zu den Fragen 17 und 18 Folgendesfesthalten:

Es bestehtein i.iberwiegendesInteressean den Fertigkeiten Sprechen und Horen (alsoden zurmi.indlichen Kommunikation notigen Fertigkeiten) und der praktischen Anwendbarkeit des Gelernten auf Reisen und in Alltagsgesprachen. Andererseits besteht auch einfast ebenso groBeslnteresse daran,sichmit Texten und Grammatik zu beschaftigen.und moglicherweise auch. sich dari.iber auszutauschen -zumindest kamen solche Unterrichtsgesprachedem Wunsch nach

Lehrmat巴rial,mit dem man i.iber pers凸nlicheDinge spricht

entgegen. Dass das lnteressevieler Studierenden sich auch aufKultur,Gesellschaft oderLiteratur bezieht.zeigen diebeidennachstgenannten Inhalte derAntworten: "Lehrmateria m.l itdem man die deutschsprachige Gesellschaft und Kultur [ versteht]”(37.0%) und ”Lehrmaterial. das Ihnen Gedichte.Romane und andere literarische Werke [vorstellt”](JGG-StudieTeil II, Abb. II-18. S.58).

Nati.irlich kるnnenUniversitaten ihre Lehrziele und Unterrichtsinhalte nicht ausschlieBlich am Interesseder Studierenden festmachen,sondernes ist Aufgabe der lehrenden Institutionen zu bestimmen. welche Zielesinnvollverfolgt und welche Inhaltegelehrt werden sollen.

Dass -wie oben bereits erwahnt -fi.ir dieallgemeinbildenden Deutschkurse an vielen Universit品teneine solche wegweisende Lehrzielvorgabe fehlt und nach wie vor Diskussionsthema ist.istdarum aus meiner Sicht verwunderlich.Eineklare Abgrenzung und Bestimmung derLehrziele fi.irgermanistische Sprachkurseund fi.irDeutschkursein der allgemeinbildenden Abteilung erscheint mir eine notwendige Grundlage fi.ir die Arbeit inbeiden Kursen.Ohne bier eine simplifizierende Lりsungvorgeben zu wollen, ergibtsich m.E. aus d巴runterschiedlichen strukturellen Einbindung der Deutschkursein entweder die allgemeinbildendeAbteilung derUniversitaten oder in die Germanistik konsequenterweise doch grundsatzlich eine unterschiedliche Zielbestimmung desDeutschunterrichts: Wahrend inden germanistischen Kursen neben der Vermittlung allgemeinen Sprachwissens und

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ZurnEinsatz vonLiteratur im deutschen Sprachunterricht an japanischen Universitaten(Schilling)

kommunikativer Fertigkeiten ein Schwerpunkt aufderForderung desLeseverstehens liegen sollte.kann es inden allgemeinbildenden Kursen mehr um die Vermittlung allgemeiner kommunikativer und handlungspraktischer Fertigkeiten gehen. Entsprechend kommt somit auch derStellung und dem Einsatz von Literatur inbeiden Kurstypeneine unterschiedliche Rolle zu.

2. Konzepte d

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Innerhalb eines auf allesprachlichen Fertigkeiten und kommunikatives Handeln ausgerichteten Sprachunterrichts nimmt Literatur grundsatzlicheine andere Stellung ein, als in germanistischen Deutschkursen.

In germanistischen Deutschkursen sind mitsteigendem Niveau der Lernenden literarische und kulturwissenschaftliche Texte Hauptgegenstand des Unterrichts. Jenach Kursziel kann esbeider Bearbeitung schwerpunktmaBig eher um Lekture und Textverstehen oder um philologisch-literaturwissenschaftliche Fragestellungen gehen. Obwohl fremdsprachliches Lesen immerauch den Aspekt des Sprachlernens in sich tragt, geht es in diesen Kursen doch vornehmlich um germanistische Fragestellungen und eine entsprechende Herangehensweisean die Texte-ebenso wieinder GermanistikinDeutschland.

Anders sieht es mitdem Einsatz von Literatur in Deutsch-Sprachkursen aus. sofern ihr Ziel-wie oben vorgeschlagen -dieVermittlung kommunikativer Fertigkeiten ist.also in den allgemeinbildenden DeutschkursenderUniversitaten.

In solchen,kurz "kommunikativ

genannten, Kursen steht der Einsatz von Literatur neben anderen Inhalten und verfolgt oft Lehrziele. die sich nicht in erster Linie auf literarische AspektederTexte an sich beziehen.So wurde in den 1970巴rund -80巴rJ ahren. als sich die Fremdsprachendidaktik verstarkt wieder der Literatur zuwandte.betont. dass

literarische Texte mehr Anreiz [als Lehrbuchtexte] for eine echte Kommunikation"bieten und somit auch zur Realisierung des kommunikativen Ansatzes betragen (Ehlers 2010,S. 1531) . Weiterhinschreibt Ehlers:

Betont wurden ebenso dieLust am Lesen und damit der Motivationsfaktor for das Lemen im Fremdsprachenunterricht.Literarische Textedienen nicht nur der Informationsentnahme. sondern wollen unterhalten und ein Vergnugen am Lesen bereitenund sinddaher nicht einer pragmatisch-instrumentellen Funktionalisierung un terzuordnen.

Ein weiteres Argument zur Legitimierung des Einsatzes literarischer Texte war

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padagogisch motiviertund stammte vorallem aus dem schulischen Kontext.In dieser Sicht fordern literarische Texte die soziale,emotionale und kognitive Entwicklung von Schi.ilerlnnen, indem sie zur Identifikation anregen,zum Abarbeiten und Ausdifferenzieren von Inhaltskonzepten (Figuren. Situationen,Geschehnisse) und zu Korrekturen dessen, was ein Schuler an Weltsicht mitbringt.(Ehlers 2010. S. 1531) AbschlieBend formuliertsie mit aktueller Gi.iltigkeit:

Da literarische Texte eine Fi.ille von W eltaspekten und Perspektiven auf die Welt enthalten,bieten sie dem fremdsprachigen Lerner die Mるglichkeit.seinen eigenen Wahrnehmungs-und Erkenntnishorizont zu erweitern, den eigenen Blickpunkt zu relativieren und mehr von derZi巴lsprachenkulturund ihren Angehorigen verstehen zu lernen.(Ebda.)

Fi.ir den Unterricht moderner Fremdsprachen haben sich unterschiedliche Ansatze der Literaturbearbeitung herausgebildet. Simone Schiedermair unterscheidet in ihrem Uberblick zu diesem Thema drei Bereiche,fi.ir die Literatur im Sprachunterricht verwendetwurde und bis heute verwendet wird:1. Literatur und Gram matik bzw.Literatur und Sprache,2. Literatur und Kultur bzw. Literatur und Gesellschaft und 3. Literatur und Interkulturalitat bzw. Literatur und Fremdheit.4

Schiedermairs Unterteilung etwas modifizierend mochte ich vierLehrziele und Einsatzmoglichl王eitenvorstellen.

2.1 Sprachwissen vermitteln und schulen:Literatur als sprachliche Ressource tor den eigenen Umgang mitWortschatz. Grammatik und Redemitteln.

Als Ausgangspunkt der im Folgenden vorgestellten Uberlegungen zum Zusammenhang von Literatur und Sprache verweist Schiedermair aufden wegweisenden Aufsatz”Von der Langeweile des Sprachunterrichts

von Harald Weinrich aus dem Jahr 1981, der argumentiert. dassliterarische Texte besonderesprachliche Strategien nutzen, die dem Fremdsprachenunterricht entgegenkom men. und Literaturdamit als Unterrichtsgegenstand interessant se.i5 Mitihren Verfremdungsverfahren lenke die Literatur die Aufmerksamkeit der Lesenden bzw. Lernenden auf Inhalt und Sprache, dur℃h sie wi.irde "'Interesse fi.ir die Sprache erzeugt, Interessefi.ir die Sache jedoch nichtausgeschlossen'”(Weinrich 1985, S. 237; zit. nach Schiedermair S. 18). Weinrichs Argumentation aufgreifend, hatdieser Gedanke

in Form sprachspielerischer Ubungen Eingang in viele Lehrwerke gefunden. Schiedermair

4 Schiedermair(2017). Weitere Uberblicksartikel sind Ehlers(2010) sowieDobstadtund Riedner (2011). 5 Weinrich Harald(1985/ ED 1981)Von d巴rLangeweiledes Sprachunterrichts. ln: Ders. (Hg.) Wege der

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Zurn Einsatz vonLiteratur imdeutschen Sprachunterricht an japanischen Universitaten(Schilling)

fUhrt als ein Beispiel hierfUr die verbreitete

Grammatik mit unSinnund Verstand

aus

dem Jahr 1993 an, die anhand von Gedichten oderkurzen Prosatexten gram matische Strukturen vorstellte und i.iben lieB.6 Weinrich wie etwa zur gleichen Zeitauch Krusche

und Krechel in ihrer zu DaF-Zwecken zusam mengestellten Anthologie

Anspiel

7 schlagen

dafi.ir die Verwendung von Text巴nder Konkreten Poesie vor, diehaufig grammatische

Phanomene aufgreifen und somit die Aufmerksamkeit der Lesenden/Lernenden direkt

auf die Verwendung von Sprache lenken.Als ein ji.ingeresBeispiel zum Einsatz von

Konkreter Poesie zur Vermittlung kreativer sprachlicher Fertigkeit stelltSchiedermair Unterrichtsvorschlage von GerlindBelke (2011) vor: Belke benutzt fUr ihre Arbeitsform des

generativen Schreibens"u. a. das bereitsindie Textsam mlung "Anspiel" aufgenom mene Gedicht

Konjugation

von Rudolf Steinmetz (1974):

Ich gehe du gehst er geht sie geht es geht. Geht es? Danke -es geht.

Beim generativen Schreiben geht esBelke darum. dass die Lernenden das sprachliche Phanomen erkennen,mitder ein Gedichtarbeitet,und dieses ingleicher Arbeitsweise

mit anderen Wortern imitieren. So !asst sie das oben angefUhrte Gedicht von Steinmetz

mit anderen unpersonlichen Verben wie zum Beispiel

esregnet

von den Lernenden umschreiben und einen eigenen Schlusssatz finden,sodassneben dem Erkennen und

Uben der grammatischen Struktur die Kreativitiitder Lernenden angesprochen ist. Als ein

Unterrichtsergebnis entstand das folgende Gedicht: Ich fehle du fehlst er fehlt sie fehlt esfehlt Woran fehltes? 6 Rug, Wolfgang; Tomaszewski.Andreas (1993) Grammatikmit unSinnundVerstand. Stuttgart:Klett. Noch einmal e1 schienen unter:Dies.(2009) Grammatik mitSinn undVerstand.Stuttgart:Klett. 7 Krusche. Dietrich:Krechel. Rudiger (Hg).(1984) Anspiel.Konkr巴tePoesieim Unterricht Deutschals Fremdsprache. Bonn: Inter Nationes.

6

9

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An allem.

(Belke 2011.S.19,zit. nach Schiedermair,S.20)8

Schiedermair weistjedoch daraufhin, <lass dieseAnsatzenur

bedingt diespezifische Sprachlichkeit li t巴rarischerText巴” reflektierenund es ihne n”weniger um die

Auseinandersetzung mit Literatur geht,alsum dasErlernenvon Grammatik”(Schiedermair 2017, S.21).

2. 2 Mit dem Textsprechen -Ober den Text sprechen: Lesende als

LiteraturdidaktischeKonzeptedi巴serRichtunggehen aufdie Gedanken der Rezeptionsasthetil ( der 1960er und -70er Jahre zuriick,die die Rolle der Lesenden fiir die Bedeutungskonstruktion von Texten in den Mittelpunktstellte.Grundlegender Gedanke dieserTheorieist,dassein Text -gemeint ist seine Bedeutung, nicht der materialisierteText an sich-erstim Moment seiner Rezeption durch einenindividuellen Leseroder eine individuelle Leserin”entsteht

SamitistdiekonkreteRealisierung der Textbedeutung immer abhangig von dem individuellen

Vorverstandnis und derSinnkonstruktionder einzelnen Lesenden und variiert mithin.

Dieser Gedanke fand breiten Eingang in die allgemeine Literaturdidaktik, weil eralle

Lesenden -auch fremdkulturelle Lernende -zu gleichberechtigtenRezipientenerhob.Er fiihrte u. a. zu Aufgaben. die die Lernenden zu einem sehrfreien und kreativen Umgang mit Literatur ermutigten und bis heute ermutigen.Bei dieser Form der produktions -oder handlungsorientierten Literaturarbeitwerden literarischeTexte, bzw. zumeist

Textausschnitte. wie beim generativen Schreibenvon BelkealsAusgangspunkt fiir eigene Textproduktionender Lernenden verwendet.Doch geht eshierwenigerum grammatische

alsum inhaltliche Aspekte des Textes.die von den Lernenden erfasst und dann sprachlich

weiterbearbeitetwerden sollen.beispielsweiseindem ein neuesEnde ausgedacht wird, DialogezwischenProtagonistenerfunden oder eigene Paralleltexteverfasst werden.10

Als Beispiele for einen derartigen Umgang mit literarischen Texten auf ganz

unterschiedlichen Niveaustufen mochte ichdie folgendenLehrbuchaufgaben vorstellen: In

dem Lehrbuch”Passwort Deutsch 2"findet sich bereits aufAl.1-Niv巴aueine Aufgabe zu einem originalenTextausschnittaus

Emil und die Detektive

von Erich Kastner, in der die Lernenden die Reihenfolgevon vorgegebenen Satzen ordnen miissen. um so einekurze

Zusammenfassung der Erzahlung bis zu ihrem Ende zu erhalten (Lektion7, S.12, Aufg. 1 d).

8 Tndem genannten Artikelzum g巴nerativenSchreiben von Belkelinden sich weitere Beispielefi.irden Einsatz von Lyrikim Unterrich.t

9 Kast1984.S. 24.

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ZurnEinsatz vonLiteraturim deutschenSprachunterricht an japanischen Universitaten(Schilling)

Allerdings !asst diese Aufgabe noch keinen Raum flir eine individuelleLesart der Lernenden.

da siedie zu verbindenden Satzteile vorgibt.Ahnlich verfahrt auch eine Aufgabe aus dem Lehrbuch "Ausblick 2" auf B2-Niveau, die sich auf einen Textausschnitt desJugendromans

Rolltreppe abwarts

von Georg Noack bezieht und bei der dieser Asp巴ktder individuellen

Rezeptiondeutlicher im Vordergrund steht: Nachdem die Aufgaben 1 a,b und c sich alle auf

das Verstandnisdeskonkreten Inhalt der Textstelle beziehen,fragt dieAufgabe 1 d:”Und

wie konnte die Geschichte weitergehen

und fordert die Lernenden dazu auf, anhand zur Verfugung gestellter Stichw凸rteroder ganz frei"eine eigeneFortsetzung und einen Schluss"

zu schreiben (Lektion3, S. 42-43).

Zusammenfassend weist Schiedermair in Bezug auf produktions-und handlungsorientierte

Ansatzeder Literaturvermittlung jedoch darauf hin, dass "von Seiten der muttersprachlichen

Literaturdidaktik immer wieder kritisch formuliert worden [seiJ,dassliterarische Texte

damit auf dieFunktion eines”Sprungbretts”[(zitiert nach Paefgen 200611’S.139)] flir die Kreativitatder Lernenden reduziert werden”(Schiedermair. 2017,S. 31).

2. 3 Weltwissen erweiternund kulturelles Verstehen fbrdern:Literatur als

Ressourcezu Vermittlungvon Landeskunde und Kulturw1ssen

Mit diesem Ansatz verbindetsichderGedanke dassliterarische Texte dazu dienen konnen,Leben und Gesellschaft der Zielkultur vorzustellen.Deutlich formuliert wurde dies in den fUr das Fach Deutsch-als-Fremdsprache alsgrundlegend erachteten

ABCD-Thesen

zur Landeskunde

von 1990:

Der Umgang mit literarischen Texten leistet einen wichtigen Beitrag zur ErschlieBung deutschsprachiger Kultur(en). Mit Hilfevon Literaturkonnen die Unterschiede von eigener und fremderWirklichkeit und subjektiver Einstellung bewuBt gemacht werden,

zumal literarische Texte gerade dadurch motivieren. daβsie asthetisch und affektiv ans pr巴chen.(ABCD -Th巴sen1990. S.17;zit.nach Schiedermair. S. 26)

Vor allem, wenn inden Texten Themen behandelt werden, die dem Leben und Alltag

der Lernenden nahe stehen sollen sie zum Kennenlernen derZielkultur dienen und zur Reflexion iiber die eigene Kulturanregen.Ats Beispiel einer solchen Textbearbeitung soil

hier das Ziel einer Unterrichtseinheit aus einem Literatur-Lehrwerk des Goethe-Institutsvon

1984 angefUhrt werden,die sich auf die Erzahlung

Ollikommt auf eine andere Schule

von

Peter Hartling bezieht:

Die Schuler sollen die wesentlichen Unterschiedezwischen dem westlichen und dem

11Paefgen. Elisabeth(2006) EinfUhrung indieLiteraturdidaktik. Stuttgar:tMetzle仁 12In:Hartling. Peter(1980) Sofie macht Geschichten. vVeinhcim. Basel: Beltz. − A 円 i

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eigenen Schulsystem erkennen.DieseKenntnis ist notwendig zum Verstiindnis desTextes. Umgekehrtverdeutlichtdie Geschichte vie! starkerals die abstrakte Grafil王dieProbleme.

diedas deutsche Schulsystemfi.ir manche Kinder mitsich bringt”(Kaminski1984, S.152). Diese Zielvorgabeund auch dieeigentlichen Aufgaben zum Text fokussieren auf den konkreten Textinhalt.Siefordernzu einem wertenden Vergl巴ichder Schulsysteme (Frage

2.3) und zur emotionalen Beurteilung des sozialen Verhaltens der Figuren durch die Lernenden (Fragen 2.14, 3.1.1 und 3.1.2) auf:

Frage 2.3 Sagt eurebegrundete Meinung, welches Schulsystem ihr besserfindet.

”Frage2.1.4Welche Folgenhatder Schulwechsel fUrOlli und Sofie”?(Hier istnicht ganz klar, ob die Antwort nur lebenspraktischeAnderungen -siegehen in verschiedene Schulen. sie konnen sichnicht mehr tiiglich sehen -umfassen soil.oderauch emotionale wie z.B.: Sie fi.ihlensich einsam. sievermissenden anderen.siesind unglUcklichund haben keinen SpaB mehr im Unterricht.)

Frage 3.1.1 Sind Olli und SofierichtigeFreunde

Frage 3.1.2Findest du,daB Sofies Elternsich richtig verhalten

Aus heutiger Sicht problematisch ist dass mit diesen Fragen ohn巴Bedenken巴ine

Beurteilungder Zielkultur evoziert wird, die aufW erten derAusgangskultur b巴ruht.und

dieseBeurteilungund ihre Priimissen nichtrefiektiertund diskutiertwerden.

In dem Unterrichtsvorschlagunbearbeitetbleibt auch. dass inder Erziihlungselbst eine Kritikan dem sachlichenund

vern unftigen’'Umgang der Erwachsenen mit dem

Schulwechsel und den emotionalen Folgen,die dieTrennung fUrdie Kinder bedeutet. steckt.und wie dieseHaltung des Textes erzeugt und dem Leser vermittelt wird. M. a.W. der Text wirdlediglich als Darstellung einer(fiktiven)Wirklichkeit behandeltund nicht als Mittelerkannt. mitdem derAutor die Perspektive und die Gefi.ihle eines Kindes indie gesellschaftliche Diskussion um angemessene Schulformen einbringt. Denn dieErz品hlung ist keineswegs objektiv,si巴nimmteinseitig diekindliche Sicht Sofiesein und vermittelt

siean die Lesenden. Diesebewusst vom Autor gew~1hlte Kindperspektive,die auch in der sprachlichen Verfasstheit des Textes. z.B.den vielen einfachen Aussagesiitzen und semantischen Basisverben aus dem kindlichen Lebensbereich wie sagen, denken, spielen, lernen oder heulen zum Ausdruck kommt. wird in der vorgeschlagenen Unterrichtseinheit nicht berucksichtigt. Doch erst durch ihreklareHerausstellungwiirde den Lernenden deutlich,dassund wie der Text die Haltung Sofieseinnimmt und ihr, bzw. alien von einem Schulwechselbetroffenen Kindern,eine Stimme in dergesellschaftlichen Diskussionverleiht.13

13 DieseAspekte wurde eine Bearbeitung. wie sie unter 2.4."Literatur alsLiteraturin denBlick nehmen" vor geslelltwird. aufgrcifen.

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ZurnEinsatz von Literatur imdeutschen Sprachunterricht anjapanischen Universitaten(Schilling)

Der eben dargestellten Herangehensweise-durch Literatur etwas uber die Zielkultur lernen zu konnen -liegteine Au妊assungzugrunde, von der man heute in zweierlei Hinsicht zunehmend abruckt.Zurneinenwird in dem Konzept als selbstverstandlich angenommen, dassLiteratur, auch wenn essich um fiktive Inhaltehandelt.im KernsozialeWirklichkeiten abbildet.Inzwischen hat sich jedoch eineSichtweise auf Literaturetablier・t.dieden

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der im Text dargestellten Welt betont und Literatur als Ort begreift,

indem alternative Entwi.irfe zur realen Welt"durchgespielt

werden.Fi.irdie Rezeption weitergedacht bedeutet diesePerspektive,dass derliterarischeTextinhalt nicht als Abbildung von Realitat, sondern als ein

Beitrag

zu dem oder den gesellschaftlichen Diskurs

(en) betrachtet wird.die im oder durch den Text angesprochen werden.

Zurn anderen wird Kultur nicht mehr essentialistisch als von anderen Kulturen klarabgrenzbare Entitat aufgefasst. wie es beispielsweisehaufignoch zu Beginn der Interkulturalitatsforschung der Fallwar.14 Einen offenen und prozessualen. nicht mehr durch ethnischeoder nationale ZugehOrigkeit festgeschriebenen Kulturbegriffzugrundelegend, sucht man im Zusammenhang mit interkulturellem bzw. transkulturellem Lesen literarischer Texte nicht mehr nach eigen-und fremdkulturellen Kontrasten oder kulturspezifischen Lesarten,sondern fragt nach”kulturellen Deutungsmustern”(Altmayer)und thematisiert ganz allgemein unterschiedliche Formen von Fremdheit sowohl in den Texten als auch im Prozess ihrer Rezeption.Nach Altmayer(2010)

gehen dieVertreter und Vertreterinnen aktueller kulturwissenschaftlicher Forschungsansatze davon aus,dassdie(soziale) Wirklichkeitnicht unmittelbar gegeben, sondern inAkten diskursiver Deutung und Sinnzuschreibung von den Akteuren selbst erstkonstitutiert wird.(S.1408)

Er schreibt weiter:

Ein in den letzten

J

ahren innerhalb des Faches DaF /DaZ entwickeltes Konzept van Kultur […] legt einen Begriffvan Kultur zugrunde.wonach diesenicht in einem Set mehr oder weniger gleichformiger Verhaltensweisen oderMentalitaten besteht,sondern uns mit einem Fundus an (kollektivem) Wissen versorgt,das uns in die Lage versetzt. derWeltum uns herum, aber auch unserem eigenen Leben Sinn und unserem Handeln Orientierung zu geben.[...][Man kann] diemusterhaft verdichteten und im kulturellen Ged品chtnisgespeichertenEinzelelemente dieses'Wissens kulturelle Deutungsmuster nennen [Hervorhebungen im Orig,.

A

.

SJ. (S.1408-1409) 14Zu einer kritischen Diskussion desinterkulturellen Ansatzesder Literaturwissenschaft in Bezug auf Deutsch als Fremdsprache siehe Ewert2011.S. 12 19. Einen Obert》ilckuber dieEntwicklung des Kulturbegriffs inDeutsch alsFremdsprache/Deutschals Zweitsprache gibt Altmayer 2010 丹 、 u 可 i

(12)

2.4.Literatur als Literaturin den Blicknehmen

Unter dieserPerspektive -Literatur alsLiteratur vermittlen -sollen neuere Konzepte

vorgestellt werden, diesich zwar einerseitsauf altereAnsatzeder allgemeinen

Literaturwissenschaftund der Literaturvermittlung im Deutsch als Fremdsprache

-Unterricht zuriickbeziehen und Teile davon iibernehmen andererseits aber Literatur

nichtmehr vornehmlich in den Dienst der Vermittlung von Sprach-,Landeskunde-oder Kulturwissen stellen. sondern ihrinihrer eigenen Gegebenheitund eigentlichen Funktion einen festenPlatz im Deutsch als Fremdsprache-Unterrichteinraumen.'"

Gemeinsam ist allen Ansatzen zum einen,dass sie sich aufneueredynamische Konzepte zum Kulturbegriffbeziehen und von wechselnden kulturellen ZugehOrigkeitenausgehen

(siehe dazu unten die Kulturbegriffsdefintionvon Hofmann) oder Kulturals Teilnahme

an unterschiedlichen Wissensgemeinschaften definieren(siehe dazu das Konzept der

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Deutungsmuster

oben) . Zurn anderen vereintsie,dasssiedie sprachliche

Verfasstheit eines Textesals untrennbaren Tei!seiner Literarizitatund seiner Aussage

begreifenund for dasDeutungsverfahren beriicksichtigen. Sprachliche Mitte,linsbesondere sprachliche "A uffalligkeiten

und Besonderheiten einesTextes,sollen inihrer Funktion

fordieTextaussage erkannt und beschrieben werden.Der Stellenwert von Literatur im modernen Fremdsprachenunterricht.so schreiben Dobstadtund Riedner(2011) zusammenfassend iiberdie neuen Konzepte,

istnun nichtmehr -wi巴inden 1980er] ahren -inerster Linie aufdieAufhebung

von Fremdheit oder,aus einerinterkulturellen Perspektive,auf deren Akzentuierung

gerichtet:Inseinem Mittelpunktstehtvielmehr ein kulturbezogenes Lemen, das auf das Einiibeneines flexiblen. offenen Umgangs mit Fremdheitausgerichtetist.ohne dassvon vorneherein feststeht. was fremd und was vertrautist.Voraussetzung for

ein solches Lemen durch und mit Literatur ist jedoch,dass die Besonderheitder literarischenSprachverwendung nicht iibersprungen, sondernim Gegenteil ins Zentrum derAufmerksamkeit geriickt wird.(S. 8)

Dobstadt und Riedner stellen inihrem Ansatzdas Auffinden von sprachlichen Mitteln der

Li terarizitat

inden Mittelpunkt und berufensichaufRoman Jakobsons Definitionvon Poetizitat(die sie mit dem Begriff"Literarizitat" ersetzen), wonach Poetizit品tdann sichtbar

wird."wenn die Nachrichtum ihrer selbstwillenbetrachtet wird

(Jakobson 1972,S. 108; zit.nach Dobstadt/Riedner 2011,S. 9). Gemeint ist,dassdie Poetizitat bzw. Literarizitat erst erkennbar wird. wenn man die sprachliche Form einesTextesalseigenstandigen und

15 Einige solcherAnsatze stellt das Sonderheft "Fremdsprache Literatur"der ZeitschriftFremdsprache

(13)

ZurnEinsatz vonLiteratur imdeutschen Sprachunterricht an japanischenUniversitaten(Schilling)

mit der inhaltlichen Aussagegleichwertigen Bestandteil des literarischen Textes ansieht und ihrentsprechende Aufmerksamkeit zukommen liisst.Dasbedeutet. auf

die sprachliche Oberflache achten,auf den Klang,auf die Zusammenstellung der Worte,[…] auch [...] nach dem Kriterium eines(formalen)Zueinanderpassens”(Dobstadt/Riedner

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.

S.9) Durch das Auffinden formal oder semantisch zueinanderpassender Worte im Text ergeben sich semantische Muster,die nichtmehr einer linearen syntaktischen Anordnung folgen, sondern sich wie "semantische Netze"i.iber die Texte legen (ebda”S.10) . Obwohl diesesVerfahren,

das Dobstadt/Riedner inihrem Artikel konkret an dem Gedicht

Das Gefieder derSprache

von HildeDomin16vorstellen, aufden ersten Blick von der Bedeutung. dem Sinn. des Textes wegzufi.ihrenscheint.erm凸glichtes am Ende,Sinn neu entstehenzu lassen und auf neue Weise erfahrbar zu machen.

Ebenfalls in diesem Zusammenhang ist der Ansatz von Claire Kramsch zu nennen, die in Erweiterung der kommunikativen und interkulturellen Kompetenzvermittlung durch den EinsatzilterarischerTexte zum Erwerb "symbolischer Kompetenz

beitragen mi:ichte. Symbolische Kompetenz meint die Fahigkeit, die

poetischen,gefi.ihlsmaBigen und ideologischen Dimensionen von Texten wahrzunehmen und zu deuten

und sichdadurch

andere m凸glicheDarstellungen ihrergeschichtlichen beziehungsweise kulturellenUmwelt vorzustellen”(Kramsch

2

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,

S.

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)

.

Wie bei Dobstadt/Riedner und bei Schiedermair (siehe unten)geht esauch l巾rganz ko此retdaru瓜 sprachlicheMittel eines Texteszu erkennen

und ihre Funktion fi.ir die(subjektive.vom Autor od巴rder Autoringewahlte) Darstellung

von Sachverhaltenund die Aussage des Textes aufzudecken. So sollendie Lernenden nicht nur verstehen.dasseinliterarischer Text nur einevon vielen MoglichkeitenderDarstellung ist,sondern auch ermutigt werden. ihre eigene Haltung zu einem mi:iglicherweise widerspri.ichlichen oder ambivalenten Sachverhaltzu finden(vg Kramsch .l

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,

S.

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)

.

Kramsch legt ihr Konzeptausfi.ihrlich am Beispiel eines Textausschnitts aus

Als ichein kleiner] unge war" von Erich Kastner17vor (Kramsch

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)

.

EinerweitertesinterkulturellesKonzept, das einfache kontrastive Gegeni.iberstellungen i.iberwindenwil il,ndem es

i.iber das kulturelle Paradigma hinausgeht". da sich

wed er der literarische Text noch Individuen auf ihre kulturellen Pragungen zuri.ickfi.ihren lassen”(Leskovec

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.

S. 45). liegt der interkulturellen Literaturwissenschaft zugrunde. IhrAusgangspunkt ist ein "dynamischer Kulturbegriff, der auf Homogenisierungen und Fixierungen verzichtetund auf dieseWeise der Offenheit interkultureller Begegnungen gerecht

werden will(Hofmann

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6

S.9). Die Untersuchungen der interkulturellen

16Domin. Hilde (1987) GesammelteGedichte.FrankfurtS. Fischer Verlag 17Kastner. Erich(1996) Als ich einkleiner Junge war.Zlirich:AtriumVerlag. F 円 υ 円 i

(14)

Literaturwissenschaftbeziehen sichauf

kommunikative Akte zwischen Personen"und

damit auf"einintermediaresFeld, das sich im Austausch der Kulturen als Gebieteines

neuen Wissens herausbildet und erst dadurch wechselseitige Differenzidentifikationen

ermoglicht"(ebda., S. 11).

Es geht alsoum den von fremdkulturellen Sprechern ineiner Kommunikation gemeinsam geschaffenenHandlungsraum, indem sich ihr Handelnvollzieht.

Interkulturalitat wird verstanden "als Verhaltensnorm von Menschen [ ..

.

J

,

die unterschiedlichenkulturellen Kontexten angehOren. Diese Norm umfasstein auf Konsens

ausgerichtetesVerhalten und zieltauf einharmonischesMiteinander und Verstehen" (Leskovec, S.44).

InKritik einer zu ausgepragtkulturwissenschaftlich verfahrenden Literaturwissenschaft,

die die textuelle Dimensiondesliterarischen Textes nichtausreichend beri.icksichtige

(Leskovec 2011,S.38)beruftsich dieinterkulturelleLiteraturwissenschaft ebenfalls aufdieVertreterder Prager Schule und nimmt die asthetische Funktion

literarische Texte [mi.issen]nichttatsachenbezogen sein" und werden somit

zu einem alternativen Handlungsraum”(ebda.S. 39) -und die poetische Sprache -d..i

ein

bewussterSprachgebrauch,der […] von anderen Sprachsystemen wie Alltags

-oder Wissenschaftssprache abweicht" (ebda., S. 40) -von Texten zum Gegenstand (siehe Leskovec 2011,S. 39-41). Die interkulturelle Textanalyse fragt danach,welche

interkulturellen Aspekte ein Textaufweist und wie diese sichtbar gemacht werden lめnnen.

Der Fokus richtet sich dabei aufunterschiedliche Auspragungen von Fremdheit.wobeies

sich um ein Gefi.ihlvon Fremdheit des Lesenden gegeni.iber dem Text, um expliziteoder

implizite Thematisierungen von Fremdheit im Textoder um Verfremdungstechniken

handelnkann.18DiesenFragen geht sie in vierAnalyseschritten nach:Basisanalyse,in der

formateund asthetische Besonderheitendes Textes herausgearbeitetwerden und esum ein el巴mentaresTextverstehen auf lexikalischer und inhaltlicher Ebene geht.Daran schlieBen

sich die Schritte

Erfahren-Erkennen

Sich tbarmachen

und "Reflexion

an.19Obwohl die

int巴rkulturelleLiteraturwissenschaft grunds品tzlichnach der Leistung literarischerTexte im Interkulturalitatsdiskursund den MoglichkeiteninterkulturellerKompetenzvermittlung

durch Literatur fragt(Leskovec 2011.S. 114) . willsie dennoch gerade nicht nur solche

Texte inden Blick nehmen,die Interkulturalitatthematisieren.sondern auch

Kanontexte und Texte, die sich nichtexplizit mitkultureller Fremde auseinandersetzen"(ebda.,S. 67).

Als letztes Beispielfi.ir einen explizit literarischenUmgang mit Literatur im

18 Zu Fremdheitskonzeptionenin derInterkulturellen Literaturwissenschaft siehe ausfi.ihrlichKapitel I.1m Hofmann. Michael(2006) und Kapitel Ill 4 beiLeskovec(2011)

(15)

ZurnEinsatz vonLiteraturimdeutschen Sprachunterricht anjapanischen Universitaten(Schilling)

Fremdsprachenunterricht seien die Arbeiten von Simone Schiedermair genannt.die ich hier an einem Beispiel naher vorstellen mochte. Schiedermairgehtin ihrer Herangehensweise von dem ebenfalls rezeptionsasthetisch orientierten AnsatzDietrich Krusches aus. In

sog.

Lesergesprachen’'. diejeweils an "Unbestimmtheitsstellen

eines(fremdkulturellen)

Textesansetzen, sollen anhand genauer. auch linguistisch basierter Analysen dessen

Wirkstr叫~turen offengelegt werden.20

Mit dem Einblick in die Wirkstrukturen !assen sich die Stellen bestimmen. an denen der Text interkulturelle wie intrakulturelle Lekturevarianz provoziert. die Stellen groBter potenzieller Fremdheit. Die Distanz,die Texte damit ihren Lesern gegenuber aufbauen. giltesproduktiv zu nutzen, alsonicht zu verdecken. sondernsichtbar zu machen. In diesem Sinn ist und bleibt der literarische Text ein fremder Text -und zwar nicht nur for fremdsprachliche Leser.Es g巴htnicht um die Uberwindung der Distanz. sondern um ihre Thematisierung und insofernum ihre Beibehaltung als Textgegebenheit.Es gehtum eine Begegnung mit dem Text als fremdem Text.(Schiedermair

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,

S. 35)

Es gehtalsodarum. die ”Gemachtheit”(ebda.)literarischerTexte zu erkennen. die

Unbestim mtheiten" einesTextesals seine spezifische Eigenschaftzu akzeptieren und daraus

entstehende unterschiedliche Lesartendes Textes in den Lesergesprachen auszuhandeln. Dabei geht es weniger um das"Aushandeln" unterschiedlicher Int巴rpretationeneines Textes an sich, als vielmehr um die Bewusstmachung, dass diesesAushandeln, die variierende Bedeutungskonstruktion im Zuge derRezeption”(Rezeptionsvarianz)”. Teil dessen ist. was

Literatur uberhaupt ausmacht.Durch die Einsicht in diesprachliche "Gemachtheit

soilauch Einsicht dafur erzeugt werden, dass Texte -fi.ir alle,nicht nur fremdsprachliche Lesende-im mer bis zu einem gewissen Grad fremd bleiben und sich nie voUstiindig in die eigene Verstehenswelt

einordnen ]assen(siehe Schiedermair

2

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,

S. 35) . Anders als beiden meisten anderen interkultureU verfahrenden Ansatzen geht esbei Krusche und Schiedermairnichtum den Abbau oder die Uberwindung von Fremdh巴it.sondern um ihre Thematisierung und Akzeptanz.

Dementsprechend richten sich ihre Analysen haufig aufsprachliche Verfahren, die zur

Herstellung von Fremdheit.von Nii.he-und Fernerelationen besonders geeignet sind. auf sog.

”deiktische Ausdrucke”. wie sie zunachst Buhler und spater for die "funktionalePragmatik”

Ehlich und andere systematisch erfassthaben.21

20Siehe zu dem Konzept der Lesergespriiche genau巴rK rusche.Dietrich(1985)”Lese-Unterschiede. Zurn

interkulturellen Leser-Gesprach" In: Ders. Literatur und Fremde.Mlinchen.S. 139-160. Und Krusche.

Dietrich(2003) "Lese-Di汀erenz.Der andereLeser imText”In: Wierlacher. Alois: Bogner. Andrea (Hg.)

Handbuch interkulturelleGermanistik. Stuttgart, Weimar.S. 467-474 21Blihler. Karl(1999.ED 1934) Sprachtheorie.Die Darstellungsfunktion der Sprache. Stuttgart: Lucius u. Lucius(UTB) Ehlich.Konrad(2007) Sprachcund SprachlichcsITandeln. Berlin. New York: Walterde Gruytcr 司 j 円 i

(16)

In ihrem A ufsa tz

.••

wie wenn Niiheund Ferne ubereinander herfallen und sich zerschneiden’Literarische Texteals fremde Texteim Unterricht Deutsch als Fremdsprache", aus dem die oben angeflihrten Zitate stam men,zeigt Schiedermair an

dem kurzen Text

Gib’s auf!

von Franz Kafka, wie bereits im Anfiingerunterricht mit

Lernenden sehr niedrigen Sprachniveaus ansatzweise ein Lesergespriich geflihrt werden kann,das die bei der Lekture erfahrene Fremdheit der Lesenden/Lernenden bewusst macht und anschlieBend for eine gemeinsame Auseinandersetzung mitdem Text und unterschiedlichen Lesarten bzw. Textfragen nutzt.Entscheidend flir die Textarbeit ist hier, dassdie Lehrende die Textlektlire genau an der Schnittstelleunterbricht, an der der Inhalt von Vertrautem zu

Befremdlichem" ubergeht.namlich nachdem das Ich den Schutzmann nach dem Weg fragt und der Schutzmann mit einem Lacheln zur Antwort anhebt. Bishierher deckt sich der巴rzahlteInhalt weitgehend mit Alltagsvorstellung巴nod巴r -erfahrungen derLernenden.Bei der als Hausaufgabe gestellten Aufforderung

Schreiben Sie

die Geschichtezu Ende

geht es darum, dass die Studierenden ihre Erwartungshaltung in

Form einer erfundenen Handlung formulieren und dabei erkennen, dass dieseErwartung auf

der flir sie gegebenen Selbstverstiindlichkeit und Normalitiit derim Anfang der Geschichte

dargestellten Situation beruht. Die nachste Hausaufgabe liefert ihnendas Textende und stelltdie Aufgabe可iVelcheFrage mi:ichten Sie jetzt gerne an Kafka stellen? Schreiben Sie die Frage auf.

Die Antworten thematisieren unterschiedliche Inhalte, die die Studierenden gerne wissen wurden, und unterschiedliche Gegenstande ihrer Ratlosigkeit in Bezug auf

den unerwarteten Schluss. Auch wenn ein wirkliches

Lesergespriich

zu diesen Fragen bei

der konkreten Durchffthrung dieser Unterrichtseinheit wegen dermangelnden sprachlichen Fahigkeitennicht mi:iglich war. so ist den Studierenden doch vielleicht anhand der von Schiedermair bewusst gewiihlten und in den Aufgaben bearbeiteten "Bruchstelle

deutlich geworden, dass der Einsatzpunkt ihrer

Befremdlichkei t

vom Autor sprachlich bewusst konstruiert ist (an der Grenze von vertrautem zu unvertrautem Handeln der Figuren) und dass ihre verspurte Befremdlichkeit und das Bestehenbleiben ihres Unverstandnisses. ihrer "Fremdheit

gegenuber dem Text, die eigentlich beabsichtige Leserwirkung ist.

Dieses Beispiel zeigt aus meiner Sicht sehr eindrucksvoll,wie literarische Texte auch im Sprachunterricht und auch auf niedrigem Niveau als

Literatur

gelesen und in ihrer literarischen Wirkung und Bedeutung erfasst werden ki:innen. Durch die Offenlegung der Wirkungsmechanismen des Textes wird for die Lernenden erkennbar,

<

lass ihr

Fremdheitsgeflihl

gegenuber dem Text nicht auf eigen-bzw. fremdkulturellen

Zuschreibungen beruht, sondern dievom Text beabsichtigte Verwirrung alle Kafka -Rezipienten gleichermaBen erfasst.

(17)

ZurnEinsatzvon Literatur imdeutschen Sprachunterricht an japanischen Universitaten(Schilling)

3 A

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:

Thema dieses Artikels waren verschiedene Zielsetzungen und Einsatzmoglichl王eiten

fiirliterarische Texte im Rahmen eines kommunikativausgerichteten und interkulturelle

Handlungspraxis fordernden Sp1ヨclwnterricl1ts.

Die vorgestellten Konzepte beruhren sich jedoch auch eng mit Fragestellungen und neuen Ansatzen in der Literaturwissenschaft. Das bedeutet.<lass sie auch fiirgermanistische Lekture-oder Literaturkurse Anregungen bieten. Denn in beiden Zusammenh品ngengeht

es darum, Literaturinihrer eigentlichen Bedeutung wahrzunehmen: alseinen Ort, an dem

mittels Sprache verschiedene Zugange zur Wirklichkeit vorgestellt und durchgespielt werden. Nur im Erkennen der von Autoren und Autorinnen gewahlten sprachlichen

Verfahren und ihrer Funktion in Bezug auf den dargestellten Textinhalt erschlieBt sich das voile Bedeutungspotenzial des literarischen Werkes und ermoglichteine intensive

Auseinandersetzung der Lesenden/Lernenden mit dem Text.

Literatur:

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s

.

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Genannte LehrbOcher:

Albrecht. Ulrike(u.a.) (2008) Passwort Deutsch 2.Kursbuch. Barcelonau. a.:Ernst KlettSprachen.

Fischer-Mitziviris.Anni(2009) A usblick 2.Deutsch flirノuge11dlicl1eu11d junge Erwachsene.Kw百bucb.

Ismaning:Hueber

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参照

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